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Wirtschaft

Mobile Nerd Games

Mit "Mobile Nerd Games" hat Markus Hilbert sein Hobby zum Beruf gemacht: Er entwickelt mit viel Leidenschaft Spiele für PCs und mobile Endgeräte. Zwei gibt es bereits, das dritte ist gerade in Arbeit.

September 2019

Unternehmen:
Mobile Nerd Games

Gründer:
Markus Hilbert

Gründungsdatum:
September 2018

Branche:
Spieleindustrie

Motto:
"Halte an deinen Träumen fest, plane den Weg zum Ziel und teile den Weg möglichst in kleine Schritte."

Interview mit dem Gründer Markus Hilbert

Was ist die Besonderheit Ihrer Firma?
Das ist vor allem, dass ich mein Hobby zum Beruf gemacht habe. Das heißt, ich habe mir meinen Traum erfüllt, professionell Computerspiele zu entwickeln. Was ich mache, liebe ich! Da steckt wirklich Herzblut drin, ganz egal, welchen Auftrag ich bekomme - sei es ein Werbespiel oder einfach ein 3-D-Asset, also ein 3-D-Bild. Aktuell plane ich ein großes, sehr komplexes Hack-and-Slay-PC-Game zu entwickeln, also ein Rollenspiel, bei dem es hauptsächlich ums Kämpfen geht. Die meisten Spiele dieser Art finden in der Vergangenheit statt. Das Besondere an meinem Spiel ist, dass es weit in der Zukunft angesiedelt ist.

Was sind Ihre ersten beruflichen Erfolge?
Das sind meine zwei bereits erfolgreich veröffentlichten Games. Beide sind für mobile Endgeräte entwickelt. Das erste heißt „Balling Hole“ und ist eine Art Geschicklichkeitsspiel, das ich selbst als Kind analog gespielt habe. Das zweite heißt „Giftcatcher“ und ist ein Charity Game, das ich im vergangenen Jahr in der Weihnachtszeit rausgebracht habe. Dabei geht es darum, virtuell Geschenke und Pakete zu sammeln. Das erreichte Ergebnis kann in allen sozialen Netzwerken geteilt werden. Der Erlös aus dem kostenpflichtigen Spiel geht als Spende lokal an Obdachlose. Aktuell bewerbe ich mich gerade um eine Förderung durch das Bundesministerium für Verkehr und digitale Struktur (BMVI) für die Entwicklung des oben genannten großen Hack-and-Slay-PC-Spiels. Da geht es in einem ersten Schritt um die Entwicklung eines Prototyps. Die Idee steht bereits: Es wird ein Skill-basiertes Game, bei dem der gewählte Charakter zu Spielbeginn mit verschiedenen Fähigkeiten (Skills) ausgestattet ist. Im Spielverlauf findet dieser dann zufällig weitere Skills, wodurch sich der Charakter aufbaut und weiterentwickelt.

Wie ist Ihr beruflicher Werdegang?
Ich bin angelernter Bäcker und musste die Ausbildung wegen einer Mehlstauballergie abbrechen. Ich war dann bei der Bundeswehr und habe einen verlängerten Wehrdienst absolviert. Anschließend habe ich am Frankfurter Flughafen eine Ausbildung zum Luftsicherheitsassistent gemacht und in verschiedenen Jobs gearbeitet, unter anderem drei Jahre in Thailand. Von 2015 bis 2017 habe ich in Berlin an der School for Games studiert und meinen Abschluss als Game Artist gemacht. Seit letztem Jahr bin ich selbstständig als Spieleentwickler.

Was war für Sie der Auslöser, ein eigenes Unternehmen zu gründen?
Ich wollte mein Hobby zum Beruf machen und vor allem für mich selbst arbeiten. Es gab so einen Punkt, da habe ich mich gefragt: Will ich ewig für jemand anderen arbeiten? Oder will ich mein eigenes Ding machen? Ich habe so viele Berufe gehabt – und bin so oft morgens aufgestanden und hatte keine Lust, zu arbeiten, weil die Arbeit keinen Spaß gemacht hat. Das ist jetzt ganz anders!

Wer hat Sie beraten, wer sind Ihre Helfer und Mentoren?
Zum einen die School for Games in Berlin – da habe ich durch das Studium so viel Wissen mitgenommen. Außerdem konnte ich darüber Kontakte in die Spieleindustrie knüpfen. Dann hat mir Exina hier in Wiesbaden bei der Existenzgründung sehr geholfen, zum Beispiel beim Business-Plan schreiben und durch den Check, ob das Business überhaupt funktionieren kann. Ansonsten bin ich ein alter Fan von Richard Garriot, dem Computerspiel-Entwickler und Pionier unter den Computerspiel-Designern. Er hat damals die Ultima-Computer-Rollenspiel-Serie gemacht, mein erstes großes Massen-Multiplayer-Online-Rollenspiel (MMO), das ich gespielt habe.

Wie haben Sie die ersten Tage als Gründer erlebt?
Ich habe schnell gemerkt, dass ich mehr als einen Job habe. Ich musste mich entscheiden, ob ich Arbeit abgebe oder alles selbst mache. Das ist ein ganz wichtiger Punkt. Insgesamt war es sehr herausfordernd, weil ich erstmals geschäftliche Entscheidungen selbst treffen musste. Das war ganz neu. Ich war vorher immer angestellt und da werden viele Entscheidungen von Vorgesetzten getroffen. Als Gründer musste ich plötzlich selbst entscheiden. Das ist schon ein großer Unterschied, macht aber viel Spaß: Die Selbstständigkeit war die beste Entscheidung, die ich jemals getroffen habe!

Was war Ihre größte Herausforderung und wie haben Sie diese gemeistert?
Meine größte Herausforderung war die Überwindung, mich selbstständig zu machen. Die Sicherheit eines geregelten Einkommens zu verlassen, ist ein großer Schritt! Ansonsten war das Zeitmanagement eine große Herausforderung. Es ist eine wichtige Voraussetzung für eine gute Work-Life-Balance. Ich bin froh, dass ich mittlerweile ein Zeitmanagement-Freak bin und genau weiß, wann ich arbeite – und wann nicht. Denn es braucht auf jeden Fall einen Ausgleich.

Wie machen Sie auf Ihr Unternehmen aufmerksam? Was ist Ihre beste Vermarktungsidee?
Ich bin auf allen sozialen Plattformen präsent, die es gibt – Facebook, Instagram, Twitter und Youtube, um mir eine Community aufzubauen, die Interesse an meiner Arbeit hat. Zu diesem Zweck streame ich live auf Twitch, wenn ich selbst spiele, ein größeres Update an meinen eigenen Spielen mache oder an 3-D-Assets arbeite. So können mir Interessenten zuschauen. Das ist mein hauptsächliches Marketing.

Wie haben Sie die Finanzierung Ihrer Gründung umgesetzt?
Da ich mein Hobby zum Beruf gemacht habe, hatte ich bereits fast alles an Equipment da. Ich brauchte nur etwas Büroausrüstung und die habe ich selbst finanziert.

Welchen Traum möchten Sie noch verwirklichen?
Einer besteht darin, ein richtig großes Hack-and-Slay-Spiel zu entwickeln. Daran arbeite ich gerade. Außerdem träume ich davon, dass mein Geld für mich arbeitet und ich nicht mehr für Geld.

Bitte ergänzen Sie folgenden Satz: Wenn ich mehr Zeit hätte würde ich ...
... mehr Bücher lesen, mich weiterbilden und die Welt bereisen.

Was ist Ihr besonderer Tipp: Was würden Sie Gründerinnen und Gründern empfehlen?
Sie sollten lieben, was sie tun! Dann ist es auch kein Problem, mal zehn Stunden zu arbeiten. Gerade am Anfang investiert man als Selbstständiger sehr, sehr viel Zeit. Und auch ganz wichtig: Nicht aufgeben! Am Anfang passt manchmal das eine oder andere nicht. Dann einfach tief durchatmen. Es ist manchmal anstrengend, aber da gilt es, dran zu bleiben und die Zeit gut zu planen. Irgendwann kommt die Routine und dann geht alles ziemlich gut!

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Gründer Markus Hilbert von "Mobile Nerd Games" wiesbaden.de / Foto: Franziska Kaus
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