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Wirtschaft

Mr.Pokee

Talitha Girnus teilt Bilder von ihrem Weißbauchigel Mr.Pokee, damit sie Menschen glücklich machen. Bei Instagram hat er bereits über 1,2 Millionen Abonnenten, und seine Kalender finden reißenden Absatz.

März 2019

Unternehmen:
Mr.Pokee

Gründerin:
Talitha Girnus

Gründungsdatum:
Januar 2016

Branche und Unternehmen:
Merchandising

Motto:
"Das tun, was einen selbst glücklich macht! Man muss es lieben."

Interview mit der Gründerin

Was ist die Besonderheit Ihrer Firma?
Ich teile Bilder von meinem Weißbauchigel Mr.Pokee, damit sie Menschen glücklich machen. Es gibt so viele schlechte Nachrichten. Da soll Mr.Pokee zwischendurch ein kleines Lächeln schenken. Bei Instagram hat er jetzt über 1,2 Millionen Abonnenten.

In seinem Onlineshop verkaufe ich zum Beispiel Kalender, Postkarten und bald auch Fotodrucke. Außerdem bewirbt Mr.Pokee als so genannter Petfluencer Produkte, die uns Unternehmen zuschicken. Daneben gibt es das Lizenzgeschäft: Unternehmen kaufen Bilder mit Mr.Pokee, um selbst etwas damit zu bedrucken.

Was sind Ihre ersten beruflichen Erfolge?
Die Kalender letztes Jahr kamen extrem gut an. Zum Teil habe ich bis drei Uhr morgens gebraucht, um sie zu verpacken. Das war schon sehr anstrengend – aber auch ein super Erfolg!

Wie ist Ihr beruflicher Werdegang?
Nach dem Abi war ich ein halbes Jahr in Neuseeland und Australien. Ich habe dann angefangen zu studieren: Medien- und Kommunikationsmanagement in Idstein an der Hochschule Fresenius. Direkt im Anschluss habe ich den Master in Innovationsmanagement gemacht, parallel dazu mit Mr.Pokee angefangen und nebenbei als Social Media Manager in einer Agentur in Mannheim gearbeitet. Für diese Agentur und ihre Kunden bin ich auch heute noch als Selbstständige tätig.

Was war für Sie der Auslöser, ein eigenes Unternehmen zu gründen?
Ich wollte schon immer mein eigenes Geld verdienen. Anfangs habe ich mich mit Promotion Jobs selbstständig gemacht. Aber dann ist die Seite von Mr.Pokee ziemlich schnell gewachsen. Bald kam das erste Angebot von Daniel Wellington: „Können wir dir eine Uhr zuschicken und du postest dafür ein Foto?“ Das habe ich gemacht, und es kam gut an. Es gab immer mehr Anfragen. So ist es nach und nach gewachsen.

Wer hat Sie beraten, wer sind Ihre Helfer und Mentoren?
Weil es so ein neues Thema ist, gibt es nicht wirklich jemanden, der einen beraten kann. Das musste ich mehr oder weniger alles selbst herausfinden.

Wie haben Sie die ersten Tage als Gründerin erlebt?
Frei. Verantwortungsvoll. Man ist halt auf sich selbst gestellt. Ich bin ein Mensch, der damit ganz gut umgehen kann. Mir hat das noch nie so richtig Angst eingejagt – meinen Eltern schon eher.

Was war Ihre größte Herausforderung und wie haben Sie diese gemeistert?
Es gibt täglich irgendwelche Herausforderungen und man steht, gefühlt, immer wieder am Anfang. Ein Beispiel: Eine amerikanische Agentur hatte die Idee, gemeinsam einen Kalender zu produzieren. Ich bekam ein immer schlechteres Gefühl bei der Sache, bis ich mich schließlich entschieden habe, das selbst zu machen. Ich wusste aber nicht, wo man die Kalender drucken lassen kann, wie ich an das Design komme, wie ich sie verschicke, ... Die 250 Kalender, die ich damals bestellt hatte, waren nach etwa einem Tag verkauft – und ich saß da und wusste noch nicht einmal, wie ich Versandlabels ausdrucke. Am Ende hat alles irgendwie gepasst. Aber ein, zwei Panikattacken waren schon dabei.

Wie machen Sie auf Ihr Unternehmen aufmerksam? Was ist Ihre beste Vermarktungsidee?
Instagram-Fotos. Mein ganzes Unternehmen basiert ja darauf. Wie man dort viele Follower kriegt? Das ist eine Wissenschaft für sich ... Ich habe es geschafft, indem ich Bilder gepostet habe, mit denen sich viele Menschen identifizieren können, die von vielen geteilt werden, weil sie toll sind und viele Klicks bekommen. Die Businessidee ist erst danach entstanden.

Wie haben Sie die Finanzierung Ihrer Gründung umgesetzt?
Ich hatte lange Zeit keinerlei Kosten. Jetzt finanziert sich alles selbst.

Welchen Traum möchten Sie noch verwirklichen?
Ich fände es cool, das Wissen, das ich mir angeeignet habe, weiterzugeben und vielleicht auch andere dabei zu unterstützen, so etwas zu machen. Generell möchte ich so vielen Menschen, wie es irgendwie geht, ein Lächeln ins Gesicht zaubern und so die Welt ein kleines bisschen besser machen.

Bitte ergänzen Sie folgenden Satz: Wenn ich mehr Zeit hätte, würde ich
... Zeit ist bei mir eigentlich nicht das Problem. Ich kann momentan alles machen, was ich will. Persönlich würde ich immer noch mehr reisen, weil ich’s liebe. Aber das geht natürlich nicht ganz so gut mit einem Weißbauchigel.

Was ist Ihr besonderer Tipp: Was würden Sie Gründerinnen und Gründern empfehlen?
Wenn man eine Idee hat, daran glaubt und der Zeitpunkt dafür gekommen ist, dann muss man daran festhalten und es durchziehen. Man muss seiner Intuition vertrauen, eine eigene Stärke entwickeln und sich unabhängig machen von anderen Meinungen.

Einer der Gründe, warum ich mit Mr.Pokee so erfolgreich bin, ist, dass ich nicht zwanghaft versuche, damit Geld zu verdienen, sondern den Fans von Mr.Pokee das gebe, was sie ohnehin wollen. Mein Ziel ist es, so viele Menschen wie möglich zu erreichen – und ich liebe das! Man muss sich unbedingt diesen Spaß beibehalten und die Eigenmotivation, die man am Anfang hatte. Klar, man muss auch Geld damit verdienen, sonst kann man es nicht hauptberuflich machen. Aber das sollte auf keinen Fall die Motivation sein.

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