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Finsterwalder, Eberhard

Finsterwalder, Eberhard

Architekt, Regierungsbaumeister

geboren: 07.04.1893 in München

gestorben: 03.04.1972 in Wiesbaden


Artikel

Finsterwalder studierte zunächst in München Architektur, wo Friedrich von Thiersch und Theodor Fischer zu seinen Lehrern gehörten. 1914–19 nahm als Offizier am Ersten Weltkrieg teil. Sein Architekturstudium schloss er nach dem Ende des Krieges ab und errichtete bis Mitte der 1920er-Jahre verschiedene Gebäude der Post für das Reichspostministerium München und die Postbauleitung Regensburg. 1927 siedelte er nach Wiesbaden über, wo sein Bruder, der Bauingenieur Ulrich Finsterwalder, lebte, und trat in die Bauverwaltung der Stadt ein. 1937 übernahm er als Baudezernent die Leitung des Hochbau- und Maschinenamtes. 1946 übertrug ihm die Stadt die Aufgaben eines Stadtbaurats, die er bis zu seiner Pensionierung 1954 wahrnahm.

In seine Amtszeit fielen die Neugestaltung des Wiesbadener Bahnhofsviertels mit den Reisinger-Anlagen, der Bau des Opelbads auf dem Neroberg, die Errichtung der Goethe-Warte auf dem Geisberg, die Planungen zur Siedlung Freudenberg und die Neugestaltung der Brunnenkolonnade. Nach dem Zweiten Weltkrieg stand sein Name v. a. für den Wiederaufbau Wiesbadens. Hierzu gehörte die Wiedererrichtung des kriegszerstörten neuen Rathauses sowie der Umbau des Kavalierhauses, der Bau des Bundeskriminalamts und des Statistischen Bundesamts. Die Förderung des Wohnungsbaus war Finterwalders besonderes Anliegen. Sein Grab befindet sich auf dem Friedhof in Wiesbaden-Sonnenberg.

Literatur

Renkhoff, Otto: Nassauische Biographie. Kurzbiographien aus 13 Jahrhunderten, 2. Aufl., Wiesbaden 1992 (Veröffentlichungen der Historischen Kommission für Nassau 39) [S. 190 f.].

Zeitungsausschnittsammlung Stadtarchiv Wiesbaden, "Finsterwalder, Eberhard".