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Wagners "Götterdämmerung"

Mit Wagners "Götterdämmerung" feierte im April 2017 die vierte Oper des "Ring der Nibelungen" ihre Premiere im Großen Haus. In der neuen Spielzeit warten von September 2017 bis Mai 2018 weitere fünf Aufführungen.

Im Großen Haus des Hessischen Staatstheaters hob sich Ende April 2017 der Premierenvorhang zur Neuinszenierung von Richard Wagners "Götterdämmerung". In der aktuellen Spielzeit von September 2017 bis Mai 2018 wird die Oper mit weiteren fünf Aufführungen fortgesetzt. Weiter geht es am Samstag, 21. Oktober, um 17 Uhr. Die weiteren Vorstellungen folgen am 14. Januar, 24. März und 21. Mai 2018, dann im Rahmen der Maifestspiele.

Die Nornen spinnen den ewigen Schicksalsfaden und erzählen die Vorgeschichte seit dem "Rheingold", aber plötzlich reißt der Faden – ein böses Omen! Der Held, der den "Ring des Nibelungen" am Finger trägt, menschgeboren und gottgesandt die Welt zu retten, muss sterben. Ein heimtückischer Mord, geboren aus Verrat, Intrige und Eifersucht, ein Tod im Schoß der Natur, im Wald vor der Burg der Gibichungen, der Familie seiner Braut Gutrune. Wagner komponiert für Siegfried einen Trauermarsch, der den Weltenatem stocken macht, eine hochromantische Katastrophe des Entsetzens und der Trauer. In diesem Requiem der Leitmotive scheint ein letztes Mal die Liebe Siegfrieds und Brünnhildes auf, aber auch diese ins Übermenschliche geweitete Liebe kann nichts mehr zum Guten wenden, denn die Welt war längst aus den Fugen, Alberichs Fluch ist wahr geworden, Erdas Warnung vor dem Ring hat sich erfüllt.

Das Ende der "Götterdämmerung" gehört zu den grandiosesten Schöpfungen der Musik im 19. Jahrhundert. Brünnhilde ist schuldlos-schuldig am Tod Siegfrieds, sie lässt einen gewaltigen Scheiterhaufen am Ufer des Rheins aufrichten und stürzt sich in die lichterloh brennenden Flammen. Das Feuer greift auf Walhalla und die Götter über und verschlingt ihre Welt, aber Brünnhilde sorgt am Ende für Rettung: Sie wirft den Ring zurück in den Rhein, dessen Fluten den Weltenbrand löschen. Der schuldlose Urzustand ist wieder hergestellt, zuletzt erklingt in überirdischer Schönheit das Verklärungsmotiv und bekräftigt die Versöhnung.

Als junger Hofkapellmeister stand Wagner selbst furchtlos auf den Revolutionsbarrikaden im brennenden Dresden, die Handgranaten neben sich. Das Alte muss stürzen. Am Ende seines Lebens zeigt er Wotan als tragische, nicht überlebensfähige Figur. Aber die Utopie wird Bestand haben.

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