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Wirtschaft

schoko pro GmbH

Das in Schierstein ansässige Unternehmen für Veranstaltungstechnik verzeichnet nicht nur ein beeindruckendes Wachstum, sondern beschäftigt beispielhaft auch Menschen mit Behinderung.

Das 1982 gegründete Unternehmen sorgt für einen ganzheitlichen und hoch-professionellen Ablauf von Veranstaltungen – von der Idee über die technische Konzeption bis zur perfekten Umsetzung vor Ort.

Und das so gut, dass schoko pro dafür bereits mehrfach ausgezeichnet wurde, zuletzt 2018 von "Focus Money" als einer der stärksten TOP 5-Marken in der Eventbranche sowie vom Branchenmedium „BlachReport“, das schoko pro seit vielen Jahren unter den Top10 Event-Dienstleistern über alle Gewerke hinweg listet.

Unternehmen wie Opel, KIA, Bosch, Bands wie Kraftklub, Künstler wie Xavier Naidoo, Udo Lindenberg und Herbert Grönemeyer werden, ebenso wie Event-Agenturen, von schoko pro bei ihren Auftritten unterstützt. Aktiv ist man unter anderem auch bei Festivals wie "Nature One" oder bei der Internationalen Automobil Ausstellung (IAA).

Nicht zuletzt ist schoko pro technischer Generaldienstleister beim Wiesbadener RheinMain CongressCenter (RMCC).

Gemeinsame Werte

Über 80 feste Mitarbeiter sorgen für den Erfolg des Unternehmens, 15 junge Menschen werden in fünf Berufszweigen ausgebildet. Zur Kultur des Unternehmens gehört ein Leitbild, das von allen Beschäftigten unterzeichnet wurde und die gemeinsamen Werte, die man im Arbeitsalltag lebt, auch nach außen verdeutlicht.

Die Unternehmensphilosophie wird von Joachim Bruchhäuser, dem Gründer und Geschäftsführer von schoko pro so beschrieben: "Der perfekte Mix aus hochprofessionell und Spaß an der Arbeit – das ist, was die Besonderheit von schoko pro ausmacht. Das Projekt soll gut, das Ergebnis besonders sein."

Beginn mit einem Probepraktikum

Mit dem Thema "Inklusion" kamen das Unternehmen und seine Mitarbeiter durch Kai Oliver Kluge in Kontakt. Als Kind erlitt Kai Oliver bei einem Schulunfall ein schweres Schädel-Hirn-Trauma und ist dadurch gehandicapt.

Kai Oliver interessierte sich bereits früh für Veranstaltungstechnik. Auch nach seinem Unfall sorgte er bei den Schultheateraufführungen seiner Klasse weiter für die "passende" Licht- und Tontechnik; ebenso wie bei den "Bodelrockern" der Friedrich-von Bodelschwingh-Schule.

Vor dem Start seiner Ausbildung bei schoko pro absolvierte er ein Praktikum beim "Hessischen Rundfunk" und lernte dabei unter anderem die Holzwerkstatt, das technische Zeichnen und die Lichtabteilung kennen. Für Kai Oliver ergab sich dadurch die Möglichkeit, Komparse zu werden. So ist er bei "Tatort" und in der online-Serie "Country Girls" zu sehen.

Seit August 2018 ist er einer von fünf Auszubildenden in diesem Lehrjahr zur "Fachkraft für Veranstaltungstechnik". Statt drei Jahren wird seine Ausbildungszeit vier Jahre betragen, da ein Jahr Lernzeit vorgeschaltet wurde. Davor hat er ein Probepraktikum bei schoko pro absolviert.

Es muss für alle passen

Die Frage, ob man die Ausbildung für Kai Oliver möglich machen kann, wurde von allen Mitarbeitern des Unternehmens offen diskutiert - und die anschließende Entscheidung, dass man es kann, gemeinsam getroffen.

Wie Maximilian Ostersetzer, Consultant PR & Marketing bei schoko pro bestätigt: "Es muss für beide Seiten 'passen' und geht nur, wenn die ganze Mannschaft es mitträgt und im Arbeitsalltag 'lebt'".

Daran glauben sie und setzen es auch um: Alle "schokos" stehen dahinter, dass Kai Oliver es schafft. Und Kai Oliver rät anderen Menschen mit Handicap: "Einfach machen!"

Für das Unternehmen bedeutet die Beschäftigung von Kai Oliver einen gewissen zusätzlichen formellen Aufwand wie die Erstellung von Dokumentationen oder die Information der Mitarbeiter, wenn Kai Oliver während seiner Ausbildung in eine neue Abteilung wechselt.

Dabei ist der Verein "Barrierefrei starten e.V." in allen Belangen ein wertvoller Coach für Kai Oliver. Nicht zuletzt hat ihn der Verein beim Erwerb des Führerscheins unterstützt – und schoko pro hat zeitliche Freiräume für das Lernen der "Theorie" geboten.

Kai Oliver wird wie jeder andere Mitarbeiter behandelt. Er wertschätzt dies und ist dem Unternehmen bereits jetzt sehr verbunden. Durch die Ausbildung hat er sich auch selbst weiterentwickelt. Nach seiner Einschätzung und der seiner Vorgesetzten ist er "schneller" und "gleichmäßiger" geworden.

Für beide Seiten ein Gewinn

Das Thema "Inklusion" wird für seine Kollegen durch ihn in den Alltag gerückt und bedeutsam. Jeder einzelne ist dabei gefordert, sein eigenes Verhalten zu reflektieren – Empathie, Rücksichtnahme, aber auch ehrliche Rückmeldungen stärken das Team und das gemeinsame Tun.

Joachim Bruchhäuser ist stolz auf seine Mannschaft und fasst dies so zusammen: "Das Unternehmen gewinnt und wächst auf anderer Ebene zusammen –  es entwickelt sich. Es ist wertvoll und für beide Seiten ein Gewinn, sich mit dem Thema 'Inklusion' zu befassen." Er rät auch anderen Unternehmen, diese Chance für sich zu nutzen.

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