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Strategy for Brands

Mai 2017

Unternehmen
Strategy for Brands

Gründerin
Tanja Lenz

Gründungsdatum
September 2015

Branche und Unternehmen:
Strategieberatung für Marken

Motto:
"Ändere, was du ändern kannst – und willst!"

Interview mit der Gründerin Tanja Lenz

Was ist die Besonderheit Ihrer Firma?
Meine Kunden profitieren von der Expertise, die ich in zwanzig Jahren global gesammelt habe. Ich habe viele Werkzeuge der großen Unternehmensberatungen und Kommunikationsagenturen kennengelernt und kann sie nutzen. Daher bin ich frei, darauf einzugehen, welches dieser Tools für den Kunden am besten passt, oder ich stelle etwas Neues zusammen. Ich bin unabhängig und agil. Und ich liebe meine Marken. Wenn ich an eine Marke glaube, gebe ich alles für sie.

Was sind Ihre ersten beruflichen Erfolge?
Der größte Erfolg ist, dass ich bislang noch überhaupt nicht akquirieren musste! Ich habe wunderschöne Projekte bekommen, auch unabhängig von Agenturen. Ich konnte direkt für die Unternehmen arbeiten, zum Beispiel für eine der bekanntesten Food-Marken oder eine Auto-Lifestylemarke aus München – mit das schönste Projekt, das ich jemals machen durfte. Auch im Start-up-Bereich habe ich die Möglichkeit bekommen, tolle Projekte anzugehen.

Wie ist Ihr beruflicher Werdegang?
Angefangen habe ich in der Kundenberatung einer Werbeagentur. Auf Wunsch meines Managements habe ich schnell ins Strategic Planning gewechselt und in London eine entsprechende Ausbildung gemacht. Ich war viel unterwegs: sieben Jahre für Leo Burnett in Frankfurt, Paris, London und Chicago. Anschließend war ich über zwei Jahre lang in Helsinki global für Nokia zuständig, als das noch eine ganz große Marke war. Nach einer weiteren Station in London bin ich zurückgekehrt und habe mich zum ersten Mal selbständig gemacht. Doch damals war ich noch nicht soweit. Um mein Portfolio abzurunden, bin ich schließlich zu MRM gegangen, eine große internationale Digitalagentur. Als mein damaliger Chef auch die Leitung von McCann übernahm, wurde ich die Markenstrategin für beides: den Digitalbereich wie den klassischen Bereich. Ich durfte ein Team aufbauen und konnte die Kunden ganzheitlich betreuen.

Was war für Sie der Auslöser, ein eigenes Unternehmen zu gründen?
Die Flexibilität in der Arbeitszeit und auch die Möglichkeit, Privates mit Beruflichem besser zu vereinen. Ich habe eine kleine Tochter und lebe allein. Mein Team war über drei Standorte in Deutschland verteilt, und ich hatte fast nur internationale Kunden. Meine Tochter und ich haben das hingekriegt, aber es war anstrengend. Jetzt ist es wesentlich schöner für uns beide. Oft arbeite ich am Wochenende, wenn sie bei ihrem Vater ist, oder nachts. Tagsüber nehme ich mir dafür auch mal die Zeit, mit ihr ins Ballett oder zum Schwimmen zu gehen. Diese Termine sind für mich so wichtig wie ein Vorstandsmeeting. Meine neu gewonnene Freiheit kommt auch den Kunden zugute: Ich war noch nie so ausgeglichen und so effizient wie heute.

Wer hat Sie beraten, wer sind Ihre Helfer und Mentoren?
Ich habe ein wirklich gutes kleines Netzwerk, zu dem auch tolle Coachs zählen. Ich unterstütze die anderen mit Marken- und Kommunikationsstrategie – und sie mich mit Kommunikationstraining oder Coaching. Aus meiner vorherigen Laufbahn gibt es viele Menschen, die gerne mit mir und für mich gearbeitet haben und mit denen ich heute auf Freelance-Basis zusammenarbeite. Bei Businessplan und Aufstellung hat mir Exina sehr geholfen. Vier Wochen lang habe ich nichts anderes gemacht, als sauber einen Businessplan zu schreiben. Davon zehre ich noch heute. Dank Exina bin ich die Sache ganz anders angegangen als bei meiner ersten Selbständigkeit: nicht als kleiner Freelancer, sondern als Unternehmen.

Wie haben Sie die ersten Tage als Gründerin erlebt?
Ich war aufgeregt, schon gleich an einer spannenden Aufgabe arbeiten zu dürfen. Natürlich war ich auch etwas unsicher, ob ich alles hinkriege. Ich habe mich gefragt, wie es nach dem ersten großen Auftrag weitergeht. Doch während ich zunächst nur für zwei Monate gebucht worden war, wurden daraus schnell 13 Monate.

Was war Ihre größte Herausforderung und wie haben Sie diese gemeistert?
Es ist schon eine Herausforderung, alleinstehend, mit kleinem Kind und vielen Verpflichtungen dieses Risiko einer Selbständigkeit einzugehen – ohne einen festen Kunden, der langfristig da ist. Ich denke, bei jedem Selbständigen ist die Unsicherheit am Anfang groß. Wenn man Einzelunternehmerin ist, hängt alles von der eigenen Person ab. Ich darf nicht krank werden, ich muss flexibel bleiben ... Die Souveränität, die ich jetzt habe, auch einmal ein paar Tage Urlaub zu machen, hätte ich vor eineinhalb Jahren noch nicht gehabt. Diese Ängste habe ich jetzt nicht mehr, denn ich habe mehrere Kunden, die ich auch länger betreue.

Wie machen Sie auf Ihr Unternehmen aufmerksam? Was ist Ihre beste Vermarktungsidee?
In meinem Bereich ist "Word of Mouth" das Wichtigste. Sehr glückliche Kunden bedeuten für mich: Jemand ruft an. Mein Haupttool wird in Kürze meine Website sein. Wenn ich meine Digitalexpertise richtig einsetze und Search-Engine-Marketing mache, glaube ich, darüber viele Anfragen zu erhalten. Nicht zuletzt hatte mich die IHK als Marketingexpertin für einen Tag in den Heimhafen geholt. Start-ups können jemanden wie mich gut gebrauchen. Ich konnte bereits zwei, drei kleinen Unternehmen helfen, die sich direkt richtig aufstellen wollten, um groß zu werden. Auch das ist eine schöne Sache.

Wie haben Sie die Finanzierung Ihrer Gründung umgesetzt?
Ganz wichtig war, dass ich den Gründungszuschuss erhalten habe. So wusste ich, dass meine Miete für ein halbes bis Dreivierteljahr gesichert ist und ich es mir leisten kann, das Risiko einzugehen. Darüber hinaus habe ich meine Ersparnisse eingesetzt. Im Bereich der Beratung habe ich natürlich den Vorteil, dass ich nicht viel mehr als einen Computer und einen Bildschirm benötige. Ein paar Sachen wie Website und Logo habe ich einfach zurückgestellt. Als ich dann Geld verdient habe, habe ich es eingesetzt, um diese Dinge anzugehen.

Welchen Traum möchten Sie noch verwirklichen?
Ich möchte mit meiner Firma ein Standbein im Ausland haben. Das wäre für mich ein absoluter Traum. Ich bin ja ein Globetrotter, habe schon ganz oft in anderen Ländern gearbeitet, gelebt, studiert und bin dort auf der Schule gewesen. Es zu schaffen, einen Teil meiner Zeit im Ausland zu arbeiten, wäre ein absolutes Highlight.

Bitte ergänzen Sie folgenden Satz: Wenn ich mehr Zeit hätte würde ich ...
... besser auf mich achten. Das ist das Einzige, was manchmal zu kurz kommt.

Was ist Ihr besonderer Tipp: Was würden Sie Gründerinnen und Gründern empfehlen?
Ich glaube, jeder, der gründet, ist hin- und hergerissen zwischen diesem Wissen, dass man etwas kann, und der kompletten Unsicherheit nach dem Motto: "Oh mein Gott, was mache ich hier?" Der Tipp wäre, sich jeden Tag daran zu erinnern, dass es einen guten Grund gibt, warum man sich das traut, und dass man es auch schaffen wird. Die Zeiten sind eigentlich super für Neugründungen! Wenn man etwas hat, von dem man überzeugt ist, dann wird man es auch gut machen. Und dann wird es auch ein Erfolg sein.

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