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Kultur

Ausstellung: Jugendliche und ihre Familien unter dem Hakenkreuz

Am Sonntag, 15. September, wird um 11.30 Uhr im Aktiven Museum Spiegelgasse die Ausstellung "Jugendliche und ihre Familien unter dem Hakenkreuz" eröffnet. Sie ist dort bis zum 1. November zu sehen.

Am 30. Januar 1933 leistete Hitler den Amtseid auf die Weimarer Verfassung. Nach der Preisgabe staatlicher Macht an erklärte Antidemokraten etablierte sich die NS-Diktatur rasch und setzte die Ankündigungen aus der NSDAP-"Kampfzeit" systematisch in Taten um.

Am 1. April 1933, dem Tag des ersten reichsweiten Boykotts jüdischer Geschäfte, beschmierten auch in Wiesbaden SA-Männer Schaufensterscheiben mit antisemitischen Hetzparolen und versuchten, die Kundschaft vom Einkauf abzuhalten. Schon im September 1933 wurde für Preußen ein Erlass zur Vererbungslehre herausgegeben.

Ab dem 1. Oktober 1933 wurde Schülerinnen und Schülern beigebracht, was die "Herrenrasse" der "Arier" auszeichne und dass diese im Überlebenskampf nur bestehen könne, wenn sie ihr Blut reinhalte, "Erbkranken" und Rassenfremden ohne falsches Mitleid begegnete. 

Die als "nicht-arisch" eingestuften Schülerinnen und Schüler wurden von den öffentlichen Schulen verbannt und hatten ihre Schulpflicht in abgesonderten Lehranstalten abzuleisten –in Wiesbaden in der jüdischen Volksschule in der Mainzer Straße.

Am 18. Mai 1936 nahm die Schule ihre Arbeit auf. Etwa 160 Schülerinnen und Schüler besuchten die Einrichtung bis zur Schließung im Frühjahr 1942. Diejenigen, die nicht fliehen konnten, wurden mit ihren Familien deportiert und ermordet. Überlebt haben einige wenige, die aus sog. Mischehen stammten. Ein Gruppenfoto aus dem Jahre 1939 zeigt zwei Lehrkräfte und elf in die Kamera lächelnde Jugendliche.

Der Kontrast zwischen diesem Schulbild und dem Schicksal, das diesen jungen Menschen und ihren Familien aufgezwungen wurde, ist erschütternd. Die Ausstellung dokumentiert diese Schicksale in Form von Erinnerungsblättern.

Leben, Leiden, Tod und nur allzu seltenes Entkommen der Betroffenen machen exemplarisch deutlich, welche Folgen es für Einzelne hatte, als die NS-Schraube der Entrechtung, Verfolgung und schließlich Vernichtung immer härter angezogen wurde.

Öffnungszeiten

  • Donnerstag und Freitag von 16 bis 18 Uhr
  • Samstag von 11 bis 13 Uhr
  • Oder gerne nach telefonischer Vereinbarung unter 0611/305 221

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