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Genast, Eduard

Genast, Eduard

Schauspieler, Sänger

geboren: 15.07.1797 in Weimar

gestorben: 03.08.1866 in Wiesbaden


Artikel

Genast, Sohn des Weimarer Hofschauspielers Anton Genast (1763–1831), erlernte auf Wunsch des Vaters zuerst das Konditorhandwerk, durfte danach aber wegen seiner guten Baritonstimme Gesangsunterricht bei dem Weimarer Musikdirektor Carl Eberwein nehmen. Er debütierte in Weimar als 16-jähriger Einspringer in der Rolle des Osmin in Mozarts Singspiel »Die Entführung aus dem Serail« und wurde von Theaterdirektor Goethe als zweiter Bassist engagiert. 1816 ließ er seine Stimme in Stuttgart bei Wilhelm Häser weiter ausbilden. 1817 ging Genast an die Bühne in Dresden, 1818 wechselte er nach Leipzig und konnte hier seine bewunderte Vielseitigkeit im ernsten und komischen Fach, in älteren und jüngeren Rollen entfalten. 1828 wurde er Direktor des Stadttheaters von Magdeburg. 1829 bekam er durch die Vermittlung Goethes eine lebenslängliche Anstellung am Weimarer Hoftheater als Schauspieler und bis 1851 als Bariton, 1833–51 auch als Opernregisseur.

Nach dem Tod seiner ebenfalls in Weimar engagierten Frau ließ er sich pensionieren und wohnte seit 1861 bei seiner Tochter Doris und seinem Schwiegersohn, dem Komponisten Joachim Raff, in Wiesbaden. Er schrieb hier an seiner Autobiografie »Aus dem Tagebuche eines alten Schauspielers« (1862–66), einer wichtigen Quelle über das Weimar der Goethezeit und Goethe als Theaterdirektor. Als Ehrenmitglied des Weimarer Hoftheaters trat er weiterhin gelegentlich auf und feierte 1864 sein 50-jähriges Bühnenjubiläum in Weimar als Odoardo Galotti. Er starb in der Wohnung der Raffs in der Stiftstraße 10 und wurde in Weimar beigesetzt.

Literatur

Wiesbadener Persönlichkeiten [S. 75].