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Preisträger 18. Deutsches FernsehKrimi-Festival

"Polizeiruf 110 – An der Saale hellem Strande" (MDR) gewinnt den Deutschen FernsehKrimi-Preis 2022. Weitere Preise gingen bei der Verleihung am 13. Mai an die Polizeiruf 110-Folge "Bis Mitternacht" (BR), die Schauspielerin Cordelia Wege, die Schauspieler Lucas Gregorowicz und André Kaczmarczyk sowie die Serie "Der Pass II" (SKY) und Nachwuchs-Drehbuchautorin Jule Peuckmann.

Der mit 1.000 Litern Wein dotierte Deutsche FernsehKrimi-Preis geht an "Polizeiruf 110 – An der Saale hellem Strande" (MDR). Mit großer Zärtlichkeit und durchweg auf Augenhöhe werde ein ganzer Reigen von tragischen Figuren porträtiert, die ins Visier von Kriminalhauptkommissar Henry Koitzsch und seinem Kollegen Michael Lehmann in Halle geraten. "Präzise recherchierte Charaktere, denen man anmerke, was die Zeit mit ihnen gemacht habe. Die vor und die nach der Wende“. Beeindruckt hat die Jury, wie gekonnt der Film über diese Verdächtigen und ihre Vernehmungsprotokolle ein ganzes Gesellschaftspanorama entwirft, als Hommage an den Ostklassiker außerdem virtuos mit seinen eigenen Traditionen spiele und auch mit den Konventionen des Genres. 

Mit einem Sonderpreis für die herausragende Gesamtleistung wurde das Team vor und hinter der Kamera von "Polizeiruf 110 – Bis Mitternacht" (BR) geehrt. Ausgezeichnet werde ein Werk, welches auf beeindruckende Art und Weise zeige, "wie spannend und dicht ein Film werden kann, wenn Autor, Regie, Kamera, Schnitt, Musik, Ausstattung, Produktion und alle anderen Gewerke eine gemeinsame Vision verfolgen und dann ein hervorragendes Schauspiel-Ensemble die Figuren bis in kleinste durchdringt", begründet die Jury ihre Entscheidung.

Den Sonderpreis für die beste Darstellerin erhielt Cordelia Wege für ihre herausragende schauspielerische Leistung in "Polizeiruf 110 – An der Saale hellem Strande" (MDR). Bereits in den ersten fünf Sätzen ihres 15-minütigen Auftritts zwischen zwei schauspielerischen Schwergewichten changiere sie "zwischen Verführung, Zumutung und untrübbarer Naivität. Alles Teil ihres famosen Spiels auf der Klaviatur ihrer Kunst. Sie beherrscht alle Facetten dieses Spiels. Mit dieser großen Leichtigkeit gelingt es ihr, im Handstreich den Film zu erobern", so die Jury in ihrer Begründung.

Mit einem Sonderpreis für das beste Ermittler-Duo werden Lucas Gregorowicz und André Kaczmarczyk in der Polizeiruf110-Folge "Hildes Erbe" (RBB) ausgezeichnet. "Es macht unfassbar Spaß zuzusehen, wie die beiden aufeinander zugehen und sich dann wieder abstoßen. Die Chemie, die sich der Drehbuchautor und die Drehbuchautorin für sie ausgedacht haben, geht auf und schlägt Funken. Für uns ein wunderbar ungleiches Ermittler-Duo, das durch seine ganz eigene Dynamik diesen Polizeiruf neu erfindet", so die Jury, zu der neben den Schauspielern und Schauspielerinnen Taneshia Abt, Moritz Führmann und Valerie Stoll, die 3sat-Redakeurin Ariane Binder und der Producer Nico Grein gehörten.

Die BR-Produktion "Polizeiruf 110 – Bis Mitternacht" erhält außerdem auch den Publikumspreis der Jury der Leserinnen und Leser des Wiesbadener Kuriers. Kein klassischer Krimi, sondern vielmehr ein Thriller mit psychologischem Katz- und Mausspiel sei der Fernsehfilm. Gewürdigt werde die schauspielerische Leistung der Hauptdarstellerin und des Hauptdarstellers in diesem intensiven Kammerspiel.

Mit dem Preis für die Krimiserie des Jahres wird "Der Pass II" (SKY) ausgezeichnet. Die Serie habe im Gesamtpaket am meisten überzeugt und es geschafft über alle Folgen hinweg die Spannung zu erhalten, gibt die Jury der Studierenden bekannt, der Beran Ergün (Hochschule Mainz), Marie Frei und Nina Ullmann (beide Johannes Gutenberg-Universität Mainz) angehörten.

Jule Peuckmann erhält den Drehbuch-Nachwuchspreis für ihr Spielfilm-Exposé zu "Souterrain". Die Geschichte, in der ein Überwachungssystem in die Privatsphäre der Bürger und Bürgerinnen eingreife, lese sich zunächst wie eine klassische Dystopie. Der Autorin gelinge es, "ein bedrückendes Zukunftsszenario zu entwerfen", es "so atmosphärisch zu beschreiben, dass die Bilder im Kopf beim Lesen automatisch aufsteigen", nur um im nächsten Schritt mit Genre-Erwartungen radikal zu brechen, so die Jury, die sich aus Drehbuchautorin Lena Fakler, der Schauspielerin und Drehbuchautorin Julia Nika Neviandt, Merle Rueffer von der HessenFilm und Medien sowie dem Regisseur Christian Schäfer zusammensetzte. 

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