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Umwelt-Tipp August: Elektrogeräte reparieren oder richtig entsorgen

Seit dem 1. Juli 2022 gibt es für Verbraucherinnen und Verbraucher noch mehr Möglichkeiten, ihre Elektroaltgeräte im Handel kostenfrei zurückzugeben. Das schont Ressourcen. Noch umweltfreundlicher ist es, wenn ein Gerät repariert und so länger genutzt werden kann. Der Umwelt-Tipp August gibt nützliche Hinweise dazu.

Zum 1. Juli 2022 wurde das Rückgaberechte bei Elektroaltgeräten erweitert. Diese können nun auch kostenlos bei Händlern von Lebensmitteln mit einer Gesamtverkaufsfläche von mindestens 800 Quadratmetern zurückgegeben werden, wenn diese mehrmals im Kalenderjahr oder dauerhaft Elektro- und Elektronikgeräte anbieten. Dies trifft auf den größten Teil des Lebensmittelhandels in Deutschland zu. Die neue Reglung zielt vor allem auf Geräte ab, die kleiner 25 cm sind. Größere Geräte können dort ebenfalls kostenlos zurückgegeben werden, wenn gleichzeitig ein Gerät der gleichen Geräteart neu gekauft wird.

Doch selbst bei sachgerechter Entsorgung können die wertvollen Ressourcen aus den Elektroaltgeräten nicht vollständig zurückgewonnen werden. Zudem ist die Herstellung von neuen Elektro- und Elektronikgeräten mit einem hohen Energie- und Ressourcenverbrauch verbunden. Daher ist es sinnvoll, die Geräte lange zu nutzen und Neuanschaffungen genau zu prüfen. Die folgenden Tipps zeigen, worauf Sie dabei achten sollten.

Reparieren lohnt sich

  • Kleinere Instandhaltungen lassen sich häufig mit Hilfe der Bedienungsanleitung des Herstellers selbst durchführen. Onlineportale wie "kaputt.de" oder "iFixit" stellen weiter führende Reparaturlösungen, Anleitungen bis hin zu Reparaturvideos bereit.
  • Bei größeren Reparaturen helfen mehrere Kostenvoranschläge Geld zu sparen. Unabhängige Reparaturbetriebe sind mitunter günstiger als die Werkskundendienste der Hersteller.
  • Eine kostengünstige Alternative bieten sogenannte Repair Cafés. Hierbei handelt es sich um ehrenamtliche Reparaturinitiativen, wo unter Anleitung von Fachleuten gemeinsam repariert wird.

Wichtig: Solange Sie Gewährleistungs- oder Garantieansprüche haben, vermeiden Sie Reparaturen in Eigenregie – sonst können Sie diese Ansprüche verlieren. Klären Sie vorab mit dem Garantiegeber, ob es sich bei Ihrem aufgetretenen Defekt um einen Garantiefall handelt.

Gewährleistungsrechte nutzen

  • Ein Verkäufer ist gesetzlich verpflichtet, Ihnen eine gekaufte Ware frei von Mängeln zu übergeben. Ist dies nicht der Fall, haben Sie für zwei Jahre Anspruch auf Gewährleistung. Für gebrauchte Gegenstände kann diese Frist auf ein Jahr beschränkt werden. Achtung! Nach sechs Monaten müssen Sie als Käuferin oder Käufer nachweisen, dass der Mangel bereits bei der Übergabe bestand. Reklamieren Sie den Mangel am besten schriftlich und mit Fristsetzung beim Verkäufer.
  • Grundsätzlich können Sie wählen, ob das Produkt repariert (Nachbesserung) oder durch ein neues, mangelfreies Produkt ersetzt werden soll (Neulieferung). Ist beides nicht möglich, für den Verkäufer unverhältnismäßig kostenintensiv oder lässt er die gesetzte Frist verstreichen, können Sie im Anschluss zwischen einem Rücktritt oder einer Kaufpreisminderung wählen. Wenn Sie sich mit einem Mangel arrangieren können und das Gerät nur unwesentlich vom Neuzustand abweicht, ist es ökologisch sinnvoller, das Produkt zu behalten und den Preis zu mindern.

Langlebige Produkte bevorzugen

Informieren Sie sich vor einem Neukauf über einschlägige Testberichte zur Lebensdauer und Reparierbarkeit von Geräten.  

Auch der Blaue Engel bietet Orientierung: Bei einigen Elektro- und Elektronikprodukten wie Staubsaugern, Computern, Kaffeemaschinen und Druckern zählen neben einem niedrigen Energie- und Ressourcenverbrauch auch Reparierbarkeit und Ersatzteilverfügbarkeit zu den produktspezifischen Umweltkriterien des Umweltsiegels.

Geräte leihen oder gebraucht kaufen

Viele Elektro- und Elektronikgeräte, wie Bohrmaschinen, kommen im Haushalt nur selten zum Einsatz. Eine umweltfreundliche Alternative zum Kaufen sind Leihgeräte. Diese können beispielsweise in Baumärkten ausgeliehen oder über Initiativen, wie zum Beispiel "pumpipumpe" in der Nachbarschaft geborgt werden. Auch der Kauf von Gebrauchtgeräten ist aus Umweltsicht sinnvoll.

Quelle: https://www.umweltbundesamt.de

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