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Kultur

Prachtbauten in Wiesbaden

Gezielter Ausbau - Prachtbauten, Wohngebiete und Grünanlagen der Premium-Klasse

Nach der Erhebung Nassaus zum souveränen Herzogtum verfügte Herzog Friedrich August zunächst den Abbruch der Stadtbefestigungen, um Raum für die künftige Erweiterung zu schaffen. Zugleich sorgte die Gewährung herzoglicher Baugnaden Anreize für den Bau fehlender Wohnungen und zur Verschönerung Wiesbadens.

Es entstanden neue Straßenzüge und Stadtviertel. Der herzogliche Baumeister Christian Zais schuf die Grundlage für das so genannte "Historische Fünfeck" und verlieh dem Badewesen - gegen den Widerstand der etablierten Badewirte - durch den Bau des eleganten Hotels "Vier Jahreszeiten" neue Impulse.

Mit der Errichtung des großen Kurhaussaales gelang dem herzoglichen Bauinspektor Christian Zais (1770 bis 1820) im Jahr 1810 ein künstlerisches Werk, das den Ruf Wiesbadens als mondäne Kurstadt begründete. Gleichzeitig mit dem großen Kursaal entstand 1810 der weithin gerühmte Kursaalgarten. 1813 startete der Bau des Erbprinzenpalais an der Kreuzung Wilhelmstraße/Friedrichstraße. Im Mai 1825 wurde der Grundstein für ein Theater gelegt, dessen feierliche Eröffnung bereits am 26. Juni 1827 erfolgte.

Dieser Bauboom setzte nicht nur durch Masse, sondern durch Klasse neue Maßstäbe und mehrte den Ruf von Wiesbadens architektonischer Schönheit. Besonderes Gewicht hatte dabei, dass die Errichtung von bedeutenden Einzelgebäuden von einer Stadtplanung begleitet wurde, die Wiesbaden insgesamt zu einer großzügigen Residenzstadt erweiterte. Beispielhaft dafür war, dass die neu angelegten Alleen und Promenaden jenseits der Altstadt nur auf der Stadtseite bebaut werden durften. Wiesbaden sollte den anreisenden Fremden keine Hinterhöfe, sondern den Anblick schöner klassizistischer Wohnhäuser zeigen, die sich harmonisch in die reizvolle Hügellandschaft vor den Taunushöhen einfügten. Mitte des 19. Jahrhunderts war Wiesbaden Welthauptstadt der Spitzen-Hotellerie. In keiner anderen Stadt gab es so viele Grand-Hotels - nach heutigem Maßstab - insgesamt 80 Fünf-Sterne-Hotels.

Fast alle Bauwerke, die das "alte Wiesbaden" heute prägen, sind in der Amtszeit des Oberbürgermeisters Carl von Ibell (1883 bis 1913) entstanden. Ein neues Theater (1894) und ein größeres Kurhaus (1907) wurden gebaut. Gegenüber des kleinen, ursprünglich aus Fachwerk errichteten Rathauses von 1610 entstand im Jahr 1887 das heutige Rathaus. Ein neuer Bahnhof, das Landeshaus, das Kaiser-Friedrich-Bad folgten von 1906 bis 1913.

Nicht weniger imponierend war das Flächenwachstum der Stadt selbst. Zwischen 1860 und 1880 dehnten sich geschlossene Wohnblocks über die Rheinstraße nach Süden aus, um 1900 wurde der Ring überschritten.  Die Bau- und Bodenspekulation lief heiß und zerstörte in der Innenstadt fast die gesamte Bausubstanz aus der Zeit vor 1840.

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