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Drebert, Karl

Drebert, Karl

Pädagoge, Stadtrat

geboren: 14.11.1896 in Frankfurt am Main

gestorben: 06.08.1972 in Wiesbaden


Artikel

Drebert erhielt seine pädagogische Ausbildung am Lehrerseminar in Usingen und studierte in Frankfurt am Main und an der Musikhochschule Mainz. Ab 1916 nahm Drebert am Ersten Weltkrieg teil und wurde für seine Militärzeit mit dem Eisernen Kreuz II. Klasse ausgezeichnet.

1920–32 wirkte er in Schierstein als Lehrer und Kirchenorganist. Danach war Karl Drebert ein Jahr lang Rektor der Volksschule in Erbenheim, was aufgrund seiner SPD-Mitgliedschaft zum Teil auf Widerstand stoß. 1933 nach der „Machtergreifung“ der Nationalsozialisten wurde er wegen seiner politischen Haltung mit sofortiger Wirkung aus dem Dienst entlassen. Bereits ein Jahr später wurde Drebert jedoch aufgrund von Personalmangel wieder eingestellt. Dieses Mal allerdings nicht mehr als Schuldirektor, sondern nur als einfacher Volksschullehrer. Ebenfalls 1934 erfolgte der Eintritt in den NS-Lehrerbund und die Nationalsozialistische Volkswohlfahrt.

Nach dem Zweiten Weltkrieg stellte Drebert sich sofort dem Aufbau einer demokratischen Ordnung zur Verfügung. Er wurde wieder als Rektor in Erbenheim eingesetzt und 1946 städtischer Schulrat an der Seite von Johannes Maaß.

1954 wurde Drebert hauptamtlicher Stadtrat und Dezernent für Schulwesen, Leibesübungen und Jugendpflege. Während seiner Amtszeit entstanden die Helene-Lange-Schule, die Adalbert-Stifter-, Dilthey-, Johannes-Maaß- und die August-Hermann-Francke-Schule. Drebert plante auch das neue Berufsschulzentrum und konnte hier noch die Kerschensteiner-Schule nach ihrer Fertigstellung selbst übergeben. Nicht zuletzt galt er als eifriger Förderer des Zweiten Bildungsweges mit der Einrichtung des Hessenkollegs. Er sorgte auch für die Errichtung des Wirtschaftsgymnasiums und des Sporthallen-Neubaus am Elsässer Platz. 1960 schied er aus dem aktiven Dienst aus.

Für seine Verdienste um das Schulwesen wurde er mit dem Großen Bundesverdienstkreuz (1960), der Freiherr-vom-Stein Plakette und der Plakette des Deutschen Verbandes der Gewerbelehrer ausgezeichnet. In Erbenheim erinnert eine Straße an Karl Drebert.

[Der vorliegende Text wurde 2012 von Dr. Rolf Faber für die gedruckte Version des Stadtlexikons Wiesbaden erstellt und 2023 von Lena Böschemeyer überarbeitet und ergänzt]

Literatur

Zeitungsauschnittsammlung Stadtarchiv Wiesbaden, "Drebert, Karl".