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Einweihung der Greifvogelanlage - zweiter Bauabschnitt in der Fasanerie

Am 24. Oktober 2019 weihte Frau Dr. Tilli-Charlotte Reinhardt, stellvertretende Grünflächendezernentin, die neue Greifvogelvoliere in der Fasanerie ein.

Die alte Greifvogelanlage war baufällig und wurde durch Nass-Schnee im Winter 2010/11 stark beschädigt. Die Konzeptplanung für das Projekt wurde durch die Zooplanerin Monika Fiby in Zusammenarbeit mit der Fasanerie erstellt. Die Bauleitung lag bei Herrn Demand beim städtischen Hochbauamt.

Der erste Bauabschnitt wurde bereits 2016 fertig gestellt. Die Baumaßnahmen für den zweiten Bauabschnitt begannen Ende 2016. Zugunsten der Beseitigung der großen Sturmschäden vom August 2017 wurden die Arbeiten an der Voliere zurückgestellt. Ein Großteil der Arbeiten - zum Beispiel die Innenausstattung mit der Bepflanzung, die Strukturierung der Anlage mit Nistkästen und Sitzstangen - erfolgte in Eigenleistung durch Mitarbeiter der Fasanerie.

Die Gesamtbaukosten betragen rund 190.000 Euro. Die Finanzierung erfolgte über den städtischen Haushalt und Spenden. Die Kurstadtadler, NASPA, die Wiesbadener Volksbank, die Arche Noah Stiftung, die Wiesbadener Jägerschaft und private Einzelspender unterstützten das Projekt. Ein besonderer Dank geht an den Förderverein Fasanerie e.V. Wie schon in den letzten 24 Jahren hat dieser entscheidend geholfen und eine extra Spendenkampagne für die Greifvogelanlage durchgeführt. Ein abschließender Dank gilt dem gesamten Team der Fasanerie für ihre Begleitung dieses zweiten Bauabschnitts, aber auch und insbesondere für ihre Arbeit Tag für Tag.

Die Gesamtanlage bietet heimischen Greifvögel und Eulen einen artgerechten Lebensraum. Die Einrichtung der Gehege erfolgt gemäß den Bedürfnissen der gehaltenen Vogelarten mit toten Bäumen und Ästen zum Sitzen, windgeschützten abgedeckten Nistplätzen und Freiraum zum Fliegen. Zugleich können die Besucher diese gut beobachten.

Die Anlagen haben eine Firsthöhe bis zu sieben Meter, die Seiten bestehen aus Maschendraht mit drei Meter Höhe. Das Dach besteht aus einem wenig sichtbaren Nylonnetz. Die Volieren treten durch unauffällige Bauweise und Materialwahl in den Hintergrund und werden gut in die Parklandschaft integriert. Für den zweiten Bauabschnitt wurden die alten Anlagen abgebaut und vier neue Volieren errichtet mit insgesamt rund 1.000 Quadratmeter errichtet.

Der Zugang zu den neuen Volieren liegt am Rundweg. Die Besucher können sich in Unterständen der ungestörten und witterungsgeschützten Beobachtung der Vögel widmen. Es gibt Platz für eine Schulklasse und die Anlage ist behindertenfreundlich gestaltet. In den Unterständen erfolgt die Trennung zwischen Besucher und Vögeln durch Spanndrähte (Harfengitter) und Glasscheiben. Dadurch ist eine gute Einsehbarkeit gewährleistet und es besteht die Möglichkeit, dass Fotos ohne einen störenden Zaun gemacht werden können. Sitzmöglichkeiten und Schilder mit Informationen über die Vögel bereichern das Angebot für Besucher – und werden noch ergänzt. Didaktische Angebote wie die Flugsilhouetten und die Schauvitrine bereichern die naturpädagogischen Angebote.

Im Rahmen des diesjährigen Kunstspaziergangs in der Fasanerie wurde eine Eule von Andreas Koridass gestaltet. Er hat hierfür die Starkeiche verwendet, die bei dem Sturm am 1. August 2017 auf das Bärenhaus gefallen ist. Unter Bezug auf die neue Greifvogelanlage wurde sie hier aufgestellt. Sie ist blau gestaltet und heißt "Europa-Eule".

Einzug der Greifvögel

Mit rund 270 Quadratmetern ist die Adlervoliere die größte. Hier lebt ein Schreiadler, der aus Litauen stammt und infolge eines Unfalles durch ein Windkraftrad flugunfähig ist. Der Schreiadler ist der Kleinste von den fünf heimischen Adlerarten. Sein Bestand in Deutschland ist durch Lebensraumverlust gefährdet. Übergangsweise lebt er zusammen mit einem Steppenadler (ein Bewohner von Steppen und Halbwüsten in Russland und Zentralasien) bis ein Schreiadler-Weibchen gefunden wird. In Kürze werden Turmfalken und Waldohreulen in jeweils 90 Quadratmeter große Volieren einziehen.

Die Voliere für die Uhus hat eine Größe von circa 220 Quadratmeter. Uhus sind eine Art, die bereits seit den Anfängen der Tierhaltung in der Fasanerie hier gehalten werden, das heißt seit circa 60 Jahren. In Deutschland ist die Tierart wegen illegaler Verfolgung, Störung seiner Brutplätze und Unfälle zum Beispiel an Stromleitungen im Bestand gefährdet. Durch Auswilderungen und Horstüberwachungen hat sich erfreulicherweise das Vorkommen der Uhus in den letzten Jahren wieder erhöht. Er kommt auch im Wiesbadener Wald wieder vor. Die Fasanerie beteiligte sich über mehrere Jahrzehnte an der Zucht für die Auswilderung von Uhus. Das Uhuweibchen, das die neue Anlage bewohnt, ist sieben Jahre alt (geschlüpft 2012). Das Uhumännchen wurde 2014 im Tierpark Weißwasser geboren. Uhus werden in freier Natur 20 Jahre alt, bei optimierten Bedingungen in menschlicher Obhut bis 60 Jahre.

Im ersten Bauabschnitt leben seit kurzer Zeit Sperbereulen. Sie sind eine neue Art im Park; sie hat ihre Verbreitung in Skandinavien und kommt in Deutschland nur gelegentlich vor. Sie wird in der Fasanerie gehalten, da sie tag- und dämmerungsaktiv ist. Das Weibchen wurde 2019 in Nürnberg geboren. Das Männchen ist drei Jahre alt und stammt von einem privaten Züchter.


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