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Stadtlexikon Wiesbaden

exground filmfest

Jährlich im November zieht das exground filmfest tausende Zuschauer in Wiesbadener Kinos. Erstmals fand das Festival für Experimentalfilme und Underground-Produktionen 1990 statt. Seitdem kamen neue Festivalreihen und Sektionen hinzu. Im Jahr 2000 wurde das Filmfest mit dem Wiesbadener Kulturpreis ausgezeichnet.

Details

Das exground filmfest gehört zu den größten und wichtigsten Filmfestivals in Hessen. So sind die Zuschauerzahlen von 1990 bis 2013 um fast 600 % auf rund 14.000 gestiegen. Mit seinen jährlich rund 250 Kurz- und Langfilmproduktionen ist exground zum Anziehungspunkt für Filmbegeisterte aus nah und fern avanciert und hat sich als wichtiges Diskussionsforum für Journalisten, Fachbesucher und Gäste aus der Filmbranche etabliert. exground filmfest steht für Qualität und spannende Unterhaltung und bietet ein „anspruchsvolles Programm aus internationalen Lang- und Kurzfilmen jenseits der Erstaufführungskino-Ware“ (Frankfurter Rundschau, 13.11.2001).

Von einem solchen Filmfestival internationalen Formats wagten seine Gründer nicht einmal zu träumen. Im Jahr 1990 taten sich sechs Filmbegeisterte zusammen und hoben den Wiesbadener Kinofestival e. V. aus der Taufe mit dem Ziel, Experimentalfilme und Underground-Produktionen zu zeigen. Als Festivalname lag ein daraus zusammengesetztes Wort nahe: „exground“ mit dem Zusatz „on screen“ – auf der Leinwand. 1999 wurde der Festivalname von „exground on screen“ in exground filmfest geändert.

In den ersten beiden Jahren fand das Festival zweimal pro Jahr an jeweils vier Tagen, seit 1992 findet es an jeweils zehn Tagen im November statt. Bei der Premiere im April 1990 wurden Filme der New Yorker Independent-Größen Richard Kern und Lydia Lunch sowie von Andy Warhol gezeigt. Bereits damals nahmen also die „American Independents“ viel Raum ein, und das ist bis heute so geblieben. 1995 begründete exground mit Filmen von Takeshi Kitano und Wong Kar-wai die „News from Asia“, die inzwischen in die Festivalreihe „International“ integriert wurden. 2009 feierte die Sektion „Neues aus Deutschland“ Premiere, ein Forum für „schräge“ einheimische Produktionen. Wechselnde Länderschwerpunkte, Retrospektiven/Sonderreihen, Wettbewerbe und Kurzfilmprogramme runden das Programm ab.

1993 feierte der Deutsche Kurzfilm-Wettbewerb Premiere und läutete damit den Siegeszug des Kurzfilms in der hessischen Landeshauptstadt ein. 2002 kam der Internationale ON-VIDEO-Wettbewerb dazu, der 2013 in Internationaler Kurzfilm-Wettbewerb umbenannt wurde, und 2005 der Wiesbaden-Special – Kurzfilm-Wettbewerb.

Mit den „youth days“ bietet exground seit 2004 zudem ein Forum für Jugendfilme mit ungewöhnlichen Einblicken in andere Kulturen und Subkulturen im Rahmen der zwei Wettbewerbe für internationale Langfilme und Wiesbadener Kurzfilme.

Die inzwischen auf über 3.000 gestiegenen Einreichungen zeigen, dass der Name exground filmfest weltweit einen guten Klang hat. Viele Filme von renommierten Künstlern, wie Quentin Tarantino, Peter Jackson und Abel Ferrara, hatten in Wiesbaden ihre Premiere. Immer wieder hat das Team unter Beweis gestellt, dass es „(...) als ein verlässlicher Seismograph [arbeitet], der anzeigt, wo im internationalen Film etwas los ist“ (Strandgut, 11/2002).

Lohn für das ehrenamtlich tätige Organisationsteam: die Verleihung des Kulturpreises der Landeshauptstadt Wiesbaden im Jahr 2000 sowie die hohe Akzeptanz und Resonanz in der Branche und beim Publikum.

Verweise