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Rechte des Finders

Als Finder stehen Ihnen nach dem Bürgerlichen Gesetzbuch verschiedene Rechte zu. Auf diese Rechte können Sie komplett oder teilweise verzichten. Bitte achten Sie darauf, dass Sie Ihre Rechte entsprechend auf der Fundanzeige schriftlich geltend machen oder ablehnen. 

Als Finder haben Sie die Möglichkeit, Fundsachen ohne Bekanntgabe Ihrer persönlichen Daten abzugeben. Allerdings können bei einer anonymen Abgabe Ihre Ansprüche auf Finderlohn, Eigen­tums­erwerb und/oder Auslagenersatz nicht umgesetzt werden, da weder der Verlierer noch das Fundbüro dann eine Möglichkeit hat Sie zu kontaktieren.

Um Ihre Rechte geltend machen zu können, müssen Sie bei der Abgabe einer Fundsache bestätigen, dass Sie mit der Weitergabe Ihrer Daten an den Verlierer einverstanden sind.

Finderlohn

Als Finder haben Sie Anspruch auf einen gesetzlichen Finderlohn nach § 971 BGB, welcher vom Verlierer an Sie zu zahlen ist. Der Finderlohn richtet sich nach dem Wert der Fundsache. 

  • bis einschließlich 500 Euro: Fünf Prozent
  • mehr als 500 Euro: Fünf Prozent von 500 + drei Prozent vom Mehrwert
  • bei Fundtieren: Drei Prozent

Beispiel:
Fundsachenwert 1.300 Euro
Fünf Prozent aus 500 Euro = 25 Euro
Drei Prozent aus 800 Euro = 24 Euro
Ergebnis: 49 Euro gesetzlicher Finderlohn

Spezielle Bestimmungen gelten für Fundsachen aus öffentlichen Behörden oder Verkehrsmitteln, zum Beispiel Busse von ESWE-Verkehr, Züge der Deutschen Bahn AG, Behörden, Anstalten, Gebäude der öffentlichen Verwaltung etc.

Hier besteht ein Anspruch auf Finderlohn nur dann, wenn der Wert der Fundsache 50 Euro über­steigt (§ 978 BGB). In diesen besonderen Fällen wird außerdem nur die Hälfte des regulären Finder­lohns berechnet.

Eigentumserwerb an der Fundsache

Wird die Fundsache vom Verlierer nicht abgeholt, können Sie als Finder nach sechs Monaten das Eigentum an der Sache nach § 973, 974 BGB erwerben. Wenn Sie Ihren Anspruch auf Eigentumserwerb bei Abgabe der Fundsache geltend gemacht haben, werden Sie automatisch durch das Fundbüro benachrichtigt.

Bei Fundsachen aus öffentlichen Behörden oder Verkehrsmitteln gelten auch hier spezielle Bestimm­ungen. Ein Anspruch auf Eigentumserwerb an der Fundsache ist ausgeschlossen. Die Paragraphen 973, 974 BGB finden keine Anwendung.

Besonderheit Handyfund:
Smartphone-Hersteller integrieren mittlerweile eine erweiterte Diebstahlsicherung je nach Modell in ihre Software. Aus diesem Grund kommt es vermehrt vor, dass das Fundbüro Wiesbaden aktuelle Smartphone-Modelle nicht datenschutzrechtlich sicher löschen kann. In diesen Fällen überwiegt der Datenschutz vor dem Recht auf Eigentumserwerb an der Fundsache. Eine Aushändigung eines nicht löschbaren Smartphones an Sie als Finder nach sechs Monaten ist in diesen Fällen ausgeschlossen.

Aufwendungsersatz

Sie können Ihre Kosten für zum Beispiel die Unterbringung eines Fundtieres im Tierheim, Behandlungskosten des Tierarztes oder Erhaltungskosten dem Verlierer gegenüber geltend machen. Die Erhebung von Aufwendungsersatz wird im Einzelfall geprüft und muss in einem angemessenen Verhältnis zur Fundsache stehen.