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Stadtlexikon Wiesbaden

Heck, Lutz

Zoobiologe, Tierforscher

geboren: 23. April 1892 in Berlin
gestorben: 6. April 1983 in Wiesbaden


Details

Lutz Heck wurde als Sohn von Geheimrat Professor Dr. Ludwig Heck, Direktor des Berliner Zoos von 1888 bis 1931, geboren. Nach dem Studium an den Universitäten von Berlin, wo er 1922 zum Dr. phil. promovierte, Freiburg im Breisgau sowie von Königsberg i. Pr. wurde er Assistent und schließlich stellvertretender Direktor des Zoos in Halle/Saale. Seit 1924 war er Assistent seines Vaters am Berliner Zoo, 1932-1945 dessen Nachfolger als Direktor. 1938 wurde ihm der Titel Professor verliehen.

Seit 1945 lebte er als Tierforscher und freier Schriftsteller in Wiesbaden, wo er die Gründung des Tier- und Pflanzenparks Fasanerie unterstützte, der 1955 eröffnet wurde. 1958 unternahm er Expeditionen durch Südafrika mit biologischen Studien. 1978 wurde er mit dem DJV-Literaturpreis des Deutschen Jagdschutzverbandes für sein mehr als 40 Jahre währendes schriftstellerisches Lebenswerk geehrt.

Im Jahre 1984 wurde die Büste des 1983 Verstorbenen im Berliner Zoo aufgestellt. Mit ihr soll, heißt es in einem Nachruf auf den Verstorbenen in der Hauszeitschrift des Zoos, das Andenken eines "erfahrenen Tiergärtners" und "aufrichtigen Freundes" in Ehren gehalten werden.

Lutz Heck hat sich besonders als Tierzüchter und Naturschützer hervorgetan. Ihm und seinem Bruder Heinz gelang es, das in Deutschland ausgerottete Waldrind, den Wisent, zu züchten und es 1927 wieder im Schutzpark Springe bei Hannover auszusetzen. Ein weiteres Projekt, die "Rückzüchtung" des ausgestorbenen Urrinds (Auerochsen) durch Kreuzung von Hausrindrassen, nahm ihn und seinen Bruder Heinz besonders in Anspruch. Als ihnen das ihrer Meinung nach gelungen war, setzte Lutz Heck die Tiere in das Reichsnaturschutzgebiet Rominten aus. Diese Züchtungen wurden später von Prof. Bernhard Grzimek und anderen Fachleuten als unwissenschaftlich kritisiert.

1949 trat er in den Nassauischen Verein für Naturkunde in Wiesbaden ein. Dort gehörte er seit 1955 dem Beirat an, war ab 1958 Mitglied im Vorstand und 1965-1970 2. Vorsitzender. Er übernahm zahlreiche Vorträge und Führungen. 1952 publizierte er in den Jahrbüchern des Nassauischen Vereins für Naturkunde „Über den Auerochsen und seine Rückzüchtung“. 1972 wurde er zum Ehrenmitglied ernannt.

Später erst wurde seine Nähe zu den Nationalsozialisten bekannt. Im Juni 1933 war Lutz Heck zum "fördernden Mitglied der SS" geworden. Neben der Mitgliedschaft in der NSDAP seit 1937 gehörte er einer Reihe weiterer NS-Organisationen an. 1940 erfolgte seine Ernennung zum Leiter der Obersten Naturschutzbehörde im Reichsforstamt; dies war verbunden mit einer besonderen Nähe zu Hermann Göring.

Literatur


Lutz Heck nach einer Zeichnung von Elfriede Michels, 1981. Nassauischer Verein für Naturkunde
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