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Leben in Wiesbaden

Jahreswetter 2017

Das zurückliegende Jahr war für direkt von den Wettereinflüssen Betroffene eine Herausforderung: Gartenbesitzer, Baustellenarbeiter, Obstbauern oder Winzer, Outdoor-Begeisterte wie auch Urlauber und Unwettergeschädigte mussten sich auf abwechslungsreiche und ungewöhnliche Wetterlagen einstellen.

Begonnen hat das Jahr mit einem Januar, der als "klirrend" kalt zu bezeichnen ist. Mit einer Abweichung von minus 1,5 Grad Celsius gegenüber dem langjährigen Durchschnittswert von einem Grad Celsius im Monatsmittel - und damit viel zu kalt - startete ein außergewöhnliches Wetterjahr. Dafür schien im Januar zweieinhalbmal so viel die Sonne wie üblich und die Niederschlagsmenge lag bei weniger als zweidrittel des normalen Monatswertes. 27 Frosttage, an denen das Temperaturminimum unter null Grad Celsius lag sowie fünf Eistage, an denen das Temperaturmaximum die Null-Grad-Marke nicht überschritt, berichten ein Übriges.

Der Februar war mit einer Abweichung von plus 3,2 Grad Celsius gegenüber dem Normalwert (Monatsmittel 2,2 Grad Celsius) einer der wärmsten Februarmonate seit zehn Jahren. So wurden auch lediglich fünf Frosttage gezählt. Legt man die Betrachtungsperiode von 1981 bis 2010 als Vergleich zugrunde, müssten es im statistischen Mittel 13,7 Tage mit Frost sein. Hier ist zu erwähnen, dass die Periode 1981 bis 2010 bereits den Effekt der deutlich gestiegenen Temperaturen umfasst. Üblicherweise wird derzeit immer noch die Normalperiode der Jahre 1961 bis 1990 im offiziellen Wettervergleich herangezogen, die deutlich kältere Jahre beinhaltet. Die Niederschläge lagen mit nur 64 Prozent des Normalwertes von 1961 bis 1990 unter dem langjährigen Durchschnitt.

Im März lag die Temperaturabweichung gegenüber dem "Normalwert" mit einem Plus von 4,3 Grad Celsius noch höher. Dies ergab ein Monatsmittel von 9,8 Grad Celsius. Damit erübrigt es sich fast zu erwähnen, dass dieser Monat – zumindest im Umfeld der Messstation - frei von Frost und Eistagen war. Der März bescherte einen frühsommerlichen Start. Seit den Aufzeichnungen im Jahr 1947, dem Jahr der Wiederaufnahme der Wetteraufzeichnungen nach dem Krieg, war dies der wärmste März. Die Niederschläge lagen dafür im Normalbereich. Die Sonnenscheindauer verzeichnete ein Plus von 61 Prozent.

Mit dem April folgte ein sehr sonniger Monat. Die Sonnenstunden lagen mit 224 Stunden um 50 Prozent über dem langjährigen Durchschnitt. Die Station verzeichnet nur einen Frosttag, Eistage gab es keine. Dafür waren die Niederschlagswerte spektakulär niedrig. Mit nur neun Milliometern Monatsniederschlag wurden nur circa 28 Prozent des üblichen Wertes erreicht. Die Vegetationszeit begann um 14 bis 16 Tage früher als üblich. In der Region hatte dies gravierende Folgen: Spätfröste, die insbesondere ab dem 20. April auftauchten, sorgten für erhebliche Schäden im Wein- und Obstanbau.

Mit dem Mai folgte ein prächtiger Wonnemonat, der drei heiße Tage mit über 30 Grad Celsius im Gepäck hatte. Mit einer positiven Abweichung von 3,4 Grad Celsius zum Normalwert ebenfalls zu warm, konnte dieser Monat mit zehn Sommertagen mit einer Temperatur über 25 Grad Celsius glänzen. Die entspricht fast eine Verdopplung der Sommertage, bezogen auf die Periode von 1981 bis 2010. Rekordverdächtig war auch der Temperatur-Spitzenwert von 33,6 Grad Celsius am 29.05.

Der Juni war ebenfalls zu warm und zu trocken. Mit 20,5 Grad Celsius im Monatsmittel lag dieser Monat um plus 3,5 Grad Celsius über dem Normalwert. Es war bislang der drittwärmste Juni seit dem Jahr 1947. Bilanz: 18 Sommertage und sechs heiße Tage. Zunächst ein gelungener Einstieg in den Hochsommer.

Auch der Juli lag mit einem Plus von zwei Grad Celsius über dem langjährigen Mittel. Dies kann aber nicht darüber hinwegtäuschen, dass nun ein Rückschlag einsetzte, von dem sich der Hochsommer nicht mehr erholte. Waren es am 19. Juli noch sehr heiße 34,2 Grad Celsius, folgte bald die Ernüchterung. Einhergehend mit Regen sanken die Temperaturen und damit auch die Sommerlaune.

Der August machte es nicht besser: Abgesehen von einer Abweichung der Temperatur um plus 1,7 Grad Celsius, war der Monat "normal" hinsichtlich der Werte, bescherte aber keinen Sommer mehr. Häufig auftretender Regen im Mittelfeld des Monats verstärkte diesen Eindruck.

Insgesamt musste man im Sommer 2017 immer vor dem Regen auf der Hut sein. Längere Perioden mit schönem und stabilen Wetter suchte man vergebens. Immerhin blieb Wiesbaden von Stürmen, Hagel oder Starkregen weitgehend verschont. Diese richteten Ende Juni und Anfang Juli mit "Paul" und "Rasmund" erhebliche Schäden in einigen Teilen Deutschlands an. Ein Unwetter in Form eines schweren Gewitters erreichte die Region am 01. August gegen 2.45 Uhr und dauerte etwa anderthalb Stunden. Die drei Wiesbadener Berufsfeuerwehren und alle freiwilligen Feuerwehren rückten zu rund 130 Einsätzen aus. Umgefallene Bäume versperrten am Morgen Verbindungsstraßen zwischen Wiesbaden und Taunusstein. Die Bundesstraßen 54 und 417 sowie die Lahnstraße wurden freigeräumt. Es kam zu Staus und langen Wartezeiten. Aufgrund des Sturmes und seiner Folgen mussten einige Bereiche in der Stadt geschlossen werden, wie etwa der Tier- und Pflanzenpark Fasanerie, wo ein Wolf von einem Baum erschlagen wurde. Alle anderen Tiere blieben unbeschadet, wie die Feuerwehr Wiesbaden berichtete.

Der September brachte keine Besserung der Situation. Mit einem Plus von 39 Prozent an Niederschlägen und ohne Sommertage war dieser Monat alles andere als sommerlich.

Der Oktober brachte dann, nach einem anfangs nassen Einstieg ab dem 12. Oktober, wieder deutliche Temperaturanstiege. Die 20 Grad Celsius-Marke wurde sogar überschritten. Die Niederschlagsmenge lag am Ende nur bei Dreiviertel des Üblichen, so dass dieser Monat eine gewisse Entschädigung für die bisherigen Enttäuschungen war.

Der November war zwar frost- und eisfrei, jedoch regnete es an 20 Tagen.

Im Dezember war es mit einem Plus von 78 Prozent weiterhin deutlich zu nass. Die Temperaturen wichen um plus 1,7 Grad Celsius vom langjährigen Mittel ab. Der Monat brachte es auf 20 Regentage. Sehr mild und erfreulicherweise trocken war der Übergang in das neue Jahr. Mit Höchsttemperaturen von bis zu 13 Grad Celsius ragte Silvester als wärmster Tag im Dezember heraus.


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