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Retrospektive Ernst Wilhelm Nay

Ernst Wilhelm Nay, einer der bedeutendsten Farbmaler des 20. Jahrhunderts, wird bis zum 5. Februar 2023 erstmals nach 30 Jahren wieder in einer breit angelegten Retrospektive im Museum Wiesbaden präsentiert.

Als documenta-Künstler hat Nay nach dem Zweiten Weltkrieg internationale Bekanntheit erlangt. In seiner eigenständigen Bildsprache jedoch überführt Nay die Epoche des figürlichen Expressionismus der Klassischen Moderne in die gestische Abstraktion der zweiten Hälfte des 20. Jahrhunderts. Das Museum Wiesbaden zeigt in der Ausstellung "Ernst Wilhelm Nay – Retrospektive" nicht nur die berühmten Lofoten-, Scheiben- oder Augenbilder, sondern auch die in der Rhein-Main-Region entstandenen Hekate- und Fugalen Bilder. In der Retrospektive werden diese, sonst in sich geschlossen wahrgenommenen Schaffensperioden als ein organisches, ineinander übergehendes Gesamtwerk erfahrbar gemacht.

Frühe Förderung durch das Museum Wiesbaden

Nach dem Zweiten Weltkrieg ist es das Museum Wiesbaden, das Nay während seiner Hofheimer Jahre am stärksten in der Rhein-Main-Region fördert. Von Hofheim aus, wo der Künstler von 1945 bis 1951 lebte, machte er viele Ausflüge in die Landeshauptstadt, besuchte die Ausstellungen des Central Collecting Point (im Museum Wiesbaden) und nahm bald Kontakt zum hiesigen Direktor Clemens Weiler auf. Dieser erwarb während seiner Amtszeit ab 1949 nicht nur vier Gemälde ("Leda", "Pilgrim", "Afrikanisch" und "Menschen in den Lofoten"), sondern bereits 1951 auch die erste Farblithografie-Mappe des Künstlers.

Als Dank für die vielen Ankäufe schenkte Nay dem Museum drei Gouachen, die der Fugalen-Werkphase zuzurechnen sind. Dieser eng geknüpften Beziehung Nays zu Weiler, die sich auch in der präsentierten Korrespondenz des Künstlers mit dem Museumsmann ablesen lässt, ist einer der zwölf Räume umfassenden Ausstellung gewidmet. Durch Hanna Bekker vom Rath, die Nay im Sommer 1945 ein Atelierhaus in Hofheim vermittelte, 1949 in ihrem Frankfurter Kunstkabinett präsentierte und deren Privatsammlung seit 1987 im Museum Wiesbaden bewahrt wird (inkl. mehrere Nay-Arbeiten), gibt es eine weitere enge Verbindung zwischen dem Künstler und dem Museum.

Wiesbaden ist die zweite Station der Wanderausstellung "Ernst Wilhelm Nay — Retrospektive". Zuvor war die Schau in der Hamburger Kunsthalle zu sehen, im Anschluss geht sie in das Museum Küppersmühle für Moderne Kunst nach Duisburg.

Eine Ausstellung der Hamburger Kunsthalle in Zusammenarbeit mit der Ernst Wilhelm Nay Stiftung, dem Museum Wiesbaden und dem Museum Küppersmühle für Moderne Kunst, Duisburg.

Die Ausstellung wird gefördert durch den Kulturfonds Frankfurt RheinMain, die Ernst von Siemens Kunststiftung sowie die Freunde des Museums Wiesbaden e.V.

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