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Umwelt-Tipp Juni: Mitmachen beim Insektenschützen. Jeder Beitrag zählt.

Insekten sind für unsere Ökosysteme und uns Menschen unverzichtbar. Doch sowohl die Masse als auch die Vielfalt der Insekten sind in den letzten Jahrzenten dramatisch zurückgegangen. Was wir tun können, um sie zu schützen.

Kleine Tiere – große Wirkung

Aufgrund ihres Artenreichtums, ihrer enormen Masse und ihrer vielfältigen Spezialisierungen spielen Insekten eine tragende Rolle in den Ökosystemen. Über die Hälfte aller Vögel ist auf Fluginsekten als Nahrungsquelle angewiesen, 80 Prozent aller Pflanzen werden von den fliegenden Sechsbeinern bestäubt – auch Nutzpflanzen, die Grundlage unserer Ernährung. Weiterhin tragen Insekten entscheidend dazu bei, dass unsere Böden fruchtbar und unser Wasser sauber bleiben. Ohne sie würden die Stoffkreisläufe in der Natur zusammenbrechen.

Dramatischer Insektenschwund

Weltweit sind bisher eine Million verschiedene Insektenarten wissenschaftlich beschrieben worden. In Deutschland gibt es etwa 33.000 Insektenarten. Eine große Vielfalt, doch ihre Zahl geht mehr und mehr zurück. Seit 1989 ist die Biomasse von Fluginsekten in deutschen Naturschutzgebieten bis zu 80 Prozent zurückgegangen. Auch die Artenvielfalt ist massiv gefährdet. Die Ursachen für das Insektensterben sind vielfältig. Fachleute machen mehrere Faktoren dafür verantwortlich: der Verlust von Lebensräumen durch Siedlungen und Verkehrsflächen, die Lichtverschmutzung in und um Siedlungen, aber vor allem die intensive Landwirtschaft mit dramatisch zunehmenden Monokulturen und dem Einsatz von Pflanzenschutz- und Düngemitteln.

So helfen wir den Insekten

Um die Vielfalt der Insekten zu schützen, braucht es unseren Einsatz auf mehreren Ebenen:

  • Mehr ungefüllte Blühpflanzen säen oder anpflanzen – im Garten, Vorgarten, Blumenkübel oder auf dem Balkon ... 
    Zahlreiche Insekten brauchen zum Überleben möglichst viele Blühflächen. Entscheiden Sie sich daher für mehr Wildpflanzen im Garten, Vorgarten oder auf dem Balkon. Pflanzen Sie heimische Stauden und sähen sie Blühpflanzen aus, die offene, statt üppig gefüllter Blüten haben. Denn nur diese bieten Bestäubern Nahrung. Besonders wertvoll sind großflächige Blühstreifen oder Blühwiesen, die maximal zwei Mal im Jahr gemäht werden. So entwickeln sie sich zu einer artenreichen Futterquelle für unsere heimischen Insektenarten. Dulden Sie zudem Ecken mit Brennnesseln: Ohne Brennnesseln können schöne Schmetterlinge wie Tagpfauenauge, Kleiner Fuchs, Landkärtchen und Admiral nicht überleben.
  • Quartiere und Nisthilfen für Wildbienen und andere Insekten anbieten
    Mit dem zunehmenden Schwinden der natürlichen Lebensräume fehlen auch geeignete Nistmöglichkeiten für die Insekten. Ein möglichst strukturreicher Garten mit unterschiedlichen Lebensräumen bietet hierfür viele Möglichkeiten. Für einige Arten der besonders geschützten Wildbienen kann man zusätzlich auch künstliche Nisthilfen anbieten. Sie lassen sich in verschiedenen Ausführungen fertig kaufen oder selbst herstellen. Zahlreiche Bücher, Broschüren und Internetplattformen geben hierzu Anregungen. Auch ein mit Sand gefüllter Kübel kann Insekten helfen, einen geeigneten Lebensraum zu finden.
  • Naturnah gärtnern, statt mit der chemischen Keule
    Naturnahes Gärtnern bedeutet, nicht nur an die Pflanzen zu denken, sondern auch an die tierischen Bewohner und damit auf chemische Pflanzenschutzmittel zu verzichten. Das setzt voraus, dass man weiß, was Pflanzen gesund erhält. Besonders wichtig sind dabei der richtige Standort, der richtige Boden und der richtige Nachbar.
  • Wasserstellen für Insekten einrichten
    Hitzesommer machen auch den Insekten zu schaffen. Eine flache Schüssel, ein Blumentopf-Untersetzer oder ein Suppenteller eignen sich hervorragend als Insektentränke. Allerdings sollte den Tieren mit Landeplätzen aus Steinen und etwas Moos immer ein gefahrloser Zugang zum Wasser ermöglicht werden. Das Wasser wird übrigens nicht nur als Durstlöscher, sondern auch zum Bau von Nestern benötigt. Manche Wildbienen brauchen zum Beispiel feuchten Lehm, um Brutzellen und Nesteingänge zu „mauern“.
  • Lebensmittel aus ökologischem Anbau kaufen
    Achten Sie beim Einkauf von Lebensmitteln auf deren Produktionsweise und geben sie ökologisch angebauten Produkten aus der Region den Vorzug. So unterstützen Sie Landwirte, die auf den Einsatz von chemischen Pflanzenschutz- und Düngemitteln verzichten und sich für Bestäuber und für eine vielfältige Land(wirt)schaft einsetzen.
  • Imkerhonig aus Deutschland kaufen
    Denn: Honig kann man importieren, Bestäubung nicht!
  • Eine Insekten-Patenschaft übernehmen
    Helfen Sie mit einer Insekten-Patenschaft gegen das Insektensterben vorzugehen. Zahlreiche Naturschutzorganisationen bieten diese an, zum Beispiel NABU e.V., Naturefund e.V., Bienenweide e.V. u.a. Der Patenbeitrag in Form einer zweckgebundenen Spende unterstützt konkrete Insektenschutz-Projekte, wie zum Beispiel die Anlage von Wildblumenwiesen auf Ackerrandstreifen.
  • Ausgediente Handys zugunsten von Hummel, Biene und Co sammeln
    Über das vom NABU e.V. organisierte Projekt "Handys für Hummel, Biene und Co." gehen ausgediente Handys an das Mobilfunkunternehmen Telefónica Deutschland Group. Ein Teil des Erlöses aus Recycling und Wiederverwendung der Altgeräte fließt in den NABU-Insektenschutzfonds. Damit werden beispielsweise Ackerflächen und Wiesen durch die NABU-Stiftung Nationales Naturerbe gekauft und als Lebensraum für Insekten gesichert. Die Handy-Sammlung im städtischen Umweltladen Wiesbaden (Luisenstraße 19) unterstützt dieses NABU-Projekt.
  • Zählen was zählt! Mitmachen beim "Insektensommer"
    Jedes Insekt zählt! Zählen Sie mit und sammeln Sie Daten für die Artenvielfalt. Egal ob Blattlaus, Fliege oder Schmetterling ­– jeder Sechsbeiner, den Sie innerhalb einer Stunde im Umkreis von zehn Metern entdecken, kann während der beiden Aktionszeiträume vom 03. bis 12. Juni 2022 und vom 5. bis 14. August 2022 gemeldet an die Veranstalter der Gemeinschaftsaktion NABU e.V., LBV e.V. und naturgucker.de gemeldet werden. Jede Beobachtung hilft mehr darüber zu erfahren, wie es den Bienen, Hummeln und Schmetterlingen bei uns geht.
  • Online-Petitionen zum Schutz der Insekten starten oder unterzeichnen
    Sagen Sie Politikern und Menschen, was Sie zum Schutz der Insekten verändern wollen, indem Sie eine entsprechende Petition starten. Oder unterzeichnen Sie laufende Petitionen. Mögliche Plattformen sind: openpetition.de, change.org, epetitionen.bundestag.de, campact.de

Die Landeshauptstadt Wiesbaden unterstützt Ihre Aktivitäten

Förderprogramm "Blühende Landschaften und Lebensräume für Wiesbaden"
Biotop- und Artenschutz haben in der Landeshauptstadt Wiesbaden einen hohen Stellenwert. Private Grundstückseigentümer und Unternehmen können beim Umweltamt eine finanzielle Förderung für eine Vielzahl von Maßnahmen beantragen, die die Lebensbedingungen für wild lebende Tiere und wild wachsende Pflanzen in der Stadt verbessern. Förderfähig sind beispielsweise die Anlage von Blühwiesen und Bienenweiden, die Pflanzung von heimischen Bäumen und Hecken, aber auch das Anbringen künstlicher Nisthilfen oder die Neuanlage und Wiederherstellung von Streuobstwiesen.

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