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Stadtlexikon Wiesbaden

Dotzheim

Dotzheim ist heute mit rund 26.000 Einwohnern der zweitgrößte Stadtteil Wiesbadens. Seine Ursprünge liegen bereits im 7. Jahrhundert n. Chr., als fränkische Siedler begannen, hier Gehöfte anzulegen. 1928 wurde die Ortschaft in das Stadtgebiet Wiesbaden eingemeindet, 800 Jahre nach seiner Ersterwähnung.

Details

Nach dem Zusammenbruch der rechtsrheinischen Römerherrschaft und dem Sieg des fränkischen Merowingerkönigs Chlodwig über die Alemannen erfolgte die planmäßige fränkische Besiedlung unserer Region, vor allem unter König Dagobert I. (623-638) (Franken). Einzelhöfe oder Weiler aus mehreren Gehöften entstanden.

Damals dürfte sich ein Gefolgsmann des Königs im Tal des Belzbachs angesiedelt und dem Platz seinen Namen – Tuzzo, Tuozo – gegeben haben. Aus Tuozesheim wurde in späterer Zeit Tozesheim und schließlich Dotzheim. Aus der frühen Frankenzeit (2. Hälfte des 7. Jh.s) stammt die berühmte Dotzheimer „fibula“, eine scheibenförmige Gewandnadel aus Bronzeblech, die sich heute im Britischen Museum in London befindet.

Tuzzo oder Tuozo und seine Familie waren allerdings nicht die ersten Siedler im Belzbachtal. Funde (Tonscherben, Waffen, Beile und Schmuck) belegen, dass schon einige tausend Jahre zuvor, in der mittleren Jungsteinzeit sowie in der Bronzezeit, hier Menschen lebten. Die ältesten Siedlungsbelege im Dotzheimer Ortskern lassen sich der „Latène-Zeit“ (jüngere Eisenzeit) zuordnen, die etwa 400 v. Chr. begann und die Blütezeit des keltischen Kulturkreises – bis zum Eindringen der Römer – umfasst. Im Bereich der Hohlstraße 3 wurden auf engstem Raum mindestens fünf Steinkistengräber aus unbehauenen Quarzitplatten entdeckt.

Auch die Römer (Römerzeit) haben Spuren hinterlassen: Im ersten Regierungsjahr des Kaisers Severus Alexander, also im Jahr 222, stifteten Fortunatus und Sejus einen Altar, der als Fragment sichergestellt werden konnte. Kaiser Severus Alexander kam übrigens 234 nach Mainz, der Hauptstadt der Provinz Obergermanien, und wurde Mitte März 235 beim heutigen Bretzenheim von meuternden Legionären erschlagen.

Die schriftliche Überlieferung setzt mit dem 12. Jh. recht spät ein. 1128 überließ der Mainzer Erzbischof Adalbert von Saarbrücken dem dortigen Domkapitel Einkünfte aus den Dotzheimer Besitzungen des Erzstifts. Unter diesen Einkünften befanden sich auch solche, die der Augsburger Bischof Embricho (1063-1077) dem Mainzer Erzstift um 1070 in Dotzheim hatte zukommen lassen. In dieser Urkunde wird Dotzheim erstmals erwähnt (dotzesheim). Am 21. November 1184 bestätigte Papst Lucius III. (1181-1185) in Verona dem Mainzer Benediktinerkloster St. Alban, einem geistigen und geistlichen Zentrum der Bischofsstadt am Rhein und Stätte wichtiger Kirchen- und Reichsversammlungen, den Besitz von 25 Kirchen, darunter die zu Dotzheim.

Zur Ausübung der klösterlichen Gewalt in Dotzheim setzte das Kloster Vögte ein. Seit 1316 übten die Herren von Biegen dieses Amt aus, im 14. Jh. die Kämmerer von Worms, im 15. Jh. die von Scharfenstein und seit 1526 die Brömser von Rüdesheim, die ihre Rechtsposition 1668 an die Ritter von Sickingen und die Freiherrn von Metternich vererbten. In ihrem Immunitätsbereich ernannten die Herren von St. Alban auch einen Schultheiß. Jährlich ließen sie vier Gerichtstage abhalten. 1402 gliederte Papst Bonifatius IX. die Dotzheimer Kirche völlig dem Kloster ein, dem alle Einkünfte der Kirche zuflossen. Der Gottesdienst sollte durch Mönche oder Weltpriester des Klosters versehen werden. Seine Rechte in Dotzheim vermochte St. Alban jedoch nicht dauerhaft zu halten, denn 1563 war es das Mainzer Domkapitel, das das Besetzungsrecht an der Pfarrstelle sowie die Pfarrgüter und den Pfarrzehnten gegen eine jährliche Zahlung von 18 Gulden „Absenzgelder“ an Graf Philipp II. „Jungherr“ von Nassau-Idstein abtrat.

Neben der Mainzer Geistlichkeit (Domkapitel, St. Alban, Klara-Kloster, St. Johannis-Stift, Karthäuserkloster) hatten die Klöster Eberbach und Klarenthal Güter in Dotzheim, wobei wir einer Eberbacher Urkunde vom 24. Juni 1275 die erste Erwähnung des Dotzheimer Weins verdanken: Ritter Philipp von Frauenstein schenkte diesem Kloster seinen Grundbesitz in Dotzheim, zu dem eine Mühle und 12 Morgen Weingärten gehörten. Im 13./14. Jh. nannten sich mehrere Adelsfamilien „von Dotzheim“. Der Eberbacher Klosterkirche stiftete der Ritter Siegfried von Dotzheim († 1316) die erste ihrer neun gotischen Seitenkapellen. Siegfried und sein gleichnamiger Sohn wurden dort beigesetzt. Sein Grabstein mit dem Wappen, drei schreitenden Dohlen im oberen Feld, ist noch vorhanden. Die von Dotzheim waren, wie man dem Wappen entnehmen kann, mit den Rittern von Frauenstein verwandt, die das Marschallamt des Erzbistums Mainz innehatten.

Die Adeligen Sibodo († 1331) und Katharina von Dotzheim, die wohl mit der niederadeligen Familie „von Wiesbaden“ verwandt waren, fanden im Kloster Klarenthal ihre letzte Ruhestätte; das Klosternekrologium weist sie als große Wohltäter aus. Lehnsherr der Niederadligen „von Wiesbaden“ war der deutsche König Adolf Graf von Nassau, der Stifter des Klosters Klarenthal. Aus dieser Lehnsbeziehung ergibt sich die großzügige Unterstützung Klarenthals. Die Grabplatte des Ehepaares wurde 1964 wiederentdeckt.

Die Anfänge der nassauischen Rechte in und über Dotzheim liegen im Dunkeln. Möglicherweise befand sich hier eine Hofanlage, die mit dem Königshof in Wiesbaden in Verbindung stand und mit diesem Ende des 12. Jhs. an die Grafen von Nassau gelangte. Als Rupert von Nassau dem Deutschen Orden beitrat, schenkte sein Bruder Heinrich mit dem Beinamen „der Reiche“ dem Orden 1230/31 unter mehreren Dörfern im Taunus und Westerwald auch Dotzheim als frei von Diensten und Abgaben. In welchem Umfang die Schenkung Heinrichs tatsächlich realisiert wurde, ist strittig. Von Dauer war sie jedenfalls nicht, denn den Nassauer Grafen gelang es, die grundherrlichen Rechte wieder an sich zu ziehen: Für 1310 ist bezeugt, dass ihnen in Dotzheim Abgaben und Dienste zustanden. Auch die Hochgerichtsbarkeit, die im 13. Jh. noch die Herren von Eppstein ausübten, fiel an das Haus Nassau. 1530 erkannte der Vogt des Klosters St. Alban, Heinrich Brömser von Rüdesheim, Graf Philipp I. „Altherr“ von Nassau als Inhaber der Hochgerichtsbarkeit an. Damit verbunden war unter anderem das Recht Frondienste einzufordern, Dienst- und Steuergelder zu erheben sowie die Männer der Gemeinde zu Kriegsdiensten heranzuziehen.

Als Anfang der lokalen Selbstverwaltung kann das 1386 erstmals erwähnte Dorfgericht betrachtet werden, das für Zivilsachen zuständig war und unter dem Vorsitz des Schultheißen tagte, dem vier Schöffen zur Seite standen. Ende des 16. Jhs. leiteten zwei Bürgermeister die finanziellen Geschicke der Gemeinde. Weitere Gemeindeämter waren unter anderem zwei Schützen für Wald und Feld, zwei Kirchen- und zwei Schrötermeister. Es gab eine Dorfschmiede, einen Gemeindebäcker und einen von der Gemeinde zu entlohnenden Hirten. Aus dem Jahr 1430 ist belegt, dass das Dorf Dotzheim durch Zäune und Falltore geschützt war. 1569 wurde mit Johann Lonicerus der erste evangelische Pfarrer eingeführt. Um 1594 entstand Dotzheims bescheidene Dorfschule.

Aus der Zeit des Dreißigjährigen Krieges ist das erste Dotzheimer Siegel überliefert. Dieses Gerichtssiegel aus dem Jahr 1636 zeigt das Wappen der Gemeinde, ein großes T, das von den Buchstaben C und K begleitet wird. Über die Deutung des T als Antoniuskreuz, Werkzeug oder Hinweis auf die älteste Namensform, Tozesheim, wurde bislang keine Einigkeit erzielt. C und K verweisen auf den damaligen Schultheißen Christoph Kemel.

1610 ging durch Brandstiftung etwa 50 % der Bausubstanz des Dorfes verloren. Gravierender allerdings waren die Auswirkungen des Dreißigjährigen Krieges: 1644 war Dotzheim praktisch unbewohnt. 1645 kehrten die ersten Einwohner zurück. 1648 lebten nur mehr 10 bis 14 Familien in Dotzheim, während man vor dem Krieg 72 Hausstände gezählt hatte. Es dauerte Jahrzehnte, bis die Kriegsfolgen überwunden waren. 1695 ließ die Gemeinde das stattliche Pfarrhaus gegenüber der Kirche errichten, 1698 folgte ein Schulhaus. Der Neubau der Pfarrkirche datiert aus den Jahren 1716/18. Die Baupläne lieferte der nassauische Baumeister Johann Jakob Bager.

Im Gefolge der durch die französische Revolution von 1789 ausgelösten Kriege wurde Dotzheim im Juli 1796 geplündert, 500 Soldaten errichteten hier ein Lager. Die Einwohner mussten den Besatzern Lebensmittel und Wein liefern, insgesamt beliefen sich die Besatzungsschäden auf 10.850 Gulden. 1819 lebten etwa 900 Einwohner in Dotzheim.

Zu Beginn des 19. Jhs. wirkten zwei bedeutende Geistliche in Dotzheim: Pfarrer August Ludwig Christian Heydenreich war einer der führenden Köpfe der nassauischen Unionsbewegung, die 1817 zum Zusammenschluss der lutherischen und reformierten Konfessionen in der Evangelischen Landeskirche führte. 1837 wurde er zum Evangelischen Landesbischof ernannt.

Johann Christian Reinhard Luja regte 1811 die Gründung des Vereins für Nassauische Altertumskunde und Geschichtsforschung an und sicherte vorgeschichtliche und römische Funde in der Dotzheimer Gemarkung. Aus der kleinen Dotzheimer Judengemeinde, die 1843 37 Mitglieder zählte, ging mit dem 1801 in Dotzheim geborenen Dr. Salomon Herxheimer ein weit über Nassau hinaus anerkannter Prediger und Pädagoge hervor (Herxheimer, Familie). 1831 wurde er zum Landesrabbiner des Herzogtums Anhalt-Bernburg berufen; er gilt als ein Vorkämpfer des modernen Judentums.

Im 19. Jh. entwickelte sich Dotzheim zu einer Wohnsitzgemeinde, in der zahlreiche Bauarbeiter lebten, die in der benachbarten Weltkurstadt ihren Lebensunterhalt verdienten: Maurer, Tüncher, Dachdecker und Zimmerleute waren als Arbeitskräfte in der ständig wachsenden Nachbarstadt gefragt. Die Bevölkerung wuchs auf 2.000 Menschen im Jahre 1866. Bis zur Jahrhundertwende stieg die Einwohnerschaft durch ständigen Zuzug auf 4.342 Bewohner.

1817 war damit begonnen worden, den Weg nach Wiesbaden zu begradigen, 1834/35 folgte der Ausbau der Wiesbadener Chaussee. Mehr und mehr Bauern gaben im 19. Jh. die Landwirtschaft auf und wurden Bauarbeiter in der Stadt. Weiteren Aufschwung brachte 1889 der Anschluss an die Aartalbahn („Langenschwalbacher Bahn“): Rund um den Bahnhof entstand ein florierendes Industrie- und Gewerbegebiet. Heute verkehrt auf der von der Deutschen Bundesbahn 1983 stillgelegten und mittlerweile unter Denkmalschutz stehenden Bahnstrecke die „Nassauische Touristik-Bahn“.

Am Bahnhof siedelten sich Fabriken an: So 1895 die Maschinenfabrik Philippi, die nach Vereinigung mit der Kalkbrennerschen Fabrik seit 1899 als Maschinenfabrik Wiesbaden GmbH firmierte und während ihrer Blütezeit 600 Arbeitsplätze bot. Sie exportierte Bühnenmaschinerien, Aufzüge und Krananlagen sowie Heizungen in alle Welt. 1896 eröffnete die Holz- und Blechbearbeitungsfabrik Carl Bender und Söhne gegenüber dem Dotzheimer Bahnhof, deren Produktionsschlager die erste automatische Mäuse- und Rattenfalle war. 1898 eröffnete die Möbelfabrik des Großherzoglich-Luxemburgischen Hoflieferanten Adolph Dams mit 150 Arbeitern. Auch die Ölmühle Philipp L. Fauth, die um 1910 gegründet wurde, hatte hier ihren Standort; sie beschäftigte ca. 100 Arbeitskräfte. Schließlich ist zur örtlichen Industrie am Dotzheimer Bahnhof die Stanniolkapselproduktionsstätte von A. Flach und Georg Pfaff zu zählen, die Verschlüsse für Sekt- und Weinflaschen herstellte.

Unter dem tatkräftigen Regiment der letzten drei Bürgermeister, nämlich Georg Heil (1881-1901), August Rossel (1901-1913) und Eduard Sporkhorst (1913-1928), erhielt die Gemeinde ein neues Rathaus, drei Schulen, den schön angelegten Waldfriedhof und einen vorbildlichen Fluchtlinien-Bebauungsplan, der schon damals landwirtschaftlich wertvolle Gemarkungsteile unter Schutz stellte.

Auch die örtliche Infrastruktur wurde durch Schaffung der zentralen Wasserversorgung (1906), Einführung von Gas und Strom (1902 bzw. 1906) sowie die Errichtung einer Straßenbahnverbindung Wiesbaden-Dotzheim (1906) entscheidend verbessert. Das Postamt an der oberen Wiesbadener Straße entstand 1901 (es wurde 1997 geschlossen). Im selben Jahr erschien erstmals die „Dotzheimer Zeitung“ des Verlegers Philipp Dembach, die 1933 eingestellt wurde. 1902 erfolgte die Weihe der katholischen Kirche.

Seit dem Fall des Sozialistengesetzes im Jahr 1890 entfaltete die örtliche Arbeiterschaft ein reges Vereinsleben: am 30. September 1893 kam es zur Gründung eines Arbeiterbildungsvereins, 1899 etablierte sich ein Arbeitergesangverein, 1903 der Arbeiterradfahrverein „Vorwärts“, 1908 die Freie Turnerschaft.

Bürgerliche Vereine bestanden bereits seit Mitte des 19. Jhs., so der Turnverein von 1848, der Gesangverein von 1859 und die Musikvereinigung von 1848. Bedeutendstes örtliches Ereignis vor dem Ersten Weltkrieg war die 69. Hauptversammlung des Gewerbevereins für Nassau, die 1913 in Dotzheim stattfand. 240 Delegierte nahmen teil, 70 ortsansässige Gewerbebetriebe präsentierten ihre Produkte.

Kurz vor Ausbruch des Ersten Weltkriegs hatte Dotzheim ca. 6.200 Einwohner. Stolz bezeichnete man sich als „größtes Dorf des Nassauer Landes“. Der Erste Weltkrieg, die anschließende französische Besatzungszeit, Inflation und Separatismusunruhen (Separatisten) sowie eine allgemeine Wirtschaftskrise brachten gravierende Einschnitte. Zeitweise waren in Dotzheim 3.000 Franzosen stationiert, seit 1926 dann Engländer. Die gesellschaftspolitischen Auseinandersetzungen nahmen an Schärfe zu, die Wirtschaftskrise mit ihren Belastungen ließ die Eingliederung in die Nachbarschaft als letzten Ausweg erscheinen. So wurde Dotzheim am 1. April 1928, genau 800 Jahre nach der Ersterwähnung, nach Wiesbaden eingemeindet. Der neue Stadtteil brachte in die Großstadt 6.247 Einwohner und 11.045 Hektar Fläche ein.

Der hohe Anteil der Linksparteien bei den demokratischen Wahlen der Weimarer Republik brachte der Gemeinde den Beinamen „rotes Dotzem“ ein. Bei der Reichstagswahl von 1924 erhielt die KPD 21,5 %, die SPD 40,4 %. Nach der Eingemeindung stieg der Anteil der Nazi-Anhänger kontinuierlich. Danach folgten ab 1933 der Nazi-Terror, die Verfolgung politisch Andersdenkender und die erbarmungslose Vertreibung und Ermordung der Mitglieder der jüdischen Gemeinde. Die jüdischen Geschäfte – 1928 gab es fünf Metzgereien, drei Manufakturen und einen Altwarenhandel – wurden verkauft oder verschlossen. Die Kommunalpolitiker und Gewerkschafter August Hölzel (SPD) und Theodor Bach (KPD) erlagen kurz vor Kriegsende im KZ Dachau dem Nazi-Terror.

Die Wiederaufrüstungsbestrebungen des nationalsozialistischen Regimes hatten zu umfangreichen Kasernenbauten auf dem Kohlheck und dem Freudenberg geführt. Den anschließenden Zweiten Weltkrieg überstand Dotzheim in der Bausubstanz relativ unbeschädigt. Bei den Luftangriffen vom Februar 1945 starben 36 Einwohner, 33 Gebäude wurden völlig, 625 Bauten teilweise zerstört.

Die Notwendigkeit, zahlreiche Flüchtlinge und Heimatvertriebene anzusiedeln, sowie die Anziehungskraft Wiesbadens als Landeshauptstadt und Verwaltungssitz führte dazu, dass nach und nach weite Flächen der Dotzheimer Feldgemarkung zu Bauland wurden.

Mit der Besiedlung von Freudenberg und Märchenland wurde schon in den 1930er-Jahren begonnen. Es folgte die flächendeckende Bebauung des Bereichs Kohleck. Schließlich entstand nach der Konzeption des Städteplaners Prof. Ernst May für 2.500 Wohnungen und 7.000 Menschen Dotzheims imposantester „Trabant“, die Großsiedlung Schelmengraben (Großsiedlungen). Nicht ganz so groß fiel demgegenüber das Sauerland (für 4.000 Einwohner) aus. Nicht unerwähnt soll das interessante Bauvorhaben bleiben, das nach Abzug der Amerikaner und Umwandlung des Kasernengeländes gegenüber von Schloss Freudenberg als Siedlungsgebiet „Auf der Heide“ entstanden ist.

Dotzheim, mit über 26.000 Bewohnerinnen und Bewohnern Wiesbadens zweitgrößter Stadtteil, verfügt über das vielfältige kulturelle und sportliche Geschehen eines Gemeinwesens, das trotz jahrzehntelanger Einbeziehung in die größere Einheit Landeshauptstadt Wiesbaden Eigenständigkeit und Identität wahren konnte. Die kulturell geprägten „Dotzheimer Tage“, das Kohlhecker Veranstaltungsprogramm, der jährlich im Herbst stattfindende „Dibbemarkt“ auf dem zentralen Luja-Platz oder auch die Wiederentdeckung des Ur-Dotzheimer Gewächses „Judenkirsch“ sowie ein attraktives Heimatmuseum (Heimatmuseen) seien hierfür als Belege angeführt.