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Wirtschaft

HelloAgile

Mit seinem Unternehmen "HelloAgile" vermittelt David Hillmer die Grundprinzipien, Werte und Methoden für agiles Arbeiten. Dabei legt er sehr viel Wert darauf, die Theorie praktisch anzuwenden.

Oktober 2019

Unternehmen:
HelloAgile

Gründer:
David Hillmer

Gründungsdatum:
März 2018

Branche:
Unternehmensberatung, Weiterbildung

Motto:
"Immer dranbleiben!"

Interview mit dem Gründer David Hillmer

Was ist die Besonderheit Ihrer Firma?
Das Besondere an "HelloAgile" ist, dass wir den Fokus auf die Praxis legen. Das gilt für alle unsere Leistungen, wie Weiterbildung, Workshops und Beratung, in denen wir agiles Arbeiten im Sinne von zeitgemäßen Arbeitsmethoden, wie zum Beispiel "Scrum", vermitteln: Die theoretischen Grundlagen werden nicht nur gehört, sondern auch erlebt, was frühe "Aha-Momente" schafft. Das kann eine Simulation oder eine Gruppenaktivität sein. Wir bauen beispielsweise Türme aus Spaghetti, realisieren Großprojekte mit Lego und werfen Bälle durch die Luft. Natürlich trifft das auch mal auf Unverständnis bei den Teilnehmern und Kunden. Meist verstehen sie allerdings nach der Übung, warum wir eine bestimmte Praxiseinheit gerade zu diesem Zeitpunkt gemacht haben. Mit dieser Herangehensweise möchten wir interaktives Lernen ermöglichen, um agiles Arbeiten nachhaltig einführen zu können.

Was sind Ihre ersten beruflichen Erfolge?
Das sind vor allem ausgebuchte Workshops – und das nach einem Jahr! Ein Erfolg ist auch, dass ich nach ungefähr anderthalb Jahren einen Geschäftspartner gefunden habe. Diesen zu finden, war von Anfang an mein Ziel. Momentan ist er gerade auf Probe. Das heißt, wir arbeiten zusammen, als hätten wir die Firma gemeinsam und schauen, wie das klappt.

Wie ist Ihr beruflicher Werdegang?
Nach meiner Ausbildung als Chemie-Laborant war ich vier Jahre bei der Bundeswehr. Anschließend habe ich Business Administration in Wiesbaden studiert. Nach dem Bachelor-Abschluss habe ich überlegt, den Master zu machen, mich aber dagegen entschieden: Ich hatte zu dem Zeitpunkt das Bedürfnis, durchzustarten. Nach einiger Zeit in Festanstellung bei Razorfish (heute Sapient) in Frankfurt, einer damals führenden Agentur für digitale Transformation, folgte die Selbstständigkeit. Dann bin ich als Freelancer noch durch viele Agenturen "getourt". Parallel habe ich mich immer mehr mit dem Thema "Agilität" beschäftigt und irgendwann keine Freelancer-Jobs in der Agenturbranche mehr angenommen. An Ostern 2018 war es schließlich soweit: Mit HelloAgile habe ich mein eigenes Unternehmen gegründet.

Was war für Sie der Auslöser, ein eigenes Unternehmen zu gründen?
Nach ungefähr zwei Jahren als Freelancer fühlte sich mein Leben nicht mehr so richtig nach Selbstständigkeit an: Ich habe oft mehrere Monate von morgens bis abends bei einer Agentur gearbeitet. Doch das ist für mich keine wirkliche Selbstständigkeit. Das habe ich mit HelloAgile geändert. Allerdings war es schon immer mein Ziel, selbstständig zu sein und Unternehmen zu gründen. Ich habe auch schon vorher gegründet, vor allem nebenberuflich, zum Beispiel "Feierfee", ein lokales Onlineportal für Veranstaltungen, sowie "Klangglück", ein Verleih von Licht-, Ton- und Eventtechnik. So konnte ich ausprobieren, worauf es dabei ankommt und wie man ein Business aufbaut. Das kommt mir jetzt natürlich zugute. Das gesammelte Wissen rund ums Gründen und die Leidenschaft dafür gebe ich an der Hochschule Fresenius in Wiesbaden als Dozent für Entrepreneurship weiter.

Wer hat Sie beraten, wer sind Ihre Helfer und Mentoren?
Glücklicherweise kenne ich Colin Berr von Mentor Lane – das ist ein Start-up, das Mentoren vermittelt. Darüber habe ich Burkhard Süssenguth vermittelt bekommen, der für ein halbes Jahr mein Mentor war. Gerade in der Anfangszeit ist ein Sparringspartner unheimlich wichtig. Parallel dazu arbeite ich viel mit Menschen zusammen, die ich durch meinen beruflichen Werdegang kennengelernt habe. Das sind meist Designer, weil ich großen Wert auf gutes Design lege, seien es Präsentationen, die Website oder Tools aus dem agilen Arbeiten. Die "HelloAgile-Planning-Poker-Karten" sind ein solches Tool und mittlerweile auch bei Amazon verfügbar.

Wie haben Sie die ersten Tage als Gründer erlebt?
Weil ich schon oft vorher gegründet habe, war es nichts wirklich Neues. Die ersten Tage waren sehr klar: Ich wusste genau, was ich zu machen habe und wie ich vorgehe, um eine Website zu bauen: Wie ich diese strukturieren muss, damit sie auf Google gefunden wird. Wie ich für Suchmaschinen relevante Texte schreibe und eine benutzerfreundliche Oberfläche designe. Das war mir alles relativ klar. Deshalb waren die ersten Tage der Gründung von HelloAgile recht unspektakulär.

Was war Ihre größte Herausforderung und wie haben Sie diese gemeistert?
Die hatte ich um Weihnachten 2018: Ein Workshop Mitte Januar hatte mit nur zwei Anmeldungen nicht die erforderliche Anzahl an Teilnehmern, die ich brauche, damit der Workshop rentabel ist. Kurz vorher konnte bereits ein Workshop aus demselben Grund nicht stattfinden. Diesen konnte ich aber nicht mehr absagen, da die Location in dem Fall für mich recht hohe Ausfallgebühren berechnet hätte. Zwischen Weihnachten und Silvester habe ich die Entscheidung getroffen, Vollgas zu geben. Ich habe alle Hebel in Bewegung gesetzt und alle Kraft auf diesen einen Workshop fokussiert – mit Erfolg: Ich hatte zehn Teilnehmer, zwölf hätten es maximal sein dürfen. Dafür habe ich etwas Geld in die Hand genommen, auf Xing-Events und über Google geworben sowie mein Netzwerk aktiviert. Zusätzlich startete ich eine Kampagne, bei der ich per Newsletter 20,19 Prozent Neujahresrabatt auf alle Workshops gegeben habe. Allein durch diese Aktion kamen vier Buchungen.

Wie machen Sie auf Ihr Unternehmen aufmerksam? Was ist Ihre beste Vermarktungsidee?
Aktuell ist Xing mein Hauptmarketingkanal. Das kostet zwar etwas mehr Geld als Google, hat aber den Vorteil, dass ich sehe, wer auf meine Anzeige geklickt hat. So kann ich am Event interessierte Besucher persönlich anschreiben. Außerdem veröffentliche ich bei Xing als so genannter "Insider" regelmäßig Fachartikel. Vor vier Wochen habe ich dafür beispielsweise 25.000 Klicks bekommen. Das ist natürlich super, um meine Reichweite zu steigern. Deshalb setze ich viel auf Xing, nutze aber auch andere Kanäle, wie Google Adwords und Werbung in geeigneten Podcasts.

Wie haben Sie die Finanzierung Ihrer Gründung umgesetzt?
Durch so genanntes "Bootstrapping", das heißt durch eigene Mittel. Allerdings wird gar nicht so viel Geld gebraucht, um ein Dienstleistungsunternehmen im Wissenssektor zu gründen. Die Hauptressource ist ja der Trainer - also ich. Dennoch lauern natürlich Kosten: Mit ungefähr 10.000 Euro muss man da schon rechnen, um ein Grundrauschen und eine Grundmarkenbekanntheit zu schaffen.

Welchen Traum möchten Sie noch verwirklichen?
Mein Drei-Jahres-Ziel ist es, bis Ende 2021 fünf Angestellte zu haben.

Bitte ergänzen Sie folgenden Satz: Wenn ich mehr Zeit hätte würde ich ...
. . . aktuell wahrscheinlich mehr arbeiten. Allerdings empfinde ich meine Arbeit nicht mehr unbedingt als "Arbeit", sondern eher als Erfüllung. Eventuell würde ich mich anderen Projekten widmen. Zum Beispiel verfolge ich gerade ein Podcast-Projekt mit meiner Frau zum Thema "Gründen und Ehe: Wie passt das zusammen?"

Was ist Ihr besonderer Tipp: Was würden Sie Gründerinnen und Gründern empfehlen?
Dranbleiben! Bei einer Gründung ist es ganz normal, irgendwann von "Wolke 7" herunterzufallen und an gar nichts mehr zu glauben. Aber es ergeben sich immer wieder neue Möglichkeiten – man darf einfach nicht aufgeben und muss immer dranbleiben.

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