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Dyckerhoff, Karl Ludwig

Dyckerhoff, Karl Ludwig

Kaufmann

geboren: 13.09.1869 in Biebrich

gestorben: 10.12.1938 in Wiesbaden


Artikel

Nach einer kaufmännischen Lehre und Stationen als Vertreter in Antwerpen und London trat Dyckerhoff 1896 unter der Leitung seines Vaters Gustav Wilhelm Wernhard Dyckerhoff in die damalige offene Handelsgesellschaft Dyckerhoff & Söhne ein. Seine kaufmännische Karriere begann dort mit einer Reise zur Markterkundung nach Nord-, Mittel-, und Südamerika von Januar bis September 1896. Mit der Umwandlung von Dyckerhoff & Söhne in eine GmbH wurde Dyckerhoff 1911 zum Geschäftsführer ernannt.

Im gleichen Jahr begann seine politische Laufbahn als Stadtverordneter der Stadt Biebrich. Er setzte sich für das Volkswohlgebäude und das Wilhelmsbad ein. Darüber hinaus richtete er in den Kriegs- und Nachkriegszeiten in Biebrich eine Volksküche ein. Am Ersten Weltkrieg nahm er aktiv als Offizier teil. 1917 wechselte er als Dezernent in das Kriegsministerium nach Berlin und arbeitete dort an der Zement-Ausgleichsstelle. Nach dem Krieg setzte Dyckerhoff seine Tätigkeit als Geschäftsführer der Zementfabrik in Amöneburg fort, das im Zuge der Rheinlandbesetzung von französischen Truppen besetzt war.

Dyckerhoff führte das Unternehmen durch schwere Zeiten. Seit 1929 litt die Bauindustrie unter der Wirtschaftskrise. Sie hatte ihren Höhepunkt noch nicht erreicht, als im Sommer 1931 die Danatbank – die Hausbank der Firma – ihre Schalter schloss. Im Oktober 1931 kam es zu einer Fusion mit dem westfälischen Zementkonzern Wicking, bei der die Dyckerhoff & Söhne GmbH in der neuen Portland-Zementwerke Dyckerhoff-Wicking AG aufging. Dyckerhoff wechselte als Vorsitzender in den Aufsichtsrat des Unternehmens. Die Familie Dyckerhoff behielt die Aktienmehrheit. Die finanzielle Not konnte jedoch erst 1935 behoben werden. 1936 verschwand mit der Umbenennung in »Dyckerhoff Portland-Zementwerke AG« der Name Wicking wieder aus dem Firmennamen.

Literatur

Chronik der Familie Dyckerhoff, Wiesbaden 2004, 2.8.12.