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Auf Staatsbesuch im Insektenreich

Die Kabinettausstellung, die bis zum 22. März im Museum Wiesbaden zu sehen ist, führt in das komplexe und spannende Thema der Insektenstaaten ein.

Die Ausstellung gibt Auskunft über die Kommunikation der Individuen untereinander sowie über die teils sehr speziellen Formen der Ernährung und die Arbeitsteilung als Schlüssel für ein Überleben in extremen Situationen.

Uns Menschen sind unterschiedlichste Staatsformen geläufig und nur wenigen davon vertrauen wir uns gerne an. Eine bewusste Entscheidung für oder gegen eine bestimmte Form der arbeitsteiligen Gemeinschaft findet in der Natur dagegen selten statt. Die Kabinettausstellung führt in das komplexe und spannende Thema der Insektenstaaten ein.

Bekannt ist uns soziales Verhalten von unterschiedlichen Arten. Staatenbildung ist im Tierreich dagegen selten. Unter den Insekten stehen Honigbienen, Termiten und Ameisen in unserem Fokus. Und tatsächlich gibt es Lebensräume, die von diesen dominiert werden. Tief im Inneren ihrer Gemeinschaft lassen sich auch heute noch erstaunliche Entdeckungen machen. Die Wissenschaft hat diese Organismen lange ignoriert, wirken Insektenstaaten doch oft chaotisch, da sich Individuen kaum verfolgen lassen. Eine sinnvolle Beobachtung bedarf daher besonderer Hilfsmittel. So gilt es, geduldig im Labor zu warten, um zu erfahren, dass eine uns auch aus Küchen bekannte Schwarze Wegameisenkönigin (Lasius niger) unter den unnatürlichen Bedingungen des Labors ein hohes Alter von 29 Jahren erreicht. Das Alter mancher Kolonie ist dagegen theoretisch unbegrenzt, wenn dort Jungköniginnen Akzeptanz erfahren. Ebenso ist noch immer unverstanden, wie die militärisch organisierten Überfälle von sklavenhaltenden Ameisen funktionieren.

Bezüglich der Individualgrößen herrschen art- und kastenbedingt erhebliche Größenunterschiede. Die Ameise Plagiolepis pygmaea erreicht lediglich eine Körperlänge von 1,3 mm, während die Termitenkönigin Macrotermes natalensis bis zu 140 mm erreicht. Die Koloniegröße beginnt bei wenigen Dutzend Tieren in einer Eichel und scheint nach oben unbegrenzt zu sein. Die Superkolonie der Argentinischen Ameise (Linepithema humile) erstreckt sich über 6.000 km von Spanien bis Italien und wird auf 112.000.000 Arbeiterinnen und 360.000 Königinnen geschätzt.

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