Sprungmarken
Dynamische Navigation einblenden
Dynamische Navigation ausblenden
Suche einblenden
Leben in Wiesbaden

Woche der Brüderlichkeit 2019

Die "Woche der Brüderlichkeit" - veranstaltet von der die Gesellschaft für Christlich-Jüdische Zusammenarbeit (GCJZ) Wiesbaden - stand im Jahr 2019 vom 17. bis 24. März unter dem Motto "Mensch, wo bist du? – Gemeinsam gegen Judenfeindschaft".

Das Motto verknüpft die biblische Frage nach der Verantwortung von uns Menschen für unser Verhalten gegenüber Gott und den Mitmenschen mit dem verstärkt öffentlich auftretenden Antisemitismus. Der Begriff Judenfeindschaft wurde vom Vorstand des Koordinierungsrats der Gesellschaften für Christlich-Jüdische Zusammenarbeit in Deutschland gewählt, um die ganze Bandbreite der Erscheinungsformen und Facetten des Antisemitismus abzubilden. Er ist nicht das Problem der jüdischen Minderheit, sondern der Mehrheitsgesellschaft, der es an Achtung vor der Minderheit, an Toleranz und Zivilcourage mangelt. An diese geht die Frage, Mensch wo bist Du. Dabei ist es wichtig zu fragen, was der sich nicht nur in Worten sondern auch zunehmend in Taten zeigende Antisemitismus für die Juden und Jüdinnen, die in Deutschland leben, bedeutet.

Eröffnung im Landtag

Eröffnet wurde die Woche am Sonntag, 17. März, um 11.30 Uhr im Hessischen Landtag. Unter dem Titel "Müssen wir wieder Angst haben? Judenhass in der Einwanderungsgesellschaft" hat sich Professor Dr. Doron Kiesel mit dem Motto auseinandergesetzt. Professor Kiesel ist in Ramat Gan in Israel und Frankfurt am Main aufgewachsen. Nach dem Abitur studierte er Soziologie und Erziehungswissenschaften in Jerusalem, Frankfurt und Heidelberg. In Erfurt übernahm er eine Professur für Interkulturelle und internationale Pädagogik sowie Soziale Arbeit und ist seit 2016 wissenschaftlicher Direktor der Bildungsabteilung des Zentralrats der Juden in Deutschland.

Ein klares Zeichen gegen Hass und Hetze

"Ein klares Zeichen gegen Hass und Hetze" war das Thema am 19. März um 19 Uhr im Haus an der Marktkirche. Zum Vortrag und Gespräch kam der rheinland-pfälzische Beauftragte für jüdisches Leben und Antisemitismusfragen, Dieter Burgard, nach Wiesbaden. Im Mai 2018 wurde er als erster in Deutschland in dieses Amt berufen. Dieter Burgard ist seit 1989 in der Gedenkarbeit aktiv, seit über 20 Jahren Vorsitzender des Fördervereins Gedenkstätte KZ Hinzert und seit 2001 Vorsitzender der Landesarbeitsgemeinschaft der Gedenkstätten und Erinnerungsinitiativen zur NS-Zeit in Rheinland-Pfalz sowie seit 2002 Mitglied des Wissenschaftlichen Fachbeirates und des Kunst- und Kulturbeirates zur Gedenkarbeit der Landeszentrale für politische Bildung.

Abend der Begegnungen

Im Mittelpunkt des traditionellen "Abends der Begegnung" am 21. März um 18 Uhr in der Jüdischen Gemeinde standen Vortrag und Gespräch mit Rabbiner Jehoschua Ahrens. Er ist einer der Verfasser der Erklärung orthodoxer Rabbiner zum Christentum "Den Willen unseres Vaters im Himmel tun". Der Text war die Grundlage des Gesprächs mit ihm. Nach einer Karriere als Marketing Manager machte er eine Rabbinerausbildung in Israel. Seit seinem Master-Abschluss an der Cambridge University promovierte er an der Universität Luzern und engagiert sich europaweit in mehreren Gremien und Kontexten für den jüdisch-christlichen Dialog. Nach der anschließenden Besichtigung der Synagoge mit Informationen zur Jüdischen Gemeinde waren alle eingeladen, bei israelischem Wein und Speisen vom Büfett miteinander ins Gespräch zu kommen.

Abschluss mit einem Konzert

Das Konzert zum Abschluss der Woche der Brüderlichkeit fand am 24. März um 17 Uhr im Festsaal des Rathauses statt. Auf "50 Klangfarben Palisander" ließ der Marimbaphonvirtuose Alex Jacobowitz Werke klassischer Komponisten ebenso wie jüdische und israelische Lieder erklingen. Alex Jacobowitz wurde 1960 in New York geboren. Während des Studiums an der Ithaca School of Music in New York verliebte er sich in den besonderen Klang des Xylophons. Nach einem Jahr mit dem Jerusalem Symphony Orchestra ließ Alex Jacobowitz das Leben als Orchestermusiker hinter sich und ist seither auf der ganzen Welt als Solist tätig. 

Anzeigen