Sprungmarken
Dynamische Navigation einblenden
Dynamische Navigation ausblenden
Suche einblenden
Kultur

Josef Rebicek

Josef Rebicek, geboren am 7. Februar 1844 in Prag, studierte bereits als Achtjähriger Klavier, dann mit elf Jahren Violine am dortigen Konservatorium, war beim Weimarer Hoforchester unter Franz Liszt beschäftigt und bereits mit 19 Jahren Konzertmeister eines selbständigen Orchesters in Prag, später am Prager deutschen Landestheater. Er kam 1866 als Konzertmeister nach Wiesbaden, wo er bis Ende 1882 neben Jahn der musikalische Leiter des Königlichen Theaters war.

Seine hervorragenden Leistungen waren Wilhelm Jahn, der auf Hebung des nunmehr preußlischen Hoftheaters in Wiesbaden bedacht war, nicht unbekannt geblieben; er berief Rebicek 1868 als ersten Konzertmeister und übertrug ihm allmählich auch, als er seine Dirigentenbegabung erkannt hatte, die Leitung einer Anzahl Opern. In dieser Zeit  war er nicht nur unermüdlich in der Einstudierung des klassischen Repertoires, also der großen französischen aber auch der deutschen romantischen Oper. Vor allem aber förderte er die Rezeption der Werke Wagners, woran seine Frau, die Sopranistin Elisabeth Löffler, die ebenfalls am Königlichen Theater beschäftigt war und die er in Wiesbaden kennenlernte und 1872 heiratete, wesentlichen Anteil hatte. Sie übernahm alle tragenden Frauenrollen, von der Venus im Tannhäuser über die Elsa im Lohengrin bis zur Senta im „Holländer“.

Durch die Vermittlung des Komponisten und Musikkritikers Ehlers , der sich schon früh für Dvorak einsetzte, gehörte Wiesbaden zu den Orten, in denen schon 1879 dessen Werke aufgeführt wurden – 1880 kam es zur persönlichen Begegnung mit dem Komponisten.

Im Jahre 1883 wechselte er an das Kaiserliche Theater in Warschau, wo er Nachfolger von Adam Muenchheimer wurde, bis er 1891 an die Königliche Oper nach Budapest wechselte, wo er Gustav Mahler als Dirigent ablöste.

Im Jahre 1893 kam er nach Wiesbaden zurück, wo er bis 1897 blieb und unter Mannstädt und mit Schlar arbeitete. Für die Eröffnungsvorstellung des neuen Wiesbadener Theaters 1894 komponierte Josef Rebicek ein Festspiel nach einer Textvorlage von G. von Hülsen und J. Lauff und brachte es zur Aufführung. Auch bei den Maifestspielen war er einer der wichtigen Dirigenten, eine Reihe der von ihm geleiteten Aufführungen, zum Beispiel der AIDA oder des Fliegenden Holländers fanden unter Anwesenheit des Kaisers statt. Dies trug ihm den Preußischen Kronenorden IV. Klasse ein.

Im Jahre 1897 wechselte er als Kapellmeister zu den Berliner Philharmonikern, die er immer dann dirigierte, wenn der Star-Dirigent der Philharmoniker, Arthur Nikisch, bei seinem Gewandhausorchester  in Leipzig oder anderswo auftrat – was den größten Teil der Saison der Fall war.

Rebicek hinterließ eine Reihe eigener Kompositionen, unter anderem eine Symphonie in h-Moll, war allerdings eher durch seine Qualität als Dirigent bekannt. Der bekannte Berliner Musikkritiker Geitel wies allerdings darauf hin, dass er ungerechterweise stets im Schatten seiner Kollegen stand, obwohl seine Arbeit, gerade auch bei den Berliner Philharmonikern, die Grundlage der Existenz des Orchesters bildete.

Rebicek starb am 24. März 1904 im Alter von 60 Jahren und wurde auf dem Dorotheenstädtischen Friedhof in Berlin beerdigt. Das Grab existierte noch bis in die 1950er Jahre, ist heute aber nicht mehr vorhanden.

Quelle:

Deutsche Rebicek-Gesellschaft, Dr. Jürgen Pyschik.

Anzeigen