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Stadtlexikon Wiesbaden

Kriegel, Volker

Musiker, Komponist, Übersetzer, Zeichner

geboren: 24. Dezember 1943 in Darmstadt
gestorben: 14. Juni 2003 in San Sebastián


Details

Seit den späten 1950er-Jahren Autodidakt auf der Gitarre, gründete Volker Kriegel bald ein Jazz-Trio, mit dem er 1963 und in den Folgejahren auf dem Düsseldorfer Amateur-Jazzfestival den Preis als bester Gitarrist gewann.

1968 erschien seine erste eigene LP „With A Little Help From My Friends“ auf Liberty, der bis 1989 noch weitere 14 Platten unter eigenem Namen folgten. Die erfolgreichste darunter war wohl die 1972 aufgenommene Doppel-LP „Inside: Missing Link“, deren Musik im Herbst des gleichen Jahres auf dem Deutschen Jazzfestival in Frankfurt a. M. vorgestellt wurde.

Mit dem „Dave Pike Set“, dem er von 1968 bis 1973 angehörte, nahm er 6 LPs für MPS auf. Außerdem machte er Aufnahmen mit Ingfried Hoffmann, den „Swinging Oil Drops“ von Emil Mangelsdorff (bereits 1967), Klaus Doldinger, Don „Sugarcane“ Harris, Rolf und Joachim Kühn sowie Curt Cress.

Seit 1977 spielte er mit dem „United Jazz und Rock Ensemble“, dessen Produktionen auf dem von ihm mit gegründeten Label „Mood Records“ erschienen sind. Seine eigenen Gruppen „Spectrum“ und später „Mild Maniac Orchestra“ formierte er von Zeit zu Zeit für Tourneen von der Basis Wiesbaden aus.

In den späteren Jahren widmete er sich mehr seiner zweiten Karriere als Erzähler, Übersetzer, Cartoonist und Illustrator. In seine Bildergeschichten "Der Rock’n’Roll-König" und „Erwin mit der Tröte“ flossen Erfahrungen aus dem Musikerleben ein. Zu den von ihm aus dem Englischen ins Deutsche übersetzten Büchern gehören die Miles Davis-Biographie seines Musikerkollegen Ian Carr sowie Charles Dickens' „A Christmas Carol“, das er auch illustrierte.

1979 schuf er in London den Zeichentrickfilm "Der Falschspieler". Außerdem schrieb er für Funk und Fernsehen. Das Wilhelm-Busch-Museum in Hannover erwarb 2005 den zeichnerischen Nachlass Kriegels, der rund 730 Zeichnungen enthält.

Seit 1953 wohnte Volker Kriegel in Wiesbaden, unterbrochen von seiner Studienzeit zwischen 1965-1970, die er in Frankfurt a.M. verbrachte. Er ist auf dem Nordfriedhof beigesetzt.