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Veranstaltungsreihe im Hauptstaatsarchiv

Am 2. September startete das Hessische Hauptstaatsarchiv in Kooperation mit der Hessischen Landeszentrale für politische Bildung seine Veranstaltungsreihe für den Herbst und Winter 2020. Den Auftakt macht die Ausstellung des Fritz Bauer Instituts über das Konzentrationslager Buna-Monowitz.

"Die IG Farben und das Konzentrationslager Buna-Monowitz - Wirtschaft und Politik im Nationalsozialismus" ist das Thema der Ausstellung, die am 2. September im Hessischen Hauptstaatsarchiv eröffnet wurde und eine Veranstaltungereihe bis in den Dezember begleitet.

Der Chemiekonzern I.G. Farben ließ ab 1941 in unmittelbarer Nähe zu dem Konzentrationslager Auschwitz die größte chemische Fabrik im von Deutschland eroberten Osteuropa bauen. Sie sollte zugleich ein Baustein der "Germanisierung" der Region um Auschwitz werden.

Neben deutschen Fachkräften setzte das Unternehmen auf der riesigen Baustelle tausende von Häftlingen aus dem KZ Auschwitz, Kriegsgefangene und Zwangsarbeiter aus ganz Europa ein. Für die zunehmende Zahl von KZ-Häftlingen errichteten der Konzern und die SS, die eine intensive Zusammenarbeit miteinander verband, 1942 das firmeneigene KZ Buna-Monowitz. Tausende kamen durch die unmenschlichen Arbeitsbedingungen zu Tode oder wurden in den Gaskammern in Auschwitz-Birkenau ermordet, wenn sie nicht mehr arbeitsfähig waren.

Die Ausstellung zeichnet Entstehung, Betrieb und Auflösung des KZ Buna-Monowitz nach. Historische Fotografien dokumentieren die Perspektive von SS und I.G. Farben auf Baustelle und Lageralltag. Sie werden kontrastiert mit autobiographischen Texten von Überlebenden, darunter Primo Levi, Jean Améry und Elie Wiesel sowie den Aussagen von Überlebenden in den Nachkriegsprozessen. Informationen zu den Gerichtsverfahren in der Nachkriegszeit und den Bemühungen der Überlebenden um Entschädigung nach 1945 beschließen die Ausstellung.

Vortrag 22. Oktober: Frankfurt und die Juden

Dr. Tobias Freimüller hält am 22. Oktober um 19 Uhr im Hessischen Hauptstaatsarchiv einen Vortrag über "Frankfurt und die Juden - Neuanfänge und Fremdheitserfahrungen 1945 bis 1990".

War die Geschichte jüdischen Lebens in der Bundesrepublik vor allem ein langfristig erfolgreicher Prozess von Aussöhnung und Neubeginn nach dem Holocaust? Oder verharrten die wenigen jüdischen Überlebenden, die sich im "Land der Täter" ansiedelten, lediglich auf "gepackten Koffern" und traten öffentlich kaum in Erscheinung? Am Beispiel der Stadt Frankfurt am Main und der Juden, die dort nach 1945 lebten, zeigt sich die Widersprüchlichkeit und Komplexität der jüdischen Nachkriegsgeschichte Westdeutschlands wie unter einem Brennglas.

In Frankfurt entstand unter dem Schutz der amerikanischen Besatzungsmacht rasch ein Netz jüdischer Institutionen und später eine intellektuelle Szene, deren Leuchtturm das aus dem Exil zurückgekehrte Institut für Sozialforschung war. Gleichwohl blieb das Verhältnis zwischen Juden und Nichtjuden in Frankfurt besonders konfliktreich. Tobias Freimüller zeichnet die Neuanfänge und Brüche jüdischen Lebens als Geschichte von Migrations- und Fremdheitserfahrungen, aus denen sich in den 1980er Jahren schließlich ein neues jüdisches Selbstbewusstsein entwickelte.

Eröffnungsvortrag von Professorin Dr. Sybille Steinbacher

Im Vortrag von Professorin Dr. Sybille Steinbacher - Leiterin des Fritz Bauer Instituts - ging es am 2. September zum Auftakt um das Nebeneinander von Normalität und Massenmord. Die Stadt Auschwitz wurde im Zweiten Weltkrieg zu einer "Musterstadt" der deutschen Ostsiedlung. Schon bald nach dem Überfall auf Polen gehörte sie zum Deutschen Reich, und eine intensive, gewaltgeprägte sogenannte Germanisierungspolitik setzte ein.

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