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Leben in Wiesbaden

Monitorampel

Es gibt nun aufgrund der Corona-Pandemie eine Monitorampel für Wiesbaden und den Rheingau-Taunus-Kreis.

Bereits am 6. Mai 2020 hatten die Bundeskanzlerin und die Regierungschefs der Länder verabredet, dass die Länder sicherstellen, dass in Landkreisen und kreisfreien Städten mit kumulativ mehr als 50 Neuinfektionen pro 100.000 Einwohner innerhalb der letzten sieben Tage sofort ein konsequentes Beschränkungskonzept umgesetzt wird. Sollte es sich bei einem Hotspot um eine klar zu lokalisierende und eingrenzbare Einrichtung handeln - zum Beispiel eine Gemeinschaftseinrichtung wie ein Alten- und Pflegeheim - kann das Beschränkungskonzept nur diese Einrichtung umfassen und wird aus der Zahl der Obergrenze für Neuinfektionen herausgerechnet.

Für viele Landkreise und kreisfreien Städte ist diese Zahl zu hoch. Das sehen zum Beispiel auch der Freistaat Bayern und das Land Berlin so. In Bayern wurde der Schwellenwert am 19. Mai auf 35 Neuinfektionen pro 100.000 Einwohner reduziert, der ursprünglichen Empfehlung des Bundesgesundheitsministeriums, in Berlin gibt es ein abgestuftes Ampelkonzept. Eine Sieben-Tage-Inzidenz von 50 würde für Wiesbaden rund 145 Neuinfektionen in einer Woche bedeuten. So viele neue Fälle gab es zu keinem Zeitpunkt der Pandemie in Wiesbaden. Die Zahl 35 - das entspricht rund 100 neuen Fällen in einer Woche - ist auch für Wiesbaden maßgebend für alle weiteren Entscheidungen und selbst diese Schwelle will man klar unterschreiten. Um bereits vor Erreichen dieser kritischen Grenze eine kontinuierliche Lageeinschätzung auf lokaler Ebene zu erhalten, braucht Wiesbaden ein Frühwarnsystem, das sie in die Lage versetzt, rechtzeitig zu agieren.

Zur Erarbeitung eines solchen "Frühwarnsystems" hat der Verwaltungsstab der Landeshauptstadt Wiesbaden eine Arbeitsgruppe bestehend aus dem Ärztlichen Direktor der Helios Dr. Horst-Schmidt-Kliniken, der Leiterin des Gesundheitsamtes sowie dem Ärztlichen Leiter des Rettungsdiensts der Berufsfeuerwehr Wiesbaden eingesetzt, die binnen einer Woche ein Ampelsystem erarbeitet haben, das aus einer gestuften Betrachtungsweise unter Einbeziehung der Reproduktionszahl, der Zuwachsrate sowie der Inzidenz je 100.000 Einwohner in sieben Tagen sowie der sofort zur Verfügung stehenden Intensivbetten besteht. Die Zusammenfassung der Beurteilung ergibt sich aus einem sich permanent aktualisierenden „Dashboard“ als technischer Umsetzung.

Der Verwaltungsstab der Landeshauptstadt Wiesbaden hat in seiner Sitzung am 20. Mai beschlossen, das Ampelsystem zur Grundlage kommunaler Entscheidungen in der Landeshauptstadt zu machen. Das Ampelsystem wurde in einer Skype-Konferenz der Arbeitsgruppe Kliniken präsentiert, die das Modell einstimmig als Handlungsgrundlage empfahl.

Wiesbaden und der Landkreis hessenweit Vorreiter

Es ist absolut notwendig, in dieser Frage im Versorgungsgebiet einheitlich vorzugehen, zumal viele Bürgerinnen und Bürger des Rheingau-Taunus-Kreises traditionell von den klinischen Strukturen der benachbarten Landeshauptstadt mitversorgt werden. Auch in Wiesbaden zeigte man sich hoch erfreut, dass damit ein Steuerungssystem für die Landeshauptstadt und den Rheingau-Taunus-Kreis zur Verfügung stehe. Damit sind Wiesbaden und der Landkreis hessenweit Vorreiter. Von der hessischen Landesregierung ist bis heute kein eigener Vorschlag für die Umsetzung des Sieben-Tage-Inzidenzwertes für Hessen vorgelegt worden, obwohl die entsprechenden politischen Verabredungen der Ministerpräsidenten mit der Bundeskanzlerin bereits vom 6. Mai stammen.

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