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Stadtlexikon Wiesbaden

Arndgen, Josef

Gewerkschafter, Politiker, Staatsminister

geboren: 24. Februar 1894 in Rheydt
gestorben: 20. September 1966 in Wiesbaden


Details

Im Anschluss an die Volksschule ergriff Arndgen den gleichen Beruf wie sein Vater, ein Stuckateurmeister aus dem Taunus. Bereits vor seinem Kriegsdienst im Ersten Weltkrieg engagierte sich Arndgen als gläubiger Christ bei der katholischen Jugendbewegung. Mit dem Beginn der Weimarer Republik setzte sein Engagement in der Gewerkschaftsbewegung ein. In führenden Positionen war er in Frankfurt am Main im Zentralverband christlicher Lederarbeiter tätig.

Zugleich bekleidete der bekennende Katholik beim christlich orientierten Deutschen Gewerkschaftsbund für Hessen und die preußische Provinz Hessen-Nassau das Amt des Vorsitzenden. Mit der Wahl zum Reichsvorsitzenden des Zentralverbandes christlicher Lederarbeiter bezog Arndgen 1930 Stellung für die christliche Gewerkschaftsbewegung. Sein Beitritt zur Zentrumspartei 1931 in der Phase des Niedergangs der Weimarer Republik verweist auf ein verstärktes politisches Engagement, nun auf Seiten des politischen Katholizismus.

Nach der „Machtergreifung“ durch die Nationalsozialisten sah sich auch Arndgen als Gewerkschaftsfunktionär der politischen Verfolgung ausgesetzt. Er wurde zweimal verhaftet, zuletzt nach dem 20. Juli 1944; mit einem Lebensmittelhandel sicherte er während der NS-Diktatur seine kärgliche Existenz. Seine Widerstandstätigkeit im Zusammenhang mit einer oppositionellen Solidargemeinschaft christlicher Gewerkschaften im Rhein-Main-Gebiet blieb unentdeckt. Unmittelbar nach dem Ende des Zweiten Weltkrieges beteiligte sich Arndgen am Wiederaufbau der Gewerkschaften.

Am politischen Neubeginn hatte Arndgen als Mitbegründer der CDU in Hessen bedeutenden Anteil. 1946 zog er für die CDU in den Hessischen Landtag ein und fungierte bis 1949 als deren stellvertretender Vorsitzender. Auf dem Gebiet der Sozialpolitik wirkte er 1946 als Ministerialdirektor im hessischen Ministerium für Arbeit und Wohlfahrt, dann von 1947 bis 1949 als verantwortlicher Minister dieses Ressorts. Seit 1949 war Arndgen für seine Partei Mitglied des 1. Deutschen Bundestags. Als Abgeordneter des Wahlkreises Limburg-Untertaunus-Rheingau setzte er sich dort u.a. für sozialpolitische Inhalte wie das Kinder- und Krankengeld ein. Bereits ein Jahr nach seinem Ausscheiden aus dem Bundestag 1965 erlag Arndgen einem Schlaganfall.

Literatur