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Leben in Wiesbaden

Umwelt-Tipp Juli: Schön, aber Achtung! Giftpflanzen im Garten

Wunderschön sehen sie aus und zählen mit ihren dekorativen Blüten zu den beliebten Gewächsen in vielen Gärten, und Blumenkübeln: Goldregen, Engelstrompete, Wunderbaum, Fingerhut, Blauer und Gelber Eisenhut, Maiglöckchen, Seidelbast und Pfaffenhütchen. Doch sie alle sind ausgesprochen giftig.

Schon der Verzehr von geringen Pflanzenmengen kann zu tödlichen Vergiftungen führen. Wussten Sie, dass auch der als Heckenpflanze gern verwendete Lebensbaum (Thuja) giftig ist? Schon ein paar junge Triebspitzen oder einige der kleinen Zapfen reichen aus, um starke Vergiftungsreaktionen auszulösen.

Vor allem kleine Kinder sind gefährdet, denn sie beschnuppern und befühlen interessiert Pflanzen und Früchte, die gut riechen und verlockend aussehen. Besonders bunte Beeren, rot, schwarz, glänzend oder sogar lila, wie die Früchte des Liebesperlenstrauches, landen beim Spielen und Entdecken im Kindermund. Daher stehen Vergiftungen durch Pflanzen nach den Haushaltschemikalien und Arzneimittel an dritter Stelle der jährlichen Vergiftungsunfälle bei Kindern.

Naturnahe Gartengestaltung mit giftigen Pflanzen?

Trotz der potentiellen Gefahr, die von Giftpflanzen ausgeht, wäre es schade, giftige Pflanzen ganz aus unseren Gärten zu verbannen. Viele der für uns giftigen Pflanzen sind Lebensraum und eine besondere Nahrungsquelle für Insekten und Vögel. Ein Beispiel ist die Eibe. Sie wurde in Europa fast ausgerottet, weil sich Pferde oft an Bäumen vergifteten die den Wegrand säumten, dazu kam die intensive Nutzung des Eibenholzes im Mittelalter. Mittlerweile steht sie in Deutschland auf der Roten Liste der gefährdeten Arten (Gefährdungsklasse 3: gefährdet). Bedauerlich, denn für über 25 Vogelarten ist die immergrüne Eibe ein hervorragender Nahrungslieferant. Ebenso lassen sich einige Kleinsäuger, darunter auch der Siebenschläfer, den süßen Samenmantel der Eiben gut schmecken. Für die naturnahe Gartengestaltung ist sie eine hervorragende Alternative zu Thuja, Kirschlorbeer & Co., denn sie ist heimisch, immergrün, dichtwachsend und besonders schnittverträglich. Ebenso sind giftige Pflanzen wie Heckenkirsche, Efeu, Fingerhut oder Maiglöckchen im naturnahen Garten eine Bereicherung für das menschliche Auge und die Artenvielfalt.

Gefahr erkannt – Gefahr gebannt!

Lernen Sie die giftigsten Pflanzen kennen, die Ihnen in Garten und Natur begegnen! Die Antworten auf Fragen wie "Ist das giftig? Und wie sehr?" können helfen das Risikopotential von Pflanzen besser einzuschätzen und notfalls bei Vergiftungen die richtigen Schritte einzuleiten.

Das Bundesministerium für Umwelt, Naturschutz und nukleare Sicherheit, hat im Jahr 2000 die offizielle Liste giftiger Pflanzen überarbeitet und veröffentlicht. Das PDF finden Sie im Downloadbereich. Dort finden Sie die ebenso hilfreiche Broschüre des Bundesinstitutes für Risikobewertung (BfR), die Ihnen die wichtigsten Giftpflanzen mit Bild und Steckbrief vorstellt.

In einem Garten, in dem kleine Kinder unbeaufsichtigt spielen, sollte jedoch möglichst auf giftige Sträucher und Stauden verzichtet werden. Ebenso an Spielplätzen. Am besten schützt man Kinder, indem man sie auf die Gefahren aufmerksam macht und ihnen zeigt, welche Pflanzen giftig und welche ungefährlich sind. Ältere Kinder können lernen, nichts zu essen, was sie nicht vorher einem Erwachsenen gezeigt haben. Übrigens: Auch in der freien Natur und selbst unter den Topfpflanzen im Haus gibt es giftige Vertreter. Dazu gehören beispielsweise Weihnachtsstern, Gummibaum, Dieffenbachie, Korallenbäumchen und das Alpenveilchen.

Die Nummer für den Notfall

Das Giftinformationszentrum (GIZ) der Länder Rheinland-Pfalz und Hessen an der Universitätsmedizin in Mainz bietet für alle Anrufer unter der Rufnummer 06131-19240 rund um die Uhr professionelle und ärztliche Beratung bei Vergiftungen aller Art.

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