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Wirtschaft

GLYG.in.flaschen

Marcus Wenig möchte vor allem eines: einen Ort schaffen, an dem Menschen sich wohl fühlen und bei einem guten Wein eine schöne Zeit zusammen verbringen. Mit GLYG.in.flaschen erfüllt er sich diesen Traum.

Juli 2019

Unternehmen:
GLYG.in.flaschen

Gründer:
Marcus Wenig

Gründungsdatum:
März 2018

Branche und Unternehmen:
Einzelhandel, Veranstaltungen

Motto:
"Machen – einfach machen!"

Interview mit dem Gründer Marcus Wenig

Was ist die Besonderheit Ihrer Firma?
Eigentlich sind wir ein Weinladen – und doch so viel mehr. Wir haben hier einen Ort geschaffen, an dem viele nette und gut gelaunte Menschen zusammenkommen, um freundlich bedient zu werden, einen Plausch zu halten und dabei Wein zu kaufen. Außerdem ist unsere Auswahl eine Besonderheit: Sie umfasst hauptsächlich Weine von eher jungen, unbekannten, deutschen Winzerinnen und Winzern. Die meisten sind aus dem Rheingau, Rheinhessen und der Pfalz, die restlichen aktuell aus Franken, Württemberg, Baden und von der Nahe. Die Weine wählen wir nach drei Regeln in genau dieser Reihenfolge aus: Es muss ein deutsches Weingut sein. Die Weine müssen handwerklich und vom Geschmack her toll gemacht sein. Die Ausstattung muss passen. Das heißt, das Etikett muss beispielsweise schön anzusehen sein.

Was sind Ihre ersten beruflichen Erfolge?
Dass es uns gelungen ist, nicht nur Einzelhändler zu sein, sondern den besagten Ort für einen ungezwungenen Austausch zu schaffen. Das sehe ich wirklich als Erfolg! Und auch, dass wir langsam eine Sichtbarkeit über das Viertel hinaus bekommen, wie zum Beispiel Anfragen, ob wir bei Festlichkeiten die Getränkeversorgung übernehmen können.

Wie ist Ihr beruflicher Werdegang?
Ich bin in Aschaffenburg geboren, habe dort nach der Schule eine Ausbildung als Schreiner und anschließend das Fachabitur für Gestaltung gemacht. Danach bin ich nach Wiesbaden gekommen, um Kommunikationsdesign zu studieren. Am Ende des Studiums habe ich mit Partnern die Design- und Kommunikationsagentur "Die Firma" gegründet und fast 18 Jahre mit geführt. Ich bin dann aus der Agentur ausgeschieden, um mich beruflich neu zu erfinden. Mit dem Thema Wein habe ich mich schon immer beschäftigt: Ich kenne viele Winzer und habe immer wieder Etiketten oder Webseiten gestaltet und so die Winzer bei der Kommunikation unterstützt. Vor ungefähr drei Jahren hatte ich plötzlich ein Bild im Kopf mit dem Namen und dem Logo "GLYG", eine andere Schreibweise von "Glück" - und es ist wahrlich ein Glückstreffer. Vor zwei Jahren habe ich mit ein paar Freunden eine kleine Bar am Wallufer-Platz übernommen, das "Wakker", und mich so diesem "Weinprojekt" hier Schritt für Schritt angenähert.

Was war für Sie der Auslöser, ein eigenes Unternehmen zu gründen?
Immer wenn ich Wein kaufen wollte, musste ich nach Mainz, online bestellen oder direkt beim Winzer kaufen: In Wiesbaden konnte ich nirgendwo die Weine kaufen, die ich wollte. Das war für mich eine Lücke und ich dachte: Vielleicht geht es anderen genauso! Das war die Grundidee. Nach einem Brainstorming mit einem Freund habe ich die Entscheidung getroffen: Das sollte ich lassen! Das ist ein schlechtes Geschäftsmodell. Doch es hat mich einfach nicht losgelassen. Irgendwann kam der Punkt, an dem ich wusste: Ich muss das jetzt machen! Aus der Agentur war ich zu dieser Zeit schon ausgeschieden und war demzufolge offen für etwas Neues. Gemeinsam mit meinen ehemaligen Partnern hatte ich meine Nachfolge geklärt und die Aufgaben übergeben, sodass wir im Guten auseinandergegangen sind. Während der anschließenden Zeit ist das Konzept immer mehr gereift, bis es irgendwann fertig war. Ich wollte ursprünglich mit dem Laden mehr in die Innenstadt und hatte zunächst eine Option in der Moritzstraße. Nachdem daraus nichts wurde, hat mich eine Freundin auf den Hofladen hier hingewiesen, der damals relativ viel ungenutzten Platz hatte. Und so ist die Kombination heute – der Hofladen und wir teilen uns die Fläche und ergänzen uns super.

Wer hat Sie beraten, wer sind Ihre Helfer und Mentoren?
Vor allem Freunde und Familie: Ich bin ein absoluter Teamplayer, dennoch mache ich gerade Vieles allein, einfach weil ich so viel Zeit hier im Laden verbringe. Ich habe eine studentische Aushilfskraft und es kommt noch eine zweite dazu. Generell haben wir hier in Wiesbaden durch die Hochschule in Geisenheim extrem viele Fachleute vor Ort. Die bringen viel fachliche Tiefe mit. Ich komme aus der Kommunikation. Diese Kombination aus Fachwissen und Kommunikation ist genial.

Wie haben Sie die ersten Tage als Gründer erlebt?
Bis auf die Kommunikation war ja alles neu für mich. Ich hatte keine Erfahrung im Einzelhandel. Ein Problem war zum Beispiel für mich: Wie mache ich die Kasse? Insgesamt war das immer wieder eine Achterbahnfahrt. Aber das mag ich ja gerne, auch das Spontane. Ich glaube, ich kann sehr gut auf Situationen reagieren, auch wenn mal etwas nicht so funktioniert, wie geplant.

Was war Ihre größte Herausforderung und wie haben Sie diese gemeistert?
Da ich die Idee schon eine ganze Weile mit mir herumgetragen hatte, war meine größte Herausforderung tatsächlich, meiner Frau zu erzählen, dass ich das hier einfach machen muss: Dass ich raus will, den Laden haben, unter Menschen gehen, Veranstaltungen machen! Sie hat zum Glück sehr positiv reagiert.

Wie machen Sie auf Ihr Unternehmen aufmerksam? Was ist Ihre beste Vermarktungsidee?
Zum einen haben wir hier in der Ecke dafür gesorgt, dass wir eine große Sichtbarkeit haben. Zum anderen nutzen wir Instagram und Facebook. Instagram funktioniert hervorragend mit den Winzern, Gin-Herstellern und Fachleuten. Über Facebook läuft die Kommunikation mit den Endkunden. Darüber hinaus haben wir verschiedene Karten und Flyer, mit denen wir auf uns aufmerksam machen, wie zum Beispiel Postkarten für ganz verschiedene Themen oder die "GLYGskarte" als Gutscheinkarte. Dann gibt es verschiedene Anhänger für Flaschen, wie zum Beispiel: "Willst Du mich gekühlt mitnehmen?" Oft kommen Leute hier rein und fragen nach einem gekühlten Wein. Mit dem Flaschenanhänger ist sofort klar, welche Weine bereits gekühlt sind. Dann haben wir natürlich eine Website, einfach als One-Pager mit den Leistungen, die wir insgesamt anbieten. Im Sensor sind wir immer mal wieder. Und unsere Kunden machen viel „Mundpropaganda“.

Wie haben Sie die Finanzierung Ihrer Gründung umgesetzt?
Einzelhandel bindet ziemlich viel Geld: Die Produkte werden im Vorfeld gekauft dann weiter verkauft. Dafür habe ich zum einen eigene Rücklagen genommen und zum anderen von Freunden Geld geliehen.

Welchen Traum möchten Sie noch verwirklichen?
Ein Strahlen in den Augen der Menschen und ihr Glücksempfinden sind für mich der Inbegriff dessen, was ich weiterhin verfolgen möchte. Wein zu verkaufen, ist für mich Mittel zum Zweck. Mir geht es wirklich um dieses Zusammensein mit den Menschen.

Bitte ergänzen Sie folgenden Satz: Wenn ich mehr Zeit hätte, würde ich
. . . mehr reisen. Das Problem mit so einem Laden ist, das man eigentlich keinen Urlaub hat. Es gibt natürlich Zeiten, in denen man als Weinhändler kein Geld verdient: Anfang Januar zum Beispiel, wenn sich jeder vornimmt, mehr Sport zu machen, abzunehmen, weniger zu essen und keinen Alkohol zu trinken. Da mache ich zum Beispiel mal zu. Ansonsten versuche ich, meine Zeit für mich gut einzuteilen – das funktioniert ganz gut.

Was ist Ihr besonderer Tipp: Was würden Sie Gründerinnen und Gründern empfehlen?
Viel und früh mit Vertrauten, Verbündeten und möglichen Kunden reden und von den eigenen Ideen erzählen, fragen, was sie davon halten, mit ins Boot nehmen. Oft verrennt man sich in eine Idee, probiert sie bis zur Perfektion zu treiben. Und dann stellt sich am Ende heraus, dass die Idee nichts ist.

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