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Wirtschaft

Escape Artist

Milana Sotir liebt es, gemeinsam im Team zu rätseln. Mit ihrem Unternehmen "Escape Artist" möchte sie ihre Begeisterung für Escape Rooms weitergeben. Dafür bietet sie Escape-Räume an, die ausschließlich über Sensoren gesteuert werden.

Mai 2019

Unternehmen:
Escape Artist

Gründerin:
Milana Sotir

Gründungsdatum:
November 2018

Branche und Unternehmen:
Team Building und Freizeitgestaltung

Motto:
"Ich freue mich, wenn die Kunden mit einem Lächeln hier raus gehen."

Interview mit der Gründerin

Was ist die Besonderheit Ihrer Firma?
Die besteht vor allem darin, dass wir komplett auf Schlüssel und Schlösser verzichtet haben. Als Betreiber von "Escape Rooms" geht es bei "Escape Artist" darum, in einem Raum, der nach einem Motto eingerichtet ist, im Team gemeinsam Rätsel zu lösen. Die Spielenden tauchen dabei in eine Fantasiewelt ein. Dafür stehen bei uns aktuell zwei Räume zur Verfügung. In Deutschland sind diese bislang in der Regel so aufgebaut, dass die Spielenden zunächst einen Schlüssel suchen und dann das dazu passende Schloss, das sich öffnet und beispielsweise einen Code für ein Zahlenschloss enthält, mit dem sie wiederum ein Schloss öffnen. Das gibt es bei uns gar nicht. Unsere Räume sind technisch bereits weiter entwickelt und funktionieren voll elektronisch über Magnetschlösser, Wärmesensoren oder Bewegungsmelder.

Was sind Ihre ersten beruflichen Erfolge?
Dass wir Gäste wirklich jeden Alters und aus allen gesellschaftlichen Bereichen haben, die hier spielen und mit leuchtenden Augen raus gehen, weil sie einfach ganz viel Spaß hatten. Wir hatten hier bereits Geburtstagsfeiern für Kinder und Erwachsene, aber auch Team-Events. Vor kurzem war ein Firmeninhaber mit seinem Team hier und sie waren alle begeistert. Das ist für mich ein riesiger Erfolg – da bin ich richtig stolz drauf.

Wie ist Ihr beruflicher Werdegang?
Ich bin Marketingfachfrau und Vertriebstrainerin. Ich habe zunächst im Marketing und später zehn Jahre im Vertrieb gearbeitet – im Immobilienumfeld sowie für Personaldienstleistungen. Ich habe also seit jeher beruflich mit Menschen zu tun gehabt. Ich finde es einfach spannend, auf die unterschiedlichsten Charaktere zu treffen.

Was war für Sie der Auslöser, ein eigenes Unternehmen zu gründen?
Ich habe selbst in vielen "Escape Rooms" vor allem im osteuropäischen Raum gespielt und gemerkt, dass diese gestalterisch und technisch ein viel höheres Niveau haben, als das in Deutschland üblich ist. Ich hatte den Anspruch, einen "Escape Room" zu gründen, wie es ihn hier bislang noch nicht gibt. Dafür haben wir den Fokus auf Technik gelegt. Das heißt, die einzelnen Teile in den Räumen - wie Klappen, Türen, Schubladen – sind miteinander verbunden und werden elektronisch über Sensoren gesteuert. Dadurch interagiert der ganze Raum mit den Spielenden: Sie basteln beispielsweise ein Puzzle zusammen, und daraufhin geht eine Klappe auf, wo sich ein weiteres Rätsel oder ein Hinweis befindet.

Wer hat Sie beraten, wer sind Ihre Helfer und Mentoren?
Ich habe mich mit vielen Anbietern in Deutschland und im Ausland in Verbindung gesetzt, zum Beispiel in Spanien, in der Schweiz sowie in Russland. Im osteuropäischen Raum gibt es eine sehr ausgeprägte "Escape-Room-Kultur", sodass dort bereits sehr viel Know-how vorhanden ist. Da habe ich vor allem das Marketing betreffend das eine oder andere zur Unterstützung an die Hand bekommen.

Wie haben Sie die ersten Tage als Gründerin erlebt?
Chaotisch! Ich musste realisieren, dass der Tag leider nur 24 Stunden hat! Ich wollte jedem gerecht werden: Auf der einen Seite war da der administrative Part einschließlich der ganzen Steuerangelegenheiten. Auf der anderen Seite musste und wollte ich das Marketing in Gang setzen. Ich war wahnsinnig viel unterwegs, zum Beispiel an der Universität oder bei Netzwerkveranstaltungen - und zwischendrin musste hier der Boden durchgewischt werden. Abends wusste ich manchmal gar nicht, was ich alles gemacht hatte. Irgendwann habe ich angefangen, Tagebuch zu führen und mir aufzuschreiben, was ich an dem Tag alles geschafft habe, um mir das bewusst zu machen.

Was war Ihre größte Herausforderung und wie haben Sie diese gemeistert?
Das war definitiv, mich in Geduld zu üben und zu verstehen, dass nicht alles auf einmal kommen kann. Vieles braucht seine Zeit – wie eben bekannt zu werden. Ich musste erfahren, dass Werbung nicht von jetzt auf gleich funktioniert, sondern es mehrere Monate braucht, bis das bei den Leuten wirklich ankommt.

Wie machen Sie auf Ihr Unternehmen aufmerksam? Was ist Ihre beste Vermarktungsidee?
Wir haben einen sehr ausgeprägten Marketingmix. Angefangen bei Facebook- und Google-Werbung, haben wir großartige Experten, was die Suchmaschinenoptimierung betrifft. Außerdem verteilen wir regelmäßig Flyer und haben Kooperationen mit mehreren Fitnessstudios, die ihren Kundinnen und Kunden einen Gutschein bei Escape Artist mitgeben, wenn sie einen Vertrag abschließen. Darüber hinaus sprechen wir aktiv Firmen an und stellen unser Angebot vor.

Wie haben Sie die Finanzierung Ihrer Gründung umgesetzt?
Es gibt einen Investor, der die Gründung ermöglicht hat.

Welchen Traum möchten Sie noch verwirklichen?
Ich möchte in fünf Jahren mindestens fünf Standorte haben. Ich möchte das Rätseln und Spielen den Leuten näher bringen, sodass sie auf den Geschmack kommen. Außerdem planen wir, noch einen dritten Raum zu eröffnen. Unsere Gäste sind momentan aufgefordert, dafür ihre Ideen einzureichen.

Bitte ergänzen Sie folgenden Satz: Wenn ich mehr Zeit hätte, würde ich
. . . definitiv mehr reisen!

Was ist Ihr besonderer Tipp: Was würden Sie Gründerinnen und Gründern empfehlen?
Sich sehr viele Informationen im Vorfeld zu holen! Ganz gleich, ob durch Wettbewerbsbeobachtung, über Mentoring oder auf Veranstaltungen, wie beispielsweise die Marketing- und Vertriebstage bei der IHK – einfach sich so umfassend wie möglich zu informieren. Es wird leicht unterschätzt, was alles hinter einer Gründung steckt und es gibt so viel Unvorhergesehenes, was passieren kann. Das lässt sich natürlich nicht alles verhindern, aber gut informiert, lässt sich das leichter angehen.

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