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Stadtlexikon Wiesbaden

BBK Wiesbaden e. V.

Der 1955 gegründete BBK Wiesbaden hat heute seinen Sitz im Kunsthaus auf dem Schulberg. Hier bündeln sich die Aktivitäten des Verbandes, der sich als Lobbyist für die Belange der Künstlerschaft versteht. Als Mittler zwischen ihnen und der kunstinteressierten Öffentlichkeit bietet er im Internet ein Verzeichnis der Wiesbadener Ateliers an.

Details

Der Berufsverband Bildender Künstlerinnen und Künstler Wiesbaden e. V., kurz BBK Wiesbaden e. V., ist Teil des bundesweit organisierten Berufsverbandes, welcher die Interessen der Kunstschaffenden gegenüber den politischen Gremien vertritt.

Der BBK auf Bundesebene ist der größte europäische Künstlerverband und versteht sich als Lobbyist für die gesamte deutsche Künstlerschaft mit dem Ziel, deren berufliche Belange in der Gesellschaft darzustellen und zu berücksichtigen. Dazu zählen u. a. die Frage nach Honoraren, nach Kranken- und Unfallversicherung, nach Ausstellungs- und Arbeitsmöglichkeiten. Der verminderte Satz der Mehrwertsteuer für Kunstwerke (7% statt 19%), die Künstlersozialversicherung (seit1981), die Verwertungsgesellschaft Bild-Kunst, das Urheberrecht, Kunst-am-Bau-Programme und vieles andere sind Errungenschaften des BBK, der seit 1949 bundesweit existiert.

Der BBK zeichnet sich durch Toleranz allen Kunstrichtungen gegenüber aus. In ihm sind alle bildkünstlerischen Disziplinen und Stilrichtungen vertreten. Aufgenommen werden Absolventen einer Kunstakademie sowie Bewerberinnen und Bewerber, welche durch ihre eingereichten Arbeiten vor einer fünfköpfigen, unabhängigen Jury Professionalität auf dem Gebiet der Kunst beweisen können. Die einzelnen Bezirks- bzw. Regionalverbände arbeiten autark.

Der BBK Wiesbaden wurde 1955 gegründet. Rege künstlerische Aktivitäten der Wiesbadener Maler und Bildhauer (dazu zählten der Ring Bildender Künstler Wiesbaden, die Gruppe 50, heute Künstlergruppe 50 Wiesbaden, der Künstlerbund sowie der Künstlerkreis) gingen dieser – mit 50 Interessenten gut besuchten – Gründungsversammlung voraus. Die heutigen Ehrenmitglieder Ernst Dostal, Christa Moering († 2013) und Wolf Spemann gehörten zu den 38 Ersten, die am 18. Juni 1955 um 17 Uhr im Vortragssaal des Museums Wiesbaden bereits dabei waren und sich spontan anmeldeten.

1978 hatte der BBK Wiesbaden 148 Mitglieder, jedoch kaum Ateliers. Als 1982 das Haus der ehemaligen Werkkunstschule am Schulberg 10 frei wurde, begann ein Tauziehen um die zukünftige Nutzung. Fünf Jahre dauerte das, dann startete Helmut Schulze-Reichenberg einen Rundruf unter gleichgesinnten Kollegen und besetzte mit ihnen kurzerhand das Haus. Noch im gleichen Jahr fand eine große Ausstellung in der Aula statt. Räume im Haupthaus und im Nebengebäude wurden ab sofort als Ateliers genutzt.

Schon im Folgejahr bot ein „Tag der offenen Ateliers“ der interessierten Öffentlichkeit die Gelegenheit, sich davon zu überzeugen, dass in dem neu ausgerufenen Kunsthaus gute Arbeit geleistet wurde. Zahlreiche Ausstellungen, Kunstgespräche, Seminare, Feste und das Symposium „Kunst im Weinberg“ bezeugen seither die Aktivitäten des BBK, der 1995 den von dem Rezitator und Galeristen Heinz Nied gestifteten „Wiesbadener Tusculum-Preis für Bildende Künstler“ erhielt.

Der Vorstand des BBK besteht aus drei Personen, die ehrenamtlich tätig sind. Die Vorstandssitzungen sind für alle Mitglieder offen. Das Büro befindet sich im Kunsthaus Wiesbaden. Es ist ein Zentrum reger Netzwerktätigkeit. Hier laufen Ausschreibungen ein und werden an die Mitglieder weitergeleitet, hier tagt der Vorstand in regelmäßigem Turnus, hier treffen sich Mitglieder zu Diskussion und zu aktuellen Fragestellungen. Galeristen und städtische Gremien sowie Betriebe und öffentliche Einrichtungen stehen in Verbindung mit den Künstlerinnen und Künstlern.

Aus den vielfältigen Kontakten zu Kolleginnen und Kollegen aus anderen Bundesländern und den Partnerstädten entstehen Ausstellungsprojekte, die meistens im Herbst in der Aula präsentiert werden. Zu Beginn eines jeden Jahres stellen sich in diesen Räumen neue Mitglieder mit ihren Arbeiten vor.

Um der Mittlerrolle zwischen der Künstlerschaft und der kunstinteressierten Öffentlichkeit weiterhin gerecht zu werden, hat der BBK ein Atelierverzeichnis der Wiesbadener Künstlerinnen und Künstler unter www.kuenstler-in-wiesbaden.de ins Netz gestellt.

Literatur


Verweise