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Wirtschaft

auctopus GmbH

Für Thomas Götzfried und Peter Fries ist auctopus nicht das erste Unternehmen. Die Idee der geheimen online Auktionen hat sie so begeistert, dass sie damit selbst nochmal ein Start-up gegründet haben.

Dezember 2019

Unternehmen:
auctopus GmbH

Gründer:
Thomas Götzfried und Peter Fries

Gründungsdatum:
September 2018

Branche:
E-Commerce / Handel

Motto:
"Wer nicht aus Liebe zur Sache arbeitet, sondern nur des Geldes willen, der bekommt gar nichts: Weder Geld noch Glück." Charles M. Schwab

Interview mit den Gründern Thomas Götzfried und Peter Fries

Was ist die Besonderheit Ihrer Firma?
Thomas Götzfried: Das ist unsere Geschäftsidee, die auf dem Prinzip der sogenannten stillen oder geheimen Auktionen basiert. Das heißt, wir versteigern auf auctopus.com Produkte, veröffentlichen dabei allerdings lediglich den regulären Preis. Wer bei uns bietet, sieht nicht die anderen für das Produkt abgegebenen Gebote. Der Anbieter entscheidet, wer den Zuschlag erhält. Das hat Vorteile für Käufer und Verkäufer. Wir bringen beide Seiten auf unserer Plattform zusammen.

Peter Fries: Anbieter können somit Rabatte gewähren, ohne sie offen zu kommunizieren und dadurch einen Imageverlust zu riskieren. Das ist vor allem im Luxus- und Premiumproduktbereich von großem Wert.

Was sind Ihre ersten beruflichen Erfolge?
Peter Fries: Der größte Erfolg ist, dass unser Modell auf so positive Resonanz gestoßen ist. So konnten wir bereits Kooperationen mit namhaften Anbietern und Medienunternehmen eingehen, zum Beispiel mit Axel Springer, Burda und United Internet Media.

Thomas Götzfried: Für mich ist es außerdem ein großer Erfolg, dass wir mit der Idee am Markt sind. Nach der Gründung im Herbst vergangenen Jahres stand erst einmal an, die Idee in eine Software umzusetzen. Mit den ersten Auktionen, die wir anfangs alle in einer Übersicht angezeigt haben, konnten wir schließlich im Juni 2019 starten. Seit September fassen wir die Versteigerungen in Kategorien zusammen. Pro Wochentag spielen wir einen Schwerpunkt aus, zum Beispiel Technik, Fashion und Beauty oder Reisen. Auf 400 Auktionen kommen aktuell ungefähr 5.000 abgegebene Gebote, von denen 1.000 den Zuschlag bekommen haben.

Wie ist Ihr beruflicher Werdegang?
Thomas Götzfried: Ich habe in Frankfurt Informatik studiert und anschließend zunächst als selbstständiger Softwareentwickler gearbeitet. Es folgte die Gründung der Thomas Götzfried AG, die freiberufliche IT-Spezialisten rekrutiert und vermittelt. Nach dem Verkauf des Unternehmens 2006 war ich dort noch als angestellter Vorstand tätig. Seit ungefähr fünf Jahren engagiere ich mich in verschiedenen Start-ups.

Peter Fries: Ich habe Betriebswirtschaftslehre an der European Business School im Rheingau studiert und relativ bald nach dem Studium die Firma Alto gegründet, die Flugzeughallen baut. Ich konnte mich dort aus meinen operativen Tätigkeiten weitestgehend herausziehen und bin seit einem Jahr als erster Investor bei auctopus dabei, um die Firma mit meinen Möglichkeiten voranzubringen. Generell habe ich mich immer in Start-ups engagiert – auch als Investor. Das Modell der geheimen Auktionen hat mich so gepackt, dass ich beschlossen habe, mit ins Operative einzusteigen.

Was war für Sie der Auslöser, ein eigenes Unternehmen zu gründen?
Thomas Götzfried: Es war für uns beide ja nicht das erste Unternehmen. Das Geschäftsmodell der geheimen Auktionen fanden wir beide so extrem spannend, dass wir nicht nur als Investoren oder "Business Angels" auftreten wollten, sondern uns entschieden haben, selbst "anzugreifen".

Wer hat Sie beraten, wer sind Ihre Helfer und Mentoren?
Thomas Götzfried: Das ist zum einen Reiner Meutsch, der mit seiner Stiftung "FLY & HELP" weltweit Schulen in Entwicklungsländern baut. Er hat uns auf die Idee für auctopus gebracht und uns beraten. Im Gegenzug unterstützen wir seine Stiftung. Ansonsten leben wir zum einen von unserer eigenen Erfahrung als Unternehmer. Zum anderen profitieren wir von unserem sehr guten jungen Team, von dem wir selbst viel lernen.

Wie haben Sie die ersten Tage als Gründer erlebt?
Peter Fries: Nachdem wir die Idee entwickelt und mit Freunden sowie Familie diskutiert hatten, haben wir uns mit großem Enthusiasmus in die Arbeit gestürzt. Die Euphorie hält noch immer an.

Thomas Götzfried: Extrem spannend waren die ersten Tage im Live-Betrieb: Wie nehmen die Menschen das an? Wie viele registrieren sich? Unsere großen Erwartungen haben sich nicht erfüllt, aber wir hatten eine steile Lernkurve. Die Stellschrauben, mit denen wir schließlich die Registrierungen für unser Portal steigern konnten, waren schnell gefunden.

Was war Ihre größte Herausforderung und wie haben Sie diese gemeistert?
Thomas Götzfried: Das war die Softwarenentwicklung! Das ganze Thema als Idee zu diskutieren, war eine erste Herausforderung: die Machbarkeit prüfen und sich selbst die Frage stellen, warum es so etwas noch nicht gibt. Um die offensichtliche Lücke zu schließen, braucht es allerdings eine Software. In deren Entwicklung haben wir viel Geld und Energie gesteckt, denn der Betrieb der Software ist die Lebensgrundlage für das Unternehmen.

Peter Fries: Im Prozess der Softwareentwicklung gibt es ständig Änderungswünsche. Dieses Wechselspiel zwischen Softwareentwicklern und uns ist auf jeden Fall eine Herausforderung. Gleichzeitig brauchen wir auf Medien- und Produktseite Kooperationen, um gemeinsam die Plattform voranzubringen. Die Schwierigkeit liegt dabei in der Balance: Es nützt nichts, viele Menschen auf eine Website zu locken, auf der es nichts zu kaufen gibt. Andererseits ist es wenig sinnvoll, wenn wir viel zu verkaufen haben, aber niemand unsere Plattform besucht. Und schließlich braucht man Geld als Treibstoff sowie das richtige Team. All das spielt zusammen und ändert sich ständig.

Wie machen Sie auf Ihr Unternehmen aufmerksam? Was ist Ihre beste Vermarktungsidee?
Thomas Götzfried: Ganz wichtig sind die genannten Medienkooperationen. Parallel nutzen wir die sozialen Medien, wie Facebook und Instagram, um über Communitys Interessensgruppen zu finden, die affin für unsere Angebote sind. Ziel ist es, die verschiedenen Zielgruppen präzise ansprechen zu können. Dabei haben wir beispielsweise gelernt, dass Gewinnspiele sehr gut funktionieren.

Peter Fries: Darüber hinaus forcieren wir stark die Eigenwerbung durch die Herstellerunternehmen. Wir bieten diesen an, Auktionen in ihrem eigenen Corporate Design über auctopus zu realisieren und diese selbst zu bewerben. Interessant ist das für einige Handelsunternehmen, aber auch für die Kunstbranche. Galerien können dadurch Auktionen selbstständig durchführen.

Wie haben Sie die Finanzierung Ihrer Gründung umgesetzt?
Thomas Götzfried: Wir haben uns initial selbst finanziert, ohne externe Investoren. Später haben wir eine Kapitalerhöhung durchgeführt, zu der wir "Family and Friends" eingeladen haben. Das heißt, es gibt einen kleinen Kreis von lieben Menschen, die uns unterstützen.

Welchen Traum möchten Sie noch verwirklichen?
Thomas Götzfried: Wir möchten gerne auctopus etablieren und unser Geschäftsmodell zu einem Standard im E-Commerce machen. Unser Ziel ist es, dass es für alle Menschen selbstverständlich ist, auf diese Art und Weise einzukaufen und Schnäppchen zu machen.

Peter Fries: Unternehmen sollen wissen: Es gibt einen Kanal, wo sich Produkte verkaufen lassen, ohne Rabatte offen kommunizieren zu müssen.

Bitte ergänzen Sie folgenden Satz: Wenn ich mehr Zeit hätte würde ich ...
Peter Fries: . . . so viele Dinge machen – zum Beispiel mehr Zeit mit meiner Familie verbringen.
Thomas Götzfried: . . . mehr reisen.

Was ist Ihr besonderer Tipp: Was würden Sie Gründerinnen und Gründern empfehlen?
Thomas Götzfried: Nicht so schnell aufgeben, dranbleiben! Auch wenn der erste Businessplan in der Realität nicht aufgeht. Motiviert bleiben und nicht so schnell die Flinte ins Korn werfen.

Peter Fries: Positiv bleiben!

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