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Friedrich August, Fürst zu Nassau-Usingen, Herzog zu Nassau

Friedrich August, Fürst zu Nassau-Usingen, Herzog zu Nassau

Offizier, Regent

geboren: 23.04.1738 in Usingen

gestorben: 24.03.1816 in Biebrich


Artikel

Friedrich war der zweitälteste Sohn des Fürsten Karl zu Nassau-Usingen. Dieser hatte 1744 seine Residenz dauerhaft nach Biebrich, den Regierungssitz nach Wiesbaden verlegt. Friedrich wuchs daher von früher Jugend an in Biebrich auf.

Als nachgeborener Sohn ohne erkennbare Aussicht auf das Regentenamt schlug er die Militärlaufbahn ein. 1756 trat er in die österreichische Armee ein, wo er schnell avancierte: 1757 zum Major, 1759 zum Obersten, 1763 zum Generalmajor, 1764 zum Oberdirektor der Kaiserlichen Kriegsdienst-Werbung, 1780 zum Reichsfeldmarschall-Leutnant und 1790 zum Kaiserlichen Feldmarschall.

Nach dem Tod seines älteren Bruders 1803, des Fürsten Karl Wilhelm zu Nassau-Usingen, der keine männlichen Erben hinterließ, rückte Friedrich ohne große Vorbereitung in die Rolle des regierenden Fürsten zu Nassau-Usingen und dies in einer außerordentlich bewegten Zeit. Bislang auf der Seite Österreichs kämpfend, musste er sich nun unfreiwillig mit der Bundesgenossenschaft Napoleons abfinden.

Drei große Herausforderungen prägten seine Regierungszeit: die territorialen Veränderungen, die Nassau-Usingen durch die Abtretung des linken Reinufers an Frankreich und die Einverleibung säkularisierter und mediatisierter Gebiete rechts des Rheins erfuhr, die aus dem Beitritt zum Rheinbund resultierende Rangerhöhung zum Herzog unter gleichzeitiger Vereinigung von Nassau-Usingen und Nassau-Weilburg zu einem gemeinsam regierten souveränen Herzogtum sowie die Truppengestellungen für die napoleonische Armee. Zusammen mit Fürst Friedrich Wilhelm zu Nassau-Weilburg und gestützt auf hervorragende Beamte wie die Minister Ernst Marschall von Bieberstein und Christoph von Gagern, den Regierungspräsidenten Karl Friedrich Justus Emil von Ibell und den Juristen Harscher von Almendingen führte er zukunftsweisende Reformen durch. Sie reichten von der Verwaltung über das Finanz-, das Rechts- und das Sozialwesen bis hin zum Militär. Einen Höhepunkt markiert die Landständische Verfassung vom 01./02.9.1814.

Friedrich konzentrierte sich auf repräsentative Aufgaben und auf das Oberkommando über das Militär. Gern zog er sich auf die Mosburg zurück, die er ab 1806 über den Trümmern einer älteren Anlage im hinteren Teil des Schlossparks Biebrich hatte errichten lassen. Ebenfalls mit seinem Namen verbunden ist der Bau des 1810 eröffneten alten Kurhauses. Da er zwar mehrere Töchter, aber keinen erbberechtigten Sohn hinterließ, folgte ihm Fürst Wilhelm von der Weilburger Linie als Herzog zu Nassau. In Wiesbaden ist nach ihm die Friedrichstraße benannt.

Literatur

Even, Pierre: Dynastie Luxemburg-Nassau. Von den Grafen zu Nassau zu den Großherzögen von Luxemburg. Eine neunhundertjährige Herrschergeschichte in einhundert Biographien, Luxemburg 2000 [S. 62 f.].