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Caligari: Gedenktag 27. Januar

Das Videospiel eines jungen Game-Designers ist Ausgangspunkt für die intensive Auseinandersetzung mit der eigenen Familiengeschichte. Der zweite Dokumentarfilm zum Gedenken an die Opfer des Nationalsozialismus zeigt die Entstehung einer Tanzperformance, in der die 90-jährige Éva Fahidi im getanzten Dialog mit einer jungen Tänzerin über ihr Leben und Schicksal erzählt.

"Endlich Tacheles" am 20. und 22. Januar um 17 Uhr

Yaar ist ein junger jüdischer Berliner, der davon träumt, Gamedesigner zu werden. Mit dem Judentum verbindet er nichts als Opfer, die sich zur Schlachtbank führen ließen. Seinem Vater wirft er vor, am Holocaust zu leiden, den er nicht einmal selbst erlebt hat. Aus Rebellion will Yaar ein Computerspiel entwickeln: "Shoah. Als Gott schlief." In dem von ihm kreierten Deutschland um 1940 können Juden sich wehren, Nazis menschlich handeln. Yaars Vater ist schockiert. In Sarah und Marcel findet er Mitstreitende für die Entwicklung seines Computerspiels. Yaar macht seine Oma Rina zum Vorbild für die junge Jüdin im Spiel. Ihr Gegenspieler, ein SS-Offizier, ist von einem realen Vorfahren von Marcel inspiriert. Die drei sind sich einig: Die alten Rollenzuschreibungen von Täter*innen und Opfern stehen ihnen im Weg, und die Vergangenheit soll endlich vorbei sein ...

Deutschland 2020, 104 Minuten, FSK: ab 12 

"Das Glück zu leben" am 21. und 26. Januar um 17.30 Uhr

Kann eine Tanzperformance all dies zusammen sein: Bewegungslust und schmerzhafte Lebenserinnerung, Traumatherapie, kindliches Spiel und intimer Dialog? Die ungarische Regisseurin und Choreografin Réka Szabó zeigt es in ihrem Dokumentarfilm, indem sie den Entstehungsprozess einer Performance schildert, bei der die 90-jährige Éva Fahidi und die um 60 Jahre jüngere Modern-Dance-Ballerina Emese Cuhorka einen grandiosen Pas de deux erarbeiten.

Die Idee zu diesem Projekt hatte die renommierte Budapester Choreografin, als sie von Éva Fahidis Geschichte aus deren autobiografischem Buch "Die Seele der Dinge" erfahren hatte. Fahidis Familie wurde 1944 in das KZ Auschwitz-Birkenau deportiert und dort ermordet. Als einziges Familienmitglied wurde die damals 20-Jährige zur Zwangsarbeit in einem Außenlager des KZ Buchenwald im heutigen Stadtallendorf in Hessen ausgewählt und überlebte.

Ungarn 2019, 83 Minuten, FSK: beantragt, OmU