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EINERSEITS Magazin

Patrick Gerner und Stephan Walkiewicz haben mit EINERSEITS ein Magazin geschaffen, das die lokale Kunst- und Kulturlandschaft in Wiesbaden und Mainz zeigt, ihr eine Plattform bietet und den Austausch zwischen den beiden Städten fördern will.

Juli 2020

Unternehmen:
EINERSEITS Magazin

Gründer:
Patrick Gerner, Stephan Walkiewicz

Gründungsdatum:
Oktober 2019

Branche:
Medien

Was treibt Sie an? Was ist Ihr Leitspruch?
"Sei du selbst die Veränderung, die du dir wünschst für diese Welt." (Mahatma Gandhi)

Interview mit den Gründern

Worum geht es bei Ihrer Gründung und was ist das Besondere daran?
S.W.: Das EINERSEITS Magazin zeigt die lokale Kunst- und Kulturlandschaft aus Wiesbaden und Mainz und bietet ihr eine Plattform. Bei uns findet man auch die vielen Künstlerinnen und Künstler, die sonst nicht im Rampenlicht stehen – den Pianospieler von nebenan oder die Schauspielerin aus dem Laientheater.

P.G.: Mit unserem Magazin stärken wir den Austausch zwischen Mainz und Wiesbaden. Oft weiß man ja gar nicht, was auf der anderen Rheinseite gerade läuft! Außergewöhnlich ist unser crossmedialer Anspruch. Wir wollen als Printmagazin ausliegen, starten aber erst einmal im Internet. Jedes Interview gibt es auch als ausführlichen Podcast. Wir verlinken zudem auf die Plattformen der Künstlerinnen und Künstler, damit man sie weiter kennenlernen kann.

Was sind Ihre ersten Erfolge?
S.W.: Das sind die Resonanz und die großen sozialen Erfolge, die wir erreichen. Im Gespräch mit Künstlern und Kulturschaffenden merken wir: Sie fühlen sich abgeholt, gesehen. Es kommen immer mehr Einladungen rein. Wir erzielen also schon Reichweite und erhalten Aufmerksamkeit.

P.G.: Online ist unser Magazin schon sehr gut angelaufen. Für uns ist es ein großer Erfolg, dass wir ein gutes Redaktions- und Grafikteam zusammenstellen und auch zusammenhalten konnten, obwohl wir wegen der Corona-Krise erst einmal auf Print verzichtet haben. Das Online-Magazin erscheint jeden Monat im kompletten Layout, sodass man sich schon einmal vorstellen kann, wie es dann gedruckt aussehen wird.

Wie ist Ihr beruflicher Werdegang
P.G.: Ich habe schon viel gemacht – angefangen bei den Johannitern in der Großküche, über den Wochenmarkt als Gemüseverkäufer bis hin zum selbstständigen Eventmanager und Künstler sowie zum Industriekaufmann in einem international tätigen Chemieunternehmen. Zuletzt habe ich bei Vinyl Digital gearbeitet, einem Musiklabel im Hunsrück. Seit einigen Jahren trete ich als Hip-Hop-Künstler auf und habe das Künstlerkollektiv Besser-Samstag ins Leben gerufen.

S.W.: Ich habe eine Ausbildung zum Erzieher angefangen, habe dann im Club New Basement in der Schwalbacher Straße gearbeitet, in Freiburg mein Abitur nachgeholt, war gleichzeitig Ski- und Snowboardlehrer am Feldberg und Bar-Chef. Dann habe ich mich entschieden, mich in die Veranstaltungsbranche zu begeben und eine Ausbildung zum Veranstaltungskaufmann absolviert. Während eines sechsmonatigen Praktikums bei der Konzertagentur PGM habe ich erste größere Veranstaltungserfahrungen gesammelt. Nach der Ausbildung bin ich nach Wiesbaden gezogen, habe mit einem Freund die Eventagentur Klinque gegründet und kurz darauf das EINERSEITS Magazin.

Was war für Sie der Auslöser, ein eigenes Unternehmen zu gründen?
P.G.: Zum einen die Umstellung meiner Lebensumstände, zum anderen der dringende Wunsch, im Kulturbereich tätig zu sein, davon leben zu können und gleichzeitig etwas an die Szene zurückzugeben.

S.W.: Für mich kam noch der Wunsch hinzu, Unternehmer zu sein. Ich wollte ins kalte Wasser springen und das von der Pike auf lernen, um so schnell wie möglich Erfahrungen zu sammeln.

Wer hat Sie beraten, wer sind Ihre Helfer und Mentoren?
P.G.: Geprägt haben mich in dem, was ich tue: Reinhold Filipp, damals Leiter des Zentraleinkaufs der Possehl Spezialbau, Gabriele Galinkowski, meine damalige Chefin bei den Johannitern, Tobias Wolf-Mühlburger von Vinyl Digital und Stephan Szillus, Mitarbeiter von Spotify und ehemaliger Chefredakteur der JUICE.

S.W.: Vieles passiert im Austausch. Jetzt aktuell bekomme ich guten Input von meinem Mitbewohner Alexander Grau, der beruflich die hessische Start-up-Szene unterstützt.

Wie haben Sie die ersten Tage als Gründer erlebt?
P.G.: Es geht darum, einfach immer weiterzumachen und sich und das Team immer wieder aufs Neue zu motivieren.

S.W.: Jeder Schritt, so klein er auch ist, ist ein Schritt nach vorne. Das ist das Schöne daran! Ich finde die Selbstständigkeit befreiend, weil man sich seine Aufgaben selbst stellt. Gleichzeitig ist es aber auch sehr beengend, weil man weniger Freizeit hat. Aber man kann sich auch Freiheiten rausnehmen. Für mich war das eine sehr wichtige Erfahrung: das Gefühl, mein Leben selbstbestimmt leben zu können.

Was war Ihre größte Herausforderung und wie haben Sie diese gemeistert?
P.G.: Der Sprung ins Printmagazin, weil er für uns so wichtig ist. Den Übergang haben wir gemeistert, indem wir unsere Online-Ausgaben layouten – als Printmagazin fürs Internet. Unser Team hat das mit uns zusammen gemeistert. Sie haben gesagt: "Ob wir drucken oder nicht – wir sind mit dabei!"

Wie machen Sie auf Ihr Unternehmen aufmerksam? Was ist Ihre beste Vermarktungsidee?
S.W.: Unsere Kommunikationswege sind ganz klassisch Facebook, Instagram, Spotify und Youtube. Wir haben eine starke Internetpräsenz mit einer eigenen Website. Auch bei kulturellen Veranstaltungen sind wir aktiv mit dabei.

P.G.: Inzwischen laufen wir auch Galerien in Mainz und Wiesbaden ab und stellen uns persönlich vor.

S.W.: Wir reden einfach darüber, was wir tun. EINERSEITS ist nicht nur ein Magazin. Wir sind sowas wie eine kleine Bewegung! Deswegen macht es auch so Spaß.

Wie haben Sie die Finanzierung Ihrer Gründung umgesetzt?
P.G.: Hauptsächlich aus eigenen Mitteln. Bis die Reichweite so stark ist, dass wir mit potenziellen Anzeigenkunden zusammenarbeiten können, ist uns bewusst, dass wir immer wieder eigene Mittel einbringen müssen.

Welchen Traum möchten Sie noch verwirklichen?
P.G.: Den Zusammenhalt zwischen den Szenen in Wiesbaden und Mainz zu stärken und mindestens einmal alle drei Monate Veranstaltungen zu machen. Dort soll man die Künstler, die wir in unserem Magazin abbilden, live erleben können.

S.W.: Unser Ziel ist es natürlich auch, dass sich das Magazin selbst trägt, sodass es sich für uns und unser Team rentiert und wir das Vorhaben auch über einen längeren Zeitraum am Leben halten können. Mein persönlicher Traum ist es noch, später im Leben den einen oder anderen Beitrag dazu geleistet zu haben, dass wir als Menschen eine klimaneutrale Symbiose mit unserem Planeten erreichen.

Bitte ergänzen Sie folgenden Satz: Wenn ich mehr Zeit hätte würde ich ...
P.G.: ... noch mehr Musik machen.

S.W.: ... mehr Sport machen, surfen, unterwegs sein, meine Freunde sehen und an den anderen Ideen weiterarbeiten.

Was ist Ihr besonderer Tipp: Was würden Sie Gründerinnen und Gründern empfehlen?
P.G.: Einen langen Atem haben, um die Ecke denken und sich strukturieren.

S. W.: Nicht nur ein Ziel anpeilen, sondern das auch einem höheren Ziel unterordnen. Sich Meilensteine setzen, die Schritte planen, vorbereiten und den Schritten gewisse Prioritäten zusprechen. Man sollte nicht sofort loslegen, weil man gerade euphorisiert ist, sondern sich zurücknehmen und fragen, ob man wirklich an alles gedacht hat. Und vor allem empfehle ich: Spaß an der Sache!

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