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Claus Theo Gärtner alias Josef Matula

Claus Theo Gärtner: Deutschlands dienstältester Fernseh-Ermittler Josef Matula wurde im Jahr 2008 65 Jahre alt.

Der "Fall für Zwei" ist sein Fall

Er ist Deutschlands dienstältester Fernseh-Ermittler. Unter Josef Matula kennen ihn mehr Menschen als unter seinem richtigen Namen Claus Theo Gärtner. Seit 27 Jahren löst das Knautschledergesicht mit der harten Schale und dem weichen Kern in der ZDF-Dauerserie "Ein Fall für Zwei" als Privatdetektiv Josef Matula die kniffligsten Fälle. Und ein Ende ist selbst nach 258 abgedrehten Folgen nicht in Sicht. 2008 wurde der drahtige Schauspieler mit den flotten Sprüchen und "schlagenden" Argumenten 65 Jahre alt. Jeans und Lederjacke, die sein jugendliches Outfit und Markenzeichen sind, sitzen dem raubeinigen Detektiv mit der Reibeisenstimme, der seinen Zweit-Wohnsitz in Wiesbaden hat, noch immer wie angegossen. In dieser Kluft liebt ihn ein Millionenpublikum. So und nicht anders will es ihn haben.
 
Bevor Claus Theo Gärtner als cleverer Fernseh-Privatermittler Matula im Frankfurter Halbwelt-Milieu seiner kriminellen Klientel hinterherjagte, hatte er bereits eine solide Schauspielerkarriere hinter sich. Die begann Ende der 60er Jahre, als der junge Mime, ein gebürtiger Berliner, an den Staatstheatern in Braunschweig, Oldenburg, Stuttgart und an der Berliner Schaubühne unter Peter Stein spielte. Später konnte man ihn am Ernst-Deutsch-Theater und am Hamburger Thalia-Theater sehen. Als Gärtner 1970 eine Chance beim Film erhielt, griff er ohne langes Überlegen zu und hatte auf Anhieb Glück: Der Thriller "Zoff" brachte ihm 1972 immerhin den Bundesfilmpreis ein. Der große Durchbruch im Fernsehen gelang dem jungen Schauspieler jedoch erst vier Jahre später mit dem Film "Im Zweifel für den Angeklagten: Der Fall Dietrich Derz" unter der Regie von Georg Althammer. Von nun an spielte Gärtner in bekannten Krimiserie wie "Der Alte" oder "Tatort" mit. Ein Genre, dem er fortan treu blieb.
 
Als ihm 1981 der Part des Matula in der Serie "Ein Fall für Zwei" angeboten wurde, hatte der Schauspieler zunächst nur zögernd zugestimmt und schließlich "auf einem Bierdeckel seine Bereitschaft dokumentiert", die Rolle zu übernehmen." Eine Episode, die Gärtners Schauspielerkollege und enger Freund Günter Strack zu Lebzeiten oft schmunzelnd zum Besten gab. Zunächst war Matula neben Günter Strack alias Dr. Renz eher der Laufbursche. Doch im Laufe der Zeit hat sich der schlagfertige Privatdetektiv zum unumstrittenen Star der Serie hochgearbeitet und seinen "Arbeitgeber" mehrfach gewechselt. Mit Paul Frielinghaus agiert mittlerweile der vierte Partner an seiner Seite. Aber nicht nur vor, auch hinter der Kamera ist der Schauspieler Claus Theo Gärtner aktiv: Er arbeitet an den Drehbüchern mit und führte in einigen Folgen auch Regie.
 
"Höchstens hundert Folgen" hatten den Krimi-Machern von "Ein Fall für Zwei" einst vorgeschwebt. Dass daraus ein ausgesprochener Unterhaltungs-Selbstläufer werden würde, der mittlerweile zum festen Inventar des deutschen Fernsehens zählt, konnte damals niemand ahnen. "Ich hab' mir das selbst nicht träumen lassen", sagt Matula, der  oft gefragt wird, wie lange es Matula noch geben werde. Und der dann hintergründig zu antworten pflegt: "Solange die Zuschauer uns mögen wie wir sind -  wir sind beide sehr authentisch." Zur Zeit laufen bei Odeon-Film Wiesbaden die Dreharbeiten für den 259. "Fall." Weitere sollen folgen. Für Claus Theo Gärtner eine Chance, den bisherigen Rekord, den "Derrick" Horst Tappert mit 281 Krimifolgen hält, vielleicht doch noch zu brechen? "Wir werden sehen", lächelt Matula, der die Zeit außerhalb der Krimiwelt seiner Leidenschaft für Sport und Autorennen widmet. Auch wenn er heute nur noch gelegentlich bei Oldtimer-Veranstaltungen mitfährt. Doch die Autostunts in "Ein Fall für Zwei" - die absolviert er selbst.
 
Wie beliebt der sympathische Detektiv mittlerweile geworden ist, belegen zahlreiche Auszeichnungen der vergangenen Jahre: Die bayerische Polizei ernannte ihn zum Ehrenkommissar, in Rom erhielt Claus Theo Gärtner den "Capo Circeo"-Preis als beliebtester ausländischer Darsteller. Und im April 2006 wurde dem Schauspieler das Bundesverdienstkreuz am Bande verliehen, weil er in seiner Rolle als Privatdetektiv Matula maßgeblich zu einem positiven Image des Rhein-Main-Gebiets und besonders Frankfurts im In-und Ausland beigetragen hat.

Quelle:

Kurt Buchholz, Journalist und Redakteur des Wiesbadener Tagblatts (†).

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