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Umwelt-Tipp Juli: Garten bewässern – aber richtig

Obst, Gemüse, Stauden und Sträucher sparsam und wirkungsvoll gießen! Das gewinnt in Zeiten von Hitzeperioden und Wasserknappheit immer mehr an Bedeutung. Wie das gelingen kann, zeigt der Umwelt-Tipp im Juli.

Es gibt kaum jemanden, der sich nicht über den Sommer freut. Jetzt ist die Natur voll entwickelt und es ist warm genug, um sich stundenlang im Freien aufhalten zu können. Man braucht nicht mal weit zu gehen: Der eigene Garten, liebevoll angelegt, kann im Sommer zu einem wahren Paradies werden. Aber gerade an den warmen und trockenen Tagen kommt es darauf an, die Pflanzen richtig mit Wasser zu versorgen. So wird die Pflanzenpracht vor dem Austrocknen geschützt. 

Welches Wasser?

Regenwasser ist für Pflanzen und Beete bestens geeignet. Wer Regenwasser auffängt, spart Kosten für Leitungswasser, Abwassergebühren und trägt zur Grundwasserneubildung bei – in Zeiten von zunehmender Wasserknappheit ein wichtiger Aspekt. Regenwasser lässt sich in Regentonnen sammeln, die es in unterschiedlichsten Ausführungen gibt. Sie bestehen aus lichtundurchlässigen, UV-stabilen Kunststoffen oder Holz und haben ein Fassungsvermögen von 200 bis 1.000 Litern. Idealerweise sollte die Regentonne möglichst groß sein und an ein Fallrohr angeschlossen werden, das ausreichend Wasser liefert. Soll noch mehr Wasser gespeichert werden, können große Zisternen aus Beton oder Kunststoff unterirdisch im Garten eingebaut werden.

Wann?

Der ideale Zeitpunkt zum Gießen ist morgens zwischen sechs und sieben Uhr, wenn es draußen noch angenehm kühl ist. Dann verdunstet nur sehr wenig Gießwasser und die Pflanzen sind den ganzen Tag über optimal mit Flüssigkeit versorgt. Wird der Garten erst am Abend gegossen kann es sein, dass besonders durstige Pflanzen am nächsten Nachmittag schon schlapp machen. Während der Mittagszeit sollte hingegen nicht gegossen werden, da das Gießwasser sehr schnell wieder verdunstet. Zudem können Wassertröpfchen auf den Blättern verbleiben, die wie kleine Lupen wirken und die Pflanze kann regelrecht verbrennen.

Wie viel?

Lieber einmal gründlich als jeden Tag ein bisschen wässern. Bei der "täglichen ein bisschen"-Wässerung kommt das Wasser nicht bis zu den Wurzeln der Pflanzen, sondern verdunstet vorher. Zudem breiten sich so die Pflanzenwurzeln eher oberflächennah aus, anstatt sich in tieferen Schichten auszubilden. Bei intensiver Bewässerung kann es schon ausreichend sein, ein- bis zweimal die Woche – oder in längeren Abständen – zu wässern.

Um die tieferen Wurzelbereiche von mehrjährigen Stauden, Sträuchern und Bäumen zu erreichen, reicht eine volle Gießkanne nicht aus. Als Faustregel gilt: 30 Liter Wasser pro Quadratmeter oder mehr. Kübelpflanzen und Töpfe sollten so lange gegossen werden, bis das überschüssige Wasser aus den Ablauflöchern am Topfboden läuft.

Manche Pflanzenarten sind auf viel Wasser angewiesen, andere vertragen nur eine geringe Menge davon. Bei manchen Pflanzen schadet zu viel Wasser der Wurzelentwicklung. Obst und Gemüse können durch übermäßiges Gießen wässrig und weniger geschmacksintensiv werden. Deshalb sollte man auf die einzelnen Pflanzen Rücksicht nehmen und sich über ihre Gießbedürfnisse informieren. Dies ist besonders bei nicht einheimischen Pflanzen sehr wichtig.

Sanft gießen

Möglichst die Pflanzen direkt am Boden gießen. Dabei ist es besser, die Erde langsam durchfeuchten zu lassen - wie bei einem Nieselregen. Ein kräftiger Gießstrahl kann die Wurzeln freilegen oder die Pflanze beschädigen. Für Gießkannen und Gartenschläuche gibt es entsprechende Gießaufsätze.

Bodenpflege

Durch regelmäßiges Hacken wird der Boden gelockert, der Regen kann besser eindringen und die Feuchtigkeit besser gespeichert werden. Auch das Mulchen mit langsam verrottendem Pflanzenmaterial wie Häckselgut, Grasschnitt und Rinde trägt dazu bei, die Feuchtigkeit im Boden zu halten (Rindenmulch, mineralischer Mulch, Rasenschnitt oder Laub, Schichtdicke circa fünf bis sieben Zentimeter).

Vorausplanen

Schon bei der Gartenplanung ist es wichtig, Pflanzen dem örtlichen Klima entsprechend auszuwählen. Dabei sind Temperatur, Niederschläge und Bodenbeschaffenheit zu beachten.

Da sich im Zuge des Klimawandels heißere und trockenere Sommer eingestellt haben, erspart die Auswahl von klimaangepassten, hitzeliebenden und trockenheitsresistenten Pflanzen häufiges Gießen. Werden Neupflanzungen angelegt, können Tropfschläuche verbaut werden. Sie können bis zu 60 Prozent Gießwasser sparen. Die Schläuche können auch mit Regenwasser betrieben werden. Es gibt einfache Verlegungssysteme, aber auch technisch- und materialaufwändige Systeme. Tropfschläuche können auch nachträglich oberirdisch verlegt werden.

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