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Filmreihe "Tarbut"

Die Reihe "Tarbut" lädt zu einer Reise in die jüdische Kultur ein. Bis in den November gibt es an verschiedenen Orten in Wiesbaden Lesungen, Konzerte, Gespräche und Führungen. Im Caligari werden drei ausgewählte Filme gezeigt.
Film Datum Uhrzeit

Endlich Tacheles

Sa, 08.10. 20.00 Uhr

Abenteuer eines
Mathematiklehrers

Sa, 10.10.

17.30 Uhr

Schocken - ein deutsches
Leben
So, 19.10.

20.00 Uhr

Endlich Tacheles

Yaar ist ein junger jüdischer Berliner, der davon träumt, Gamedesigner zu werden. Mit dem Judentum verbindet er nichts als Opfer, die sich zur Schlachtbank führen ließen. Seinem Vater wirft er vor, am Holocaust zu leiden, den er nicht einmal selbst erlebt hat. Aus Rebellion will Yaar ein Computerspiel entwickeln: "Shoah. Als Gott schlief." In dem von ihm kreierten Deutschland um 1940 können Juden sich wehren, Nazis menschlich handeln. Yaars Vater ist schockiert.

In Sarah und Marcel findet er Mitstreitende für die Entwicklung seines Computerspiels. Yaar macht seine Oma Rina zum Vorbild für die junge Jüdin im Spiel. Ihr Gegenspieler, ein SS-Offizier, ist von einem realen Vorfahren von Marcel inspiriert. Die drei sind sich einig: Die alten Rollenzuschreibungen von Täter*innen und Opfern stehen ihnen im Weg, und die Vergangenheit soll endlich vorbei sein! Sie reisen zusammen in Rinas Geburtsort Krakau, wo Yaar ein furchtbares Familiengeheimnis aufdeckt. Aus Spiel wird Ernst. Die drei Freund*innen erkennen, was die Ereignisse der Vergangenheit mit ihnen selbst zu tun haben - als Enkel der damaligen Opfer und Täter. Eine schmerzhafte Auseinandersetzung mit der eigenen Geschichte beginnt, die auch die Beziehung zwischen Vater und Sohn verändert.

Deutschland 2020, 104 Minuten, FSK ab zwölf

Abenteuer eines Mathematiklehrers

Cambridge/Massachusetts inmitten des 2. Weltkriegs. Stan Ulam, ein 30-jähriger begabter polnisch-jüdischer Mathematiker, lebt hier mit seinem Bruder Adam. Die Nachrichten aus der polnischen Heimat werden immer düsterer, doch es ist für Stan unmöglich geworden, dorthin zurückzugehen und nach seiner Familie zu suchen. Als Stan sein Stipendium in Harvard verliert, bietet ihm sein bester Freund, das ungarische Genie Johnny von Neumann, einen Job an, der ihn nach New Mexico führt. Stan zieht mit Françoise, einer Französin, die er nach einer rasanten Romanze heiratet, nach Los Alamos.

Dort schließt er sich einer Gruppe von jungen, exzentrischen, charismatischen Wissenschaftler*innen an, um an dem streng geheimen Manhattan-Projekt zu arbeiten. Hier in den weiten New Mexicos ist Stan an der Entwicklung einer Bombe beteiligt, die die Welt verändern wird, während er weiterhin verzweifelt versucht, seiner Schwester bei der Flucht aus dem von den Nazis besetzten Polen zu helfen.

D/PL/GB 2020, 102 Minuten, FSK ab 12, OmU

Schocken - Ein deutsches Leben

Unternehmer, Intellektueller, Büchermensch, Verleger, Mäzen, Ästhet - Regisseurin Noemi Schory spürt einem der visionärsten und engagiertesten Persönlichkeiten des 20. Jahrhunderts nach. Der jüdische Unternehmer Salman Schocken gründet in Zwickau 1904 eine Kaufhauskette. Den wirtschaftlichen Erfolg nutzt Schocken, um einer humanistischen Vision zu folgen, die die Kultur in den Mittelpunkt der menschlichen Entwicklung stellt. 1931 gründet er den Schocken Verlag, als Mäzen fördert er zahlreiche jüdische Schriftstellerinnen und Schriftsteller und Gelehrte. Nach der Enteignung durch die Nazis emigriert er nach Eretz Israel und kauft die liberale Tageszeitung Haaretz, die heute von seinem Enkel Amos weitergeführt wird.

ISR/D 2021, 81 Minuten, FSK ab sechs