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Leben in Wiesbaden

Ruhige Gebiete

Lärm gehört in einer Stadt zum Leben dazu, aber Ruhe ist unverzichtbar für die Lebensqualität. Im Rahmen einer Masterarbeit im Juli 2015 unter Betreuung durch das Umweltamt sowie die Hoch­schule Rhein-Main wurden "ruhige Gebiete", "relativ ruhige Gebiete" und "Entwicklungsgebiete" in Wiesbaden identifiziert.

Die "Ruhigen Gebiete" werden im Zusammenhang mit der EU-Umgebungs­lärm-Richt­linie als besonders schützens­wert hervor­gehoben, wurden aber bislang in der praktischen Umsetzung der Lärm­minderungs­planung nicht berück­sichtigt. Ziel der Landes­haupt­stadt Wiesbaden ist der Erhalt und Schutz sowie die Ausweitung von ruhigen Gebieten im gesamten Stadt­gebiet von Wiesbaden, um für den Menschen Bereiche der Ruhe und Erholung zu sichern.

Anlass ist die Fest­setzung von "Ruhigen Gebieten" im Rahmen der Umsetzung der Lärm­minderungs­planung nach §§ 47a-f Bundes-Immissions­schutz­gesetz (BImSchG). Es handelt sich hierbei um einen Teil­aspekt der Umsetzung der EU-Umgebungs­lärm-Richt­linie, die in erster Linie darauf ausgelegt ist, lärm­intensive Bereiche zu identifizieren, um anschließend im Rahmen einer Aktions­planung unter Feder­führung des Regierungs­präsidiums Darmstadt entsprechende Minderungs­maßnahmen einzuleiten.

Im Juli 2015 wurde die Master­arbeit des Studenten Marius Heinisch an der Hochschule Rhein-Main zum Thema "Ruhige Gebiete" abgeschlossen. Betreut wurde die Arbeit durch das Umwelt­amt sowie die Hoch­schule Rhein-Main.

Ziel der Arbeit ist die Herleitung und Identifizierung von Struktur­typen und Merkmalen sowie ihrer räumlichen Umsetzung für ruhige Gebiete im Wiesbadener Stadt­gebiet. Es handelt sich um einen praxis­bezogenen Ansatz zur Ermittlung ruhiger Gebiete. Hierbei werden die aktuelle Flächen­nutzung als Auswahl­kriterium herangezogen, insbesondere die Belange zur Erholungs­funktion, der Landschafts­planung und der Zugänglich­keit der Flächen für die Öffentlich­keit. Zusätzlich werden die Grundlagen­daten der Lärm­kartierungen des Landes Hessen (Straße und Schiene) aus den Jahren 2007 und 2012 als akustische Auswahl­kriterien berück­sichtigt und damit die Abgrenzung der in Frage kommenden ruhigen Gebiets­bereiche vorgenommen.

Sämtliche Daten werden als geobasierte Eingangs­daten mithilfe eines geographischen Informations­systems "verschnitten" und karto­graphisch dargestellt, um ruhige Gebiete anhand von Real­nutzungs­faktoren und akustischen Kriterien identifizieren, beschreiben und ausweisen zu können.

Im Ergebnis stehen ein konkreter Vorschlag für Kriterien und Schwellen­werte für ruhige Gebiete und relativ ruhige Gebiete, 40 identifizierte ruhige Gebiete mit einer Gesamtfläche von 1.486 Hektar und eine Handlungs­empfehlung, die als Grund­lage für Ausweisung und Sicher­stellung ruhiger Gebiete dienen kann. Wohn­gebiete werden hierbei nicht berücksichtigt, da sich die Ausweisung ruhiger Gebiete nur auf allgemein öffentlich zugängliche und nutzbare Bereiche bezieht.

Die nächsten Schritte sind – nach einer Gebiets­arrondierung und einer sich anschließenden Plausibilitäts­prüfung – die Festsetzung beziehungsweise die Ausweisung von ruhigen Gebieten im Landschafts­plan sowie – in Zusammen­arbeit mit dem Regierungs­präsidium Darmstadt – im Lärm­aktionsplan. Weitere mögliche Umsetzungs­schritte sind die Berücksichtigung der ruhigen Gebiete im Rahmen der Flächen­nutzungs-, Natur­schutz- und Bauleit­planung.

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