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Leben in Wiesbaden

Mythen und Männerfantasien

Wiesbaden hat nicht nur ein verdecktes Prostitutionsangebot vorzuweisen, sondern auch eine gewichtige geschichtliche Stellung für die Abolitionsdiskussion. Im Herbst 2021 finden mehrere Veranstaltungen zum Thema Prostitution statt.

Film "Fassaden – Prostitution in Wiesbaden"

Den Auftakt bildete der Film "Fassaden – Prostitution in Wiesbaden", der am 6. September im Murnau Filmtheater gezeigt wurde und der über den untenstehenden Link auf YouTube zur Verfügung steht.

Die beiden Wiesbadener Filmschaffenden Kristine Tauch und Matthias Gathof begleiten die Abolitions-Aktivistin, Soziologin und ehemalige Stadtverordnete Manuela Schon auf ihrer Reise zu den Orten sexueller Ausbeutung in Wiesbaden. Zitate aus Freierforen und dem Buch "Die Gefallene" von Amely Bölte, die schon im 19. Jahrhundert aktiv in der Frauenrechts- und Abolitions- Bewegung in Wiesbaden war, machen klar: Prostitution ist kein Job wie jeder andere, sondern Gewalt gegen Frauen und verhindert Gleichstellung.

Vortrag und Diskussion am 6. November im Café Klatsch

"Wie kann eine materialistisch-feministische Kritik der Prostitution aussehen?" Darum geht es beim Vortrag und Diskussion mit Koschka Linkerhand am Samstag, 6. November, im Café Klatsch. 

Prostitution ist nach wie vor ein heißes Eisen, an dem sich die feministischen Geister scheiden: Die einen wollen Sexarbeit als ganz normale Lohnarbeit entstigmatisieren und verstehen sie als Möglichkeit des Empowerments aller Geschlechter und Sexualitäten. Die anderen verstehen Prostitution zuvörderst als Ausbeutung von Frauen und weiblicher Sexualität und wollen sie gesetzlich verbieten lassen.

Materialistischer Feminismus kann als eine theoretische Perspektive verstanden werden, die feministische Praxis erforscht, einordnet und begründet, aber auch selbst nach praktischen Positionierungen drängt. Wie jeder kritischen Theorie geht es ihr um die Abschaffung ihres Gegenstands – hier der Prostitution im Besonderen und des kapitalistischen Patriarchats als Ganzem. Was hat es mit der kapitalistischen Verwertung der Sexualität und der patriarchalen Zweigeschlechtlichkeit auf sich, die der Prostitution zugrunde liegen? Inwieweit macht es Sinn, sich als Feministin und Linke positiv auf den Staat zu beziehen? Und sind die Kritik der Prostitution und die Solidarität mit Prostituierten tatsächlich unvereinbar?

Koschka Linkerhand ist Herausgeberin des Sammelbands "Feministisch streiten", Redaktionsmitglied der outside the box und Romanautorin. Weiteres unter koschkalinkerhand.de.

Podiumsgespräch am 4. Dezember um 19 Uhr im Schlachthof

"Das System Prostitution - und warum ihre Existenz uns alle angeht" ist Thema des Podiumsgesprächs mit Huschke Mau und Manuela Schon am Samstag, 4. Dezember, im Schlachthof Wiesbaden.

Im System der Prostitution zeigen sich patriarchale Verhältnisse in aller Deutlichkeit. Dennoch ist die Akzeptanz für Prostitution und Freiertum in allen Teilen der Gesellschaft groß. In der Veranstaltung sollen folgende Fragen diskutiert und analysiert werden:

  • Wie findet Prostitution in Deutschland statt? Wer sind die Frauen, die in der Prostitution ausgebeutet werden?
  • Welche Auswirkungen hat das System Prostitution für alle in der Gesellschaft?
  • Welche Forderungen können aus diesen Perspektiven an die Politik gestellt werden?

Huschke Mau ist Geisteswissenschaftlerin, Autorin, feministische Aktivistin, Bloggerin, Ex-Prostituierte und engagiert sich für die Abschaffung der Prostitution. Manuela Schon ist Soziologin, Autorin, Bloggerin und politische Aktivistin.

Die Veranstaltungsreihe ist ein Kooperationsprojekt von Spiegelbild – Politische Bildung aus Wiesbaden mit der Kommunalen Frauenbeauftragten der Landeshauptstadt Wiesbaden und unterstützt durch den Mädchentreff Wiesbaden e. V., die GKFG – Gesellschaft für Kinder- und Frauenrechte gegen Gewalt gUG – Die Gesellschaft, und den AKS Wiesbaden RheinMainFassaden - Prostitution in Wiesbaden. Filmvorführung und anschließendes Gespräch mit Kristine Tauch, Manuela Schon und Alfons Heinz-Trossen.

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