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Precious Moments e.K.

Kerstin Schüritz-Beilner plant und realisiert ganz persönliche, auf ihre Kundinnen und Kunden zugeschnittene Events – wie zum Beispiel einen 50. Geburtstag, der in Österreich gefeiert wurde.

Mai 2020

Unternehmen:
Precious Moments e.K.

Gründerin:
Kerstin Schüritz-Beilner

Gründungsdatum:
Juni 2017

Branche:
Planung und Realisierung kleiner exquisiter Events

Was treibt Sie an? Was ist Ihr Leitspruch?
"Find what you love and do lots of it!"

Interview mit der Gründerin

Worum geht es bei Ihrer Gründung und was ist das Besondere daran?
Precious Moments ist keine gewöhnliche Eventfirma. Ich möchte Momente schaffen, die ganz auf die Persönlichkeit meiner Kundinnen und Kunden zugeschnitten sind. Dazu lerne ich sie kennen, höre ihnen zu, verstehe, wer sie sind, und finde heraus, was sie wirklich brauchen. Dabei hilft mir, dass ich in meinem früheren Berufsleben viele Jahre lang als Kundenberaterin tätig war. Schon bevor ich Precious Moments gegründet habe, haben mich in meinem privaten Umfeld viele Menschen gefragt, welche Events ich ihnen empfehle oder welche Tipps ich für die ein oder andere Feier habe. Gemeinsam mit einem Businesscoach habe ich dann meine Geschäftsidee erarbeitet: ganz persönliche, auf den Kunden zugeschnittene Events zu planen und zu realisieren.

Was sind Ihre ersten Erfolge?
Ich war sehr stolz, als mich das erste Mal ein Kunde angesprochen hat. Dass mir jemand dieses Vertrauen schenkte, der mich bis dahin noch nicht gut kannte, war ein erster Erfolg für das Business. Da dachte ich: Das kann funktionieren! Ich habe einen größeren Business-Event für ihn realisiert – eine Händlertagung für eine E-Commerce-Plattform hier in Wiesbaden. Er ist ein bleibender Kunde von mir geworden. Besonders schön fand ich auch einen 50. Geburtstag, der in Österreich, in Leogang, gefeiert wurde. Das war etwas Kleines, Feines, wie ich es liebe – sehr individuell, sehr passend für den Kunden.

Wie ist Ihr beruflicher Werdegang?
Ich bin gelernte Finanzkauffrau und komme ursprünglich aus Erfurt. Bei der Wende war ich 16 Jahre alt und hatte gerade meine Ausbildung angefangen. Wir waren der erste Jahrgang, der einen Abschluss bei der IHK gemacht hat. Ich habe anschließend einige Jahre als Bankkauffrau in der Kundenberatung gearbeitet und bin dann in die Werbebranche gewechselt. Der letzte Job war bei McCann Erickson. Dort habe ich als Group Account Director mit meinem Team den Schweiz-Etat von Credit Suisse betreut.

Was war für Sie der Auslöser, ein eigenes Unternehmen zu gründen?
Ich habe sechs Jahre mit meiner Familie in Singapur gelebt und mir intensiv überlegt, was ich machen möchte, wenn ich zurückkomme. In der Zwischenzeit hatte sich meine Familiensituation verändert: Wir haben drei Kinder, und mir war klar, dass ich nicht weiter fest angestellt in der Agenturszene arbeiten kann. Ich wollte etwas finden, bei dem sich die Zeit mehr oder minder frei einteilen lässt. So entstand die Idee mit der Selbstständigkeit. In Singapur habe ich erste kleine feine Sachen gemacht: zum Beispiel einen Weihnachtsevent für mehrere Familien aus unterschiedlichsten Nationen – sehr persönlich und gleichzeitig sehr exklusiv. Oder einen indonesischen Kochkurs, der in einem privaten Zuhause stattfand. Das gemeinsam zubereitete Essen wurde im Anschluss als Lunch mit bis ins Detail abgestimmter Tischdekoration serviert. Das waren sehr schöne Momente, an die ich gerne zurückdenke.

Wer hat Sie beraten, wer sind Ihre Helfer und Mentoren?
Mein Mann! Außerdem habe ich zwei Coaches: eine in Singapur, eine in Deutschland. Hinzu kommen ein, zwei sehr gute Freunde, mit denen ich mich austausche.

Wie haben Sie die ersten Tage als Gründerin erlebt?
Gar nicht! Es war ein Prozess: Ich habe erst gegründet, dann den Namen Precious Moments gefunden, etwas später die Website auf die Beine gestellt ... Auch dadurch, dass mein Büro bei mir zu Hause ist, habe ich den Anfang überhaupt nicht wahrgenommen.

Was war Ihre größte Herausforderung und wie haben Sie diese gemeistert?
Ich bin Mutter von drei Kindern. Als ich gegründet habe, dachte ich trotzdem: So, jetzt kann ich einfach loslegen. Aber so ist es nicht! Ich fand es oft sehr anspruchsvoll, meine Familie und mein Unternehmen miteinander zu vereinbaren. Das Problem ist nicht, einen Job zu bearbeiten, sondern die Ruhe zu haben, um zum Beispiel über die Akquise nachzudenken.

Aber die größte Herausforderung gibt es natürlich jetzt gerade. Bisher wusste man, wie die Welt funktioniert. Jetzt weiß man überhaupt nicht, was passieren und kommen wird. Das Einzige, was jeder weiß, ist: dass es so, wie es war, nie wieder sein wird.

Wie machen Sie auf Ihr Unternehmen aufmerksam? Was ist Ihre beste Vermarktungsidee?
Zufriedene Kunden sind die beste Werbung! Darauf allein kann man sich aber nicht verlassen. Ich arbeite an der Erweiterung meines Netzwerks und schaue gezielt, welche Kontakte für mich infrage kommen. Außerdem nutze ich die klassischen Tools wie meine Website oder Instagram. Sobald man die Tür verlässt, macht man für sich Werbung. Man weiß nie, wann man jemanden trifft, der wichtig ist. Im Endeffekt bin ich also selbst meine beste Werbung. Ich möchte authentisch sein und die Leute von mir überzeugen, damit sie sich an mich erinnern und auf mich zurückkommen.

Wie haben Sie die Finanzierung Ihrer Gründung umgesetzt?
Ich brauche fast nichts. Mein Büro ist bei mir zu Hause. Einen Computer hatte ich eh. Das ist sehr komfortabel.

Welchen Traum möchten Sie noch verwirklichen?
Erfolgreiche Mutter und Selbständige sein – beides zusammen!

Bitte ergänzen Sie folgenden Satz: Wenn ich mehr Zeit hätte würde ich ...
Ich mache schon ganz viel, was ich machen möchte. Ich glaube, ich würde mal wieder ein Buch lesen, und ich würde mein Französisch auffrischen wollen. Vor allem aber würde ich manche Dinge bewusster wahrnehmen, die im Moment an mir vorbeiziehen. Ich würde mein Bewusstsein für meine Umwelt noch mehr schärfen.

Was ist Ihr besonderer Tipp: Was würden Sie Gründerinnen und Gründern empfehlen?
Just keep going! Mein Sohn war in Singapur in einem Sportverein, bei dem sich alles um Ballsportarten dreht, was ihm damals überhaupt nicht lag. Der Trainer hat ihn immer motiviert, einfach weiterzumachen, nicht aufzugeben. Das hat mich sehr beeindruckt. Es kommen Tiefs, aber es kommen auch immer wieder Hochs! Man sollte sich nicht von den vielen Erfolgsstorys, die irgendwelche Start-ups erzählen, verunsichern lassen. Manchmal kann das ganz schön deprimierend sein, und man bekommt schnell den Eindruck, dass alle anderen irgendwie viel erfolgreicher wären. Sich trotzdem nicht unterkriegen zu lassen – das finde ich total wichtig. Wenn man seinen Weg gefunden hat, sollte man ihn weiterverfolgen. Just keep going!

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