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Leben in Wiesbaden

Jahreswetter 2019

Das Jahr 2019 war im Hinblick auf das Wettergeschehen ein Rekordjahr. Deutschlandweit ist es das drittwärmste Jahr seit Beginn der offiziellen Wetteraufzeichnungen im Jahr 1881, so ließ es der Deutsche Wetterdienst (DWD) verlauten.

Für Wiesbaden bedeutet dies eine Jahresdurchschnittstemperatur von 12,1 °C (9,8°C), eine Niederschlagssumme von 529 mm (636 mm) und eine Sonnenscheindauer von 2011,6 h (1492,4 h). Die Werte in Klammern beziehen sich auf die sogenannte Normalperiode von 1961 bis 1990, die allgemein zu Vergleichszwecken heranzuziehen ist und den mittleren Zustand der Atmosphäre, also das Klima eines bestimmten Ortes charakterisieren. Darüber hinaus charakterisiern klimatologische Kenntage (heiße Tage, Sommertage, Frost- und Eistage) das Klima. Der Sommer 2019 wurde von drei ausgeprägten Hitzewellen im Juni und Juli geprägt, denen sich eine nicht ganz so intensive vierte Hitzewelle in der zweiten Augusthälfte anschloss. Die klimatologischen Kenntage beziehen sich auf jeweils eine Dekade. Vergleicht man die Werte aus dem Jahr 2019 mit Werten aus der Dekade 1961-1970 so finden sich im Jahr 2019 72 Sommertage, an denen die Temperatur die 25 Grad-Marke erreicht oder überschritten hat (gegenüber 42:  1961-1970) und 29 heiße Tage (1961-1970:  7 Tage ) an denen die Temperatur bei 30 Grad und darüber lag. Ein Winter im eigentlichen Sinne konnte im Jahr 2019 nicht festgestellt werden. Die Zahl der Frosttage, also Tage an denen das Thermometer die Null-Grad-Marke unterschreitet, lag bei 38. „Normal“ waren einmal 66 solcher Tage. Die Anzahl der Eistage an denen das Temperaturminimum die Null-Grad-Marke nicht übersteigt lag bei 4, statt 19 wie es 1961-1970 einmal war. Die Auswertung der Dekade 2011-2020, die am Anfang des nächsten Jahres vorliegt, wird den endgültig belastbaren Beweis erbringen. Doch schon jetzt ist festzustellen, der Klimawandel ist spürbar angekommen.

Der Januar war ein insgesamt unauffälliger Monat, der mit einer Durchschnittstemperatur von 2,4°C um 1,4°C über dem langjährigen Durchschnitt der Normalperiode lag. Sonne und Regen verblieben im Bereich des langjährigen Durchschnitts. Es gab 14 Tage mit Frost und drei Eistage. Schnee wurde im Rhein-Main-Gebiet zumindest an einem Tag am Flughafen Frankfurt registriert.

Im Februar war es sonnig und trocken. Es fielen nur 40 Prozent der üblichen Niederschlagsmenge von 40,9 mm, dafür gab es gegenüber dem Normalwert von 67,1 h etwas mehr als doppelt so viel Sonne. Die Durchschnittstemperatur des Monats lag bei 5,1 °C und damit um 2,9°C über dem langjährigen Durchschnitt. Spitzenwerte von bis zu 18,6°C wurden in der Zeit von 26. bis 28. Februar gemessen.

Der März war warm und sehr sonnig, teilweise dabei sehr stürmisch. Im Monatsmittel um 3,0 °C zu warm, lag das Temperaturmittel bei 8,5°C. Die Niederschläge blieben mit 43,8 mm fast genau im jährlichen Durchschnitt. Dafür gab es um 32 Prozent (Monatssumme 145,2 h) mehr Sonne.

Über einen warmen und sonnigen April, der 5 Sommertage im Gepäck hatte und Höchstwerte der Temperatur von 25 °C und darüber brachte, freuten sich vermutlich alle. Die Niederschläge lagen im langjährigen Durchschnitt des Monats (42,7 mm). Der ganze Monat war frostfrei!

Eine deutliche Änderung wurde im Mai spürbar. Der eigentliche Wonnemonat war mit 13,3° C um -0,5° C zu kühl und verzeichnete 15 Regentage. Der Gesamtniederschlag wich aber nur um +10 Prozent gegenüber dem langjährigen Durchschnitt von 55,7 mm ab. Immerhin lag der Sonnenschein mit gemessenen 225,6 h um knapp 15 Prozent über dem Durchschnitt. Es gab nur einen Sommertag mit einem Maximalwert von 25,5° am 31. Mai.

Der Juni zeigte sich hingegen von einer sehr (zu) warmen, sonnigen und trockenen Seite. 22 Sommertage und 13 heiße Tage mit einem Spitzenwert von 39,6°C am 30. Juni verdeutlichen dies. Das "durchschnittliche" Monatsmittel der Temperatur wurde um 4,9 °C übertroffen. 21,9°C im Monatsmittel sind für den Monat Juni schon eine Ansage. Deutschlandweit war es der wärmste Juni seit Beginn der regelmäßigen Wetteraufzeichnungen im Jahr 1881. Fast 50 Prozent mehr Sonne (330,7 h), dafür aber nur 47 Prozent des üblichen Niederschlags (31,7 mm) vervollständigen das Bild.

Im Juli kam es zu extremer Hitze. Mit 21,9° C im Monatsmittel war der Juli zwar "nur" so warm wie der Vorgängermonat. Er hatte aber 21 Sommertage und acht heiße Tage im "Gepäck". Am 25.Juli wurde eine Maximaltemperatur von 40°C an der Wetterstation gemessen. Dies ist die höchste an diesem Standort je gemessene Temperatur seit dem Jahr 1947. Immerhin verblieben mit 55,6 mm noch 84 Prozent der monatsüblichen Niederschlagsmenge. Die Sonne schien 279,9 h, das sind 34 Prozent mehr als üblich.

Der August war sehr warm und trocken. Im August gab es zudem eine abgeschwächte letzte Hitzewelle des Jahres, die ab dem 24. August bis zum Ende des Monats noch für Temperaturen jenseits der 30° C Marke sorgte. Der Maximalwert des Monats lag am 27. August bei 33,1°C. Das Monatsmittel von 21,1°C weicht um +3,1° C vom langjährigen Mittel ab, es gab 28 Prozent mehr Sonne (250,8 h) und 26 Prozent weniger Niederschläge (46,8 mm) als üblich.

Es folgte ein warmer, etwas zu trockener September von insgesamt durchschnittlichem Charakter. Ein schöner Spätsommermonat, um 1,5°C zu warm (Durchschnittstemperatur = 16,1° C). Mit 28,6°C wurde es am 15. September sogar noch einmal sommerlich warm. Insgesamt gab es drei Sommertage und 12 Niederschlagstage. Mit 44 mm Niederschlag, das entspricht 89 Prozent vom langjährigen Mittel, war der Monat etwas zu trocken. Dafür gab es 34 Prozent mehr Sonne.

Der Oktober war ziemlich nass. Die Durchschnittstemperatur lag bei 11,7°C, das sind 1,7° C mehr gegenüber dem langjährigen Mittel. Sommertage gab es keine, dafür Regen an 19 Tagen und ein Niederschlagsplus von 41 Prozent gegenüber dem Normalwert von 48,1 mm. Damit wurde auch das Ende der gut zweijährigen Trockenperiode in Hessen eingeleitet. Die Sonnenscheindauer lag mit 94 Prozent, das entspricht 88,6 h, knapp unter dem Durchschnittswert des Monats.

Es folgte ein November, der mit 1,4°C über dem Durchschnitt lag. Somit wurden im Monatsmittel 6,3°C erreicht und damit für heutige Begriffe eines sich ändernden Klimas "normale" Werte. Am 2. November wurden mit 17,7° C die höchsten Temperaturwerte gemessen. Bei -0,4 °C lag am 21. November das absolute Temperaturminimum. Die Niederschläge verzeichneten mit 36,4 mm ein Minus von 36 Prozent. Immerhin fiel der Regen gut verteilt an 17 Tagen. Die Sonne zeigte sich mit 46,9 h im durchschnittlichen Bereich.

Ein milder und sonniger Dezember bildete den Abschluss eines allzu warmen Jahres. Mit 4,5 ° C im Monatsmittel und damit um +2,4 °C zu warm sowie unterdurchschnittlichen Niederschlägen von 29,3 mm, das sind 47 Prozent weniger als üblich, fiel der Schnee an Weihnachten aus. Die Weihnachtstemperaturen lagen teilweise bei um die 10° C. Dafür gab es 57,6 h Sonne, 54 Prozent mehr als üblich.


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