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Leben in Wiesbaden

Carol-Nachman-Preis - Preisträger 2012

Der Carol-Nachman-Preis geht im Jahr 2012 an Professor Paul Emery.

Professor Paul Emery ist Professor of Rheumatology and Head of the Division of Musculoskelettal Diseases, Leeds Instituts for Molecular Medicine, University of Leeds und Director of the Leeds Biomedical Research Unit, and Leeds Teaching Hospital Trust.

Professor Emery hat bereits vor zwei Jahrzehnten das Therapiekonzept entwickelt, Patienten mit einer rheumatoiden Arthritis sowie so früh wie möglich in einem Stadium der Früharthritis zu therapieren. Mit diesem Konzept verbunden war ein Paradigmawechsel in der Therapie der rheumatoiden Arthritis, nämlich die althergebrachte Therapiepyramide mit einer der jeweiligen Krankheitsaktivität angepassten Medikation durch eine früh und aggressiv einsetzende Therapie zu ersetzten. Mit diesem neuen Therapiekonzept war es möglich in einem signifikanten Prozentsatz von Patienten eine niedrige Krankheitsaktivität bzw. Remissionen der Erkrankungen zu erzielen. Diese Zielsetzung wurde besonders deutlich mit der Entwicklung neuer Therapieprinzipien mit der zur Verfügungstellung biologisch aktiver Substanzen wie monoklonale Antikörper gegen den Tumornekrosisfaktor alpha.

Remissionen wurden früher, außer seltenen Spontanremissionen bei Patienten mit einer rheumatoiden Arthritis, nicht beobachtet. Mit den jetzt zur Verfügung stehenden Möglichkeiten Patienten in den Zustand einer Remission zu therapieren, war es folgerichtig von Prof. Emery und seinen Mitarbeitern, eine neue und notwendige Definition der Remission bei der rheumatoiden Arthritis zu entwickeln. So wird eine klinische von einer bildgebenden Remission unterschieden, wobei eine Vollremission durch einen Stopp der radiographischen Veränderungen in den Gelenken mit einer gleichzeitigen Remission des medizinischen Krankheitsbildes definiert ist.

Um das Frühstadium einer rheumatoiden Arthritis besser zu erfassen und zu definieren, wurden von Paul Emery und seinen Mitarbeitern bildgebende Verfahren zum Teil entwickelt und zum Teil aus anderen medizinischen Bereichen adaptiert. So ist dem Kliniker heute die Möglichkeit gegeben, mit einem Kernspin- oder auch Ultraschall-Untersuchungen sehr früh gelenkdestruierende Prozesse nachzuweisen, uns so prognostische Faktoren zu entwickeln.

Im Bereich der Therapie hat Prof. Emery mit seinen Beiträgen im Bereich der Entwicklung neuer Therapieprinzipien, und hier besonders der Entwicklung und Anwendung neuer biologisch wirksamer Medikamente, eine Pionierleistung erbracht. So hat eine Reihe von Studienprotokollen entworfen und als Principle Invesigator eine Vielzahl von internationalen Therapiestudien nicht nur bei der rheumatoiden Arthritis, sondern auch bei der Spondylarthritis, dem Morbus Bechterew und bei der Psoriasis Arthritis durchgeführt.

Ebenfalls im Sinne einer Verbesserung der sozioökonomischen Verhältnisse von Patienten mit einer rheumatoiden Arthritis sind die Beiträge von Professor Emery die eindeutig zeigen, dass mit dem Einsatz neuer biologisch wirksamer Medikamente eine Verbesserung der Arbeitsmöglichkeiten und des damit verbundenen krankheitsbedingten Verlustes der Arbeitsfähigkeit gegeben ist.

Professor Paul Emery ist neben der Leitung eines der bedeutendsten Zentren für Rheumatologie in Europa aktiv in unterschiedliche nationale und internationale Gremien involviert. So war Paul Emery von 2007 bis 2009 Präsident der EULAR, derzeit ist er als Past-President der EULAR aktiv.

Sein Publikationsverzeichnis umfasst mehr als 400 Originalpublikationen in nationalen und vorwiegend internationalen Journalen.

Aufgrund seiner Beiträge zur Pathogenese, Therapie und der Entwicklung neuer Parameter zur Beobachtung von rheumatischen Erkrankungen hat Prof. Paul Emery ohne jeden Zweifel einen signifikanten Beitrag zu einer Verbesserung der Behandlungsmöglichkeiten rheumatologischer Krankheitsbilder geschafft. Er ist ohne jeden Zweifel ein überaus würdiger Kandidat für den Carol-Nachman-Preis.

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