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Wirtschaft

greensens GmbH

Stanislav Shults wollte etwas entwickeln, das jeder gut gebrauchen und sich leisten kann. So entstand ein Blumensensor, der Lichtverhältnisse, Temperatur und Bodenfeuchtigkeit misst. Die Daten werden mit den optimalen Bedingungen für die jeweilige Pflanze abgeglichen. Eine App informiert den Nutzer über das Ergebnis.

April 2020

Unternehmen:
greensens GmbH

Gründer:
Stanislav Shults mit Sebastian Gantzert

Gründungsdatum:
April 2019

Branche:
Internet-of-Things-/Smart-Home-Lösungen

Motto:
"There are no problems, only challenges."

Interview mit dem Gründer

Was ist die Besonderheit Ihrer Firma?
Der greensens-Blumensensor ist so etwas wie ein Fieberthermometer für Pflanzen. Er misst Lichtverhältnisse, Temperatur und Bodenfeuchtigkeit und informiert den Nutzer über eine App. Da jede Pflanze einen spezifischen Bedarf hat, haben wir eine Datenbank mit den optimalen Bedingungen für über 5.000 verschiedene Pflanzen zusammengestellt. Dazu haben wir mit der Hochschule Geisenheim kooperiert. Meistens sind IoT*-Produkte wie unseres ziemlich kostspielig. Wir haben aber einen Weg gefunden, wie wir unseren Blumensensor sehr preiswert anbieten können, damit ihn sich jeder leisten kann. Aktuell kann man ihn auf unserer Webseite vorbestellen. Gerade arbeiten wir zudem an einem Holiday-Set mit automatischem Bewässerungssystem.

*IoT= Internet of Things, Anm. d. Red.

Was sind Ihre ersten beruflichen Erfolge?
Die Gründung an sich! Im März 2019 habe ich auf der Aufschwung Messe in Frankfurt meinen jetzige Partner Sebastian Gantzert getroffen, der als Business Angel eingestiegen ist und in das Projekt investiert hat. Bis zur Gründung der GmbH dauerte es nur vier Wochen. Da wir ein sehr gutes Team gefunden haben, hatten wir schon Ende Juni den ersten Proof of Concept. Der nächste Erfolg war unsere Kickstarter-Kampagne. Unser Marketingpartner aus den USA hat die Kampagne so gepusht, dass wir dort über 40.000 Euro einsammeln konnten. Insgesamt haben wir jetzt über 900 Pakete vorverkauft.

Wie ist Ihr beruflicher Werdegang?
Ich habe an zwei Unis Mikroelektronik und IT studiert. Im Anschluss habe ich in Kassel im Bereich Luftraum gearbeitet, wo wir einen Hexacopter entwickelt haben. Meine zweite Station war ein Automobilzulieferer in Frankfurt, der Elektronik unter anderem für VW und BMW entwickelt. Dann habe ich einen Job als Softwareentwickler im Bereich Linux-Betriebssysteme bei Topcon in Geisenheim gefunden, und wir sind von Frankfurt nach Wiesbaden gezogen – was für eine schöne Stadt!

Was war für Sie der Auslöser, ein eigenes Unternehmen zu gründen?
Die Lust auf Herausforderung. Und: Pflanzen zu retten. Bei mir sind zwanzig Pflanzen gestorben, weil ich sie nicht regelmäßig gegossen habe. Ich bin fast verzweifelt und hätte beinahe angefangen, Plastikpflanzen zu besorgen. Dann habe ich mich doch noch einmal dazu entschlossen, eine allerletzte Pflanze zu kaufen: einen Gummibaum, den ich jeden Tag gegossen habe. Nach zwei Monaten sind die Blätter abgefallen. Es war zu viel Wasser. Woher soll ich das wissen? Und wie soll ich immer daran denken, mich um die Pflanze zu kümmern, wenn ich so viel zu tun habe? Ich möchte einfach etwas Schönes, Grünes zu Hause haben! Online habe ich zwar einige Sensoren gefunden. Diese waren aber ziemlich teuer. Da dachte ich mir: Ich kann doch selber etwas Schönes entwickeln – nicht nur für mich, sondern auch für andere.

Wer hat Sie beraten, wer sind Ihre Helfer und Mentoren?
Das ist hauptsächlich mein Partner Sebastian Gantzert, der sich um die Finanzen kümmert. Er arbeitet sehr operativ und ist jeden Tag mit mir in Kontakt. Wenn wir mit Freelancern zusammenarbeiten, versuchen wir immer, Profis zu finden. Meine Vorstellung ist, dass ich Leuten, die ich einstelle, nicht sage, was sie zu tun haben – sondern, dass sie es sind, die mir sagen, wie man eine Herausforderung am besten löst. Das funktioniert sehr gut. Wir haben ein Kernteam von etwa zehn Menschen, die zwischen Osteuropa und Madrid verteilt sind. Unsere Hersteller in China haben uns in Bezug auf die Produktion beraten.

Wie haben Sie die ersten Tage als Gründer erlebt?
Viel Arbeit, viele Gedanken, viele Pläne und schlaflose Nächte.

Was war Ihre größte Herausforderung und wie haben Sie diese gemeistert?
Eine Technik zu entwickeln, die mit einer günstigen Solarzelle, die bei geringem Licht nur sehr wenig Strom produziert, richtig funktioniert. Insgesamt haben wir zur Lösung dieses Problems mit fünf sehr guten Ingenieuren zusammengearbeitet und viele Ressourcen investiert. Jetzt können unsere Sensoren ausschließlich mit Solar betrieben werden, und es werden keine Batterien benötigt.

Wie machen Sie auf Ihr Unternehmen aufmerksam? Was ist Ihre beste Vermarktungsidee?
Das Beste war Kickstarter! Wir haben schon viel Budget investiert und letztlich nicht viel daran verdient, aber wir haben viele wertvolle Kontakte auf der ganzen Welt bekommen. Von überall her kommen Anfragen, und das Wichtigste: auch von Resellern, die unser Produkt verkaufen wollen. Sehr hilfreich war auch das viele Feedback von zukünftigen Nutzern.

Wie haben Sie die Finanzierung Ihrer Gründung umgesetzt?
Ich habe mit eigenen Mitteln angefangen, dann kam mein Partner dazu. Außerdem haben wir wie erwähnt über Crowdfunding Geld eingesammelt, und es gab eine Bankfinanzierung.

Welchen Traum möchten Sie noch verwirklichen?
Mein Traum ist es, einen Nutzen zu schaffen für die Menschheit. Ich möchte etwas Schönes entwickeln, das jeder gut gebrauchen und sich auch leisten kann.

Bitte ergänzen Sie folgenden Satz: Wenn ich mehr Zeit hätte würde ich ...
... gerne ausschlafen! Und in Urlaub fahren.

Was ist Ihr besonderer Tipp: Was würden Sie Gründerinnen und Gründern empfehlen?
Einfach weitermachen – egal, was passiert. Wenn man einen Traum hat, dann muss man den verfolgen. Zu viele Menschen geben sehr früh auf, und dann wird daraus nichts. Es ist schwierig, an seine Idee zu glauben und dranzubleiben.

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