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Schlitt, Karl Joseph

Schlitt, Karl Joseph

Jurist, Politiker

geboren: 04.06.1886 in Obertiefenbach

gestorben: 30.10.1960 in Wiesbaden


Artikel

Schlitt studierte Rechtswissenschaften in Bonn, Heidelberg und Marburg. Bis zum Ausbruch des Ersten Weltkrieges war er Gerichtsreferendar und anschließend Gerichtsassessor in Wiesbaden. Im Ersten Weltkrieg wurde er schwer verwundet.

1918 wurde er kommissarisch und ab 1920 offiziell Landrat des Landkreises Wiesbaden, bis dieser 1928 aufgelöst wurde. Während der französischen Besatzungszeit wiesen ihn die Besatzungsbehörden 1923/24 aus Wiesbaden aus. Anschließend war er als Referent bei der Bezirksregierung in Wiesbaden tätig. Nach 1933 wurde er aus politischen Gründen entlassen und übte 1934–45 eine kaufmännische Tätigkeit aus. Seit 1945 war er Mitinhaber und Geschäftsführer der Chemisch-pharmazeutischen Fabrik Kola-Dallmann in Schierstein.

Schlitt gehörte zu den Mitbegründern der CDU in Hessen und war deren Landesschatzmeister. Von 1946–48 war er zunächst Stadtrat und wurde kurz darauf Stadtverordnetenvorsteher in Wiesbaden. Anschließend wirkte er bis 1960 als ehrenamtlicher Stadtrat. Von Juli 1946 bis November 1946 war er Mitglied der Verfassungberatenden Landesversammlung von »Groß-Hessen«. 1949/50 gehörte er in der ersten Wahlperiode dem Hessischen Landtag an.

Er gilt als Initiator des 1930 erschienenen Heimatbuches »Der ehemalige Landkreis Wiesbaden«. In Wiesbaden ist eine Straße nach ihm benannt.

Literatur