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Leben in Wiesbaden

Jahreswetter 2020

Das Jahr 2020 war deutschlandweit das zweitwärmste Jahr seit dem Beginn der flächendeckenden Wetteraufzeichnungen im Jahr 1881, so teilte es der Deutsche Wetterdienst mit. Auch war es im Jahr 2020 deutlich zu trocken und sehr sonnenreich. Blickt man auf die Dekade 2011-2020 zurück, so trifft man auf das wärmste Jahrzehnt seit Beginn der Wetteraufzeichnungen.

Im Jahr 2020 war es mit 12,7°C im Durchschnitt deutlich zu warm (Normalwert 9,8°C, Normalperiode 1961 bis 1990) und deutlich zu trocken. Mit 483,5 mm fielen nur 76 Prozent des üblichen Jahresniederschlages im Vergleich zur Normalperiode. Dafür lag die Sonnenscheindauer mit 2054,6 Sonnenstunden um knapp 38 Prozent deutlich über dem Durchschnitt.
Die Trockenheit erstreckt sich mittlerweile über das dritte Jahr in Folge und hat gebietsweise dramatische Auswirkungen auf die Vegetation. Nicht nur die Landwirtschaft auch der Wald ist in erheblichem Ausmaß von der Trockenheit betroffen, mit teils katastrophalen Ausmaßen. Auch die Stadtbäume geraten erheblich unter Druck, was die Anforderungen an ein sich änderndes Klima betrifft. Immer mehr Baumarten, die bislang nach Ansicht der Fachleute über gute Anpassungseigenschaften verfügen, geraten infolge von Trockenschäden auf die Verliererseite des Klimawandels und müssen so aus dem Bestand genommen werden. Dass hierbei nicht nur einheimische Spezies und Sorten vertreten sind, sondern auch jene, die als anspruchslose und klimaangepasste Vertreter seitens der Grünflächenämter ausgewählt wurden, verdeutlicht den Ernst der Lage. Neben der Trockenheit verschärfen Schädlinge und häufiger auftretende Krankheiten die Situation erheblich.

Die Wettermonate im Einzelnen:
Januar

Zu warm und zu trocken, damit wäre die Geschichte des Januars 2020 eigentlich schon erzählt, wenn es nicht noch ein paar Besonderheiten gäbe. Nur ein Tag mit Dauerfrost, also ein einziger Tag mit einem Temperaturmaximum unter Null Grad Celsius (Eistag) und nur acht Frosttage (Temperaturminimum unter Null Grad). Normal sind in der Region Rhein-Main eigentlich sieben Eis- und 25 Frosttage. Mit einer Durchschnittstemperatur von 4,3°C war der Januar um 1,0°C im Vergleich zu dem langjährigen Mittel der Normalperiode 1961 bis 1990 zu warm. Niederschläge fielen nur 56 Prozent der üblichen Menge. Dafür gab es um 50 Prozent mehr Sonnenschein.

Februar
Stürmisch und regnerisch und in weiten Teilen zu mild, kam der Februar daher. Mit 6,4°C im Monatsdurchschnitt und damit um 2,2°C zu warm, reihte sich der Monat in die Reihe der zu warmen Februarmonate der vergangenen 10 Jahre ein. Auch 2019, 2017, 2016 und 2014 war es zu warm. Mit einem Temperaturmaximum von 17,4°C zeigte sich am 16. Februar ein Wärmeinbruch. Tage zuvor, in der Nacht vom 9. auf den 10. Februar zog ein Sturmtief namens Sabine durch das Land, das einigen Schaden in der Rhein-Main-Region hinterließ. Die Niederschläge lagen bei 186 Prozent des monatsüblichen und mit insgesamt 76,3 mm somit deutlich über dem Monatsdurchschnitt von 40,9 mm.

März
Zu warm, aber dennoch frostig und sehr sonnig, zeigte sich der März. Mit 7,9°C im Monatsmittel und damit um 2,4°C zu warm war dieser Monat. In der zweiten März-Hälfte sorgte eine Hochdruckwetterlage für kühle Luftmassen aus Ost- und Nordeuropa, die am Monatsende Tiefsttemperaturen von bis zu -1,7°C brachten. Die Niederschläge lagen bei 71% des Normalwertes, dafür gab es ein deutliches Plus von 72 Prozent an Sonnenstunden.

April
Warm, extrem sonnig und zu trocken war dieser sehr schöne April und konnte damit den tristen Pandemie-Alltag etwas aufheitern. Fast 306 Stunden, das ist doppelt so viel Sonnenschein wie normal (im Vergleich zur Normalperiode 1961-1990), brachte dieser Monat. Mit 4,2 °C über dem langjährigen Mittel lag die Durchschnittstemperatur bei 13,6°C. Es gab 4 Sommertage mit maximalen Temperatur-Werten von über 25 °C. Der April wird von Meteorologen mittlerweile als Indikator für den Klimawandel herangezogen. Zu warm und zu trocken, eine Aussage die sich in den letzten 15 Jahren für diesen Monat häufte. Dafür wird der früher so launische April immer beständiger. Diesmal kamen auch nur 25 Prozent der üblichen Niederschlagsmenge, 10,4 von normalerweise 41,3 mm, am Boden der Messstation an.

Mai
Sehr sonnig und viel zu trocken. Das hatten wir doch gerade! Ja, nur temperaturmäßig war der Mai eher durchschnittlich. Mit 15°C im Monatsmittel, lag der Mai um 1,2°C über dem langjährigen Durchschnitt. Unterdurchschnittlich war dafür die Niederschlagsmenge. Mit 55 Prozent lag sie nur knapp über der Hälfte des monatsüblichen. Ansonsten gab es ein Auf- und Ab der Temperaturen mit immerhin sieben Sommertagen, die Temperaturmaxima von 25 °C und mehr brachten.

Juni
Warm und sonnig, insgesamt gemäßigt, wäre da nicht die Trockenheit. Nur 72 Prozent des Normalwertes kamen am Boden als Regenniederschlag an. Angesichts der anhaltenden Trockenheit seit ungefähr drei Jahren ist das deutlich zu wenig. Mit 19,3 °C im Monatsmittel lag die Temperatur um 2,3° C über dem langjährigen Durchschnitt. 16 Sommertage (Tmax >25 °C), vier heiße Tage (Tmax > 30°C) und fast durchgängiger Sonnenschein haben die Auswirkungen der Corona-bedingten Einschränkungen etwas erträglicher werden lassen.

Juli
Viel zu trocken, heiß und sonnig stellte sich der Juli dar. Mit einer Durchschnittstemperatur von 21,2 °C lag auch dieser Monat über dem Durchschnitt (+ 2,6 °C). Es gab 35 Prozent mehr Sonne als üblich und dafür kaum Niederschläge. Lediglich etwas mehr als 9 Prozent des üblichen Niederschlages kamen an der Station an. Den heißesten Julitag konnte man mit 35,9 °C am 31. Juli erleben.

August
Heiß und sonnig, Niederschläge im Soll. Mit 22,7°C lag die Monatsmitteltemperatur im August um 4,7 °C über dem langjährigen Durchschnitt. Der Höchstwert wurde mit 37,4 °C am 9.08. erreicht und lag damit nahe am Spitzenwert vom 12.08.2003 mit 38,5°C. Es gab elf heiße Tage mit Werten von 30°C und mehr sowie 23 Sommertage. Die Niederschläge kamen annähernd punktgenau auf 100 Prozent. Damit wurde die Phase anhaltender Trockenheit, zumindest was die Niederschläge betrifft, erst einmal beendet. Die trockenen Böden hatten nur bedingt etwas davon, viel zu tief ist die Trockenheit bereits vorgedrungen.

September
Warm, sonnig und deutlich zu trocken. Schon wieder! Mit nur 32 Prozent des monatsüblichen Niederschlages und damit viel zu trocken kam auch der September daher. Dafür gab es 15 Sommer- und drei heiße Tage. Die Durchschnittstemperatur lag bei 17,7°C, das entspricht einem Plus von 3,1 °C gegenüber dem langjährigen Mittel.

Oktober
Wenig Sonne und viel Regen. Einen grundlegenden Wechsel läutete der Oktober ein. Mit einer Durchschnittstemperatur von 11,7 °C und damit „nur“ um 1,7 °C wärmer als das langjährige Mittel angibt, war der Oktober dennoch ein insgesamt trüber Monat. Nur 62 Prozent der üblichen Sonnenstunden und 16% mehr Regen trugen hierzu bei. Insgesamt gab es 26 Tage mit Regen, die einen gewissen Ausgleich für die lange Trockenheit sorgten.

November
Sonnig, trocken und damit schon wieder zu wenig Niederschlag. Nur 20 Prozent des für die Vegetation so wichtigen Regens kamen in diesem Monat an. Dafür war es Anfang November, genauer gesagt am 2. November, mit einem Temperatur-Maximum von 23 °C rekordverdächtig warm. Laut dem Deutschen Wetterdienst war dies der wärmste aufgezeichnete Novembertag bislang. Die Monats-Durchschnittstemperatur lag bei 7,4 °C und damit um 2,5 °C über dem langjährigen Durchschnitt. Mit 89 Sonnenstunden gab es doppelt so viel Sonne als es in diesem eher grauen Monat üblich ist.

Dezember
Mild und regnerisch, wenig Sonne. Im Dezember war er wieder da, der dringend benötigte Regen. Es regnete an 26 Tagen und brachte damit 93 Prozent mehr Niederschlag als üblich. Mit einer Durchschnittstemperatur von 5,0 °C war es in diesem Dezember um 2,1 °C zu warm. Zudem verhinderte ein Temperaturanstieg mit einem Maximum von 14,8 °C am 22. Dezember weiße Weihnachten. Dafür wurde es am 26. Dezember deutlich kälter (Tmin -0,2°C). Ansonsten war es insgesamt eher trübe und es wurden nur 53 Prozent des üblichen Sonnenscheins erreicht.


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