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Kolumne Januar 2017

Kolumne Januar 2017: "Worauf wir stehen – das Reformationsjubiläum"

Liebe Wiesbadenerinnen und Wiesbadener,

liebe Freunde unserer schönen Stadt,

im Jahr 1517 veröffentlichte der Mönch und Theologe Martin Luther 95 Thesen zum Ablasshandel seiner Zeit und zu den damaligen Kirchenverhältnissen in Wittenberg.  Er fand unerwartete Zustimmung und großen Widerhall. Das war der Auftakt zur Reformation, die bis heute weitreichende Auswirkungen in Kirche und Gesellschaft hat. 500 Jahre danach wird 2017 weltweit das Reformationsjubiläum gefeiert – auch bei uns in Wiesbaden. Dabei wird erstmals in der Geschichte der getrennten Kirchen der 500. Jahrestag der Reformation in ökumenischer Gemeinschaft gefeiert werden.

In der Landeshauptstadt gibt es zum Reformationsjubiläum 2017 ein wahrlich vielfältiges Programm mit zahlreichen (Themen-)Gottesdiensten, Bildungsveranstaltungen, Lesungen, Diskussionsrunden und Debatten, Kunstausstellungen, Konzerten, Theater, Musik, Chor und Musicals: Alle Kirchengemeinden im Dekanat, die Kirchenmusik und alle Einrichtungen beteiligen sich das gesamte Jahr über am Jubiläumsprogramm. Wiesbaden-Marketing und die Stadtkirchenarbeit bieten Reformationsrundgänge an, es gibt den gemeinsamen Reformationskalender. Das Stadtmuseum bietet unter dem Thema "Luther" Rundgänge für Kinder und Jugendliche an und macht eine Ausstellung unter dem Thema "Nassaus Beitrag zur Geschichte des Protestantismus".

Das zentrale Fest des Evangelischen Dekanats zum Reformationsjubiläum findet am Sonntag, 25. Juni, in und rund um die Marktkirche statt. Unter dem Motto "Darauf stehe ich" feiern die Protestanten in und um die Marktkirche ein großes Sommerfest zum Reformationsjubiläum auf dem Schlossplatz vor der Marktkirche, und alle Wiesbadenerinnen und Wiesbadener sind eingeladen mitzufeiern. Der Festtag beginnt um 14 Uhr mit einem Familiengottesdienst in der Marktkirche, danach wird auf dem Schlossplatz ausgelassen gefeiert.

Für Martin Luther und die anderen Reformatoren war die Wiederentdeckung des Glaubens wesentlicher Kern. Die reformatorische Entdeckung, dass nicht die eigene Leistung entscheidend ist, sondern die Gnade Gottes, hat Martin Luther getragen, trotz all seiner Ängste. Am 17. April 1521 stand Luther vor dem Reichstag zu Worms, wurde vor den versammelten Fürsten und Reichsständen verhört und letztmals zum Widerruf aufgefordert.

Nach einem Tag Bedenkzeit und im Wissen, dass dies seinen Tod bedeuten könne, lehnte er mit folgender Begründung ab: Da "mein Gewissen in den Worten Gottes gefangen ist, ich kann und will nichts widerrufen, weil es gefährlich und unmöglich ist, etwas gegen das Gewissen zu tun. Gott helfe mir. Amen." Dass er sich damit in Lebensgefahr brachte, beirrte ihn nicht, denn sein Vertrauen auf Gott war größer als die Angst. Wer im Sinne der Haltung Luthers selbst auf einen Sockel steigen möchte, der kann das vom 25. Juni bis 31. Oktober tun. Die evangelische Kirche in Wiesbaden hat dafür extra einen roten Sockel anfertigen lassen, der ab Sonntag, 25. Juni, frei zugänglich auf den Schlossplatz stehen wird. Das Fundament unter den Füßen wahrnehmen und die Marktkirche im Rücken, so sind Passanten aufgefordert, darüber nachzudenken: "Was ist mein Fundament? Was gibt mir Halt und Zuversicht? Wofür stehe ich ein? Wo bin ich herausgefordert in meinem Leben und in dieser Welt?"

Am Montag, 30. Oktober, findet ab 19 Uhr in der Lutherkirche eine Reformationsnacht mit zentralem Gottesdienst der Evangelischen Kirche in Hessen und Nassau mit Kirchenpräsident Volker Jung statt. Im Anschluss wird bei Sekt, Wein und Häppchen eine rauschende Reformationsnacht mit Kabarett gefeiert. Die Kirche selbst wird aus Anlass des Jubiläums von einem Lichtkünstler illuminiert. Einen Tag später, am Dienstag, 31. Oktober,  gibt es um 11 Uhr in der Marktkirche den zentralen Dekanatsgottesdienst zum Reformationsjubiläum.

Mit dem 500-jährigen Jubiläum feiern wir die kraftvolle und befreiende Botschaft der Reformation, die auch für unsere Zeit aktuell ist – auf Gott zu vertrauen, dem eigenen Gewissen zu folgen und Verantwortung für sich und die Nächsten zu übernehmen. Ich lade deshalb alle Wiesbadenerinnen und Wiesbadener ein, gemeinsam das Reformationsjubiläum zu begehen. Die Evangelische Kirche bietet ein umfangreiches Programm mit zahlreichen Angeboten dazu an. Weitere Informationen dazu gibt es im Internet auf der Homepage das Dekanats.

Herzlichst

Sven Gerich
Oberbürgermeister

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Oberbürgermeister Sven Gerich. wiesbaden.de
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