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Sportmarken24 GmbH

Valeska Benner möchte mit Sportmarken24 dazu beitragen, dass der Einzelhandel in Innenstädten erhalten bleibt. Mit ihrem Geschäftsmodell unterstützt sie Sportgeschäfte dabei, zusätzlichen Gewinn mit E-Commerce zu machen.

November 2019

Unternehmen:
Sportmarken24 GmbH

Gründerin:
Valeska Benner

Gründungsdatum:
März 2018    

Branche:
E-Commerce, Handel

Motto:
Think big! Ein langfristiges richtig großes Ziel ist wichtig, um etwas Großes aufzubauen.

Interview mit der Gründerin Valeska Benner

Was ist die Besonderheit Ihrer Firma?
Das ist vor allem unser Geschäftsmodell, das es so verbandsunabhängig in dieser Branche bislang noch nicht gibt: Sportmarken24 ist ein E-Commerce-Unternehmen, jedoch kein klassisches. Das heißt, wir verkaufen online gegen eine Provision die in stationären Sportgeschäften gelagerten Produkte. Deshalb haben wir selbst kein Lager. Bislang sind über 150 Sportgeschäfte an unser Warenwirtschaftssystem angebunden. Somit unterstützen wir den stationären Einzelhandel durch zusätzlichen online generierten Umsatz – und tragen dadurch zum Erhalt der Innenstädte bei. Eine weitere Besonderheit ist, dass wir die Produkte über zahlreiche Kanäle an Endkunden verkaufen. Das heißt, wenn ein Sportgeschäft sich uns anschließt, ist es automatisch auf all diesen Kanälen aktiv. Neben unserem eigenen Shop sind das beispielsweise Amazon, Ebay, Real, Mirapodo, Klingel und AboutYou.

Was sind Ihre ersten beruflichen Erfolge?
Dieses Jahr ist unser erstes volles Geschäftsjahr und ich gehe davon aus, dass unser Absatz im zweistelligen Millionenbereich liegen wird. Das schaffen nicht viele Start-ups aus dem Stand heraus. Wir binden täglich weitere Sportgeschäfte an unser System an. Ich bin mir sicher, dass wir demnächst über die 200 kommen werden.

Wie ist Ihr beruflicher Werdegang?
Ich habe Betriebswirtschaftslehre in St. Gallen studiert, mit der Vertiefung "Accounting and Finance". Anschließend war ich zehn Jahre als Beraterin bei einer internationalen Unternehmensberatung tätig. Ich bin sehr viel gereist und habe mittelständische Unternehmen sowie Großkonzerne beraten.

Was war für Sie der Auslöser, ein eigenes Unternehmen zu gründen?
Für mich war die Gründung eine Gelegenheit, die ich einfach ergreifen musste, obwohl ich meinen Job in der Unternehmensberatung sehr gerne gemacht habe. Mein Mann hat vor sechs Jahren Schuhe24 mit dem besagten Geschäftsmodell gegründet. In der Sportbranche gab es das so noch nicht, den Bedarf dafür aber schon. So habe ich Sportmarken24 gegründet – mit dem gleichen Geschäftsmodell, aber als eigenständiges Unternehmen mit komplett eigenen Prozessen, Systemen und Büroräumen. Gleichzeitig tauschen wir uns aus, kooperieren und arbeiten zusammen, je nachdem wie es sinnvoll ist.

Wer hat Sie beraten, wer sind Ihre Helfer und Mentoren?
Ich habe verschiedene Kollegen und Freunde, mit denen ich mich austausche. Aber letztendlich muss ich als Unternehmerin die Entscheidungen selbst treffen und dahinterstehen.

Wie haben Sie die ersten Tage als Gründerin erlebt?
Die Anfangsphase war eine ziemliche Herausforderung für mich, weil es ein ganz anderes Arbeiten war. Und ich war ganz allein, hatte noch kein Team. Mich darauf einzustellen, war anfangs schwierig. Zuvor habe ich gemeinsam mit meinem Projektteam Strategien und Konzepte erarbeitet und Unternehmen bei ihren Herausforderungen beraten. Heute ist meine Arbeit deutlich operativer und ich bin als Geschäftsführerin für alles zuständig: von der Strategie über die Umsetzung bis hin zu üblichen Alltagsproblemen, wie zum Beispiel defekte Drucker.

Was war Ihre größte Herausforderung und wie haben Sie diese gemeistert?
Eben diese ganz andere Art der Arbeit: In meinem früheren Job war meine Arbeit sehr strategisch und beratend. Jetzt bin ich nicht diejenige, die berät, sondern ich treffe die Entscheidungen! Und manche wirken sich erst in vielen Monaten aus. Dann sehe ich, ob die Entscheidung richtig war und sich auszahlt oder nicht. Mein aktuelles Team hat ganz andere Bedürfnisse und ist ganz anders motiviert als mein Team in der Unternehmensberatung. Geholfen hat mir das Handwerkszeug, das ich aus meinem früheren Job mitgenommen habe. Dazu gehört die Fähigkeit, Projekte zu managen, Themen schnell zu durchdringen und diese mit einem gewissen Ehrgeiz und Rigorosität durchzusteuern. Rückschläge gibt es in jedem Job. Wichtig ist, sich nicht entmutigen zu lassen und das Ziel im Blick zu behalten.

Wie machen Sie auf Ihr Unternehmen aufmerksam? Was ist Ihre beste Vermarktungsidee?
Wir adressieren zum einen Endkunden, die unsere Produkte online kaufen. Zum anderen vermarkten wir Sportmarken24 an den Einzelhandel. Wir brauchen möglichst viele Händler, um ein großes Sortiment zu haben und attraktiv zu sein. Gleichzeitig sind ausreichend Endkunden wichtig, die die Produkte kaufen. Auf diese machen wir vor allem über die klassischen E-Commerce-Tools wie Suchmaschinenoptimierung (SEO) und Online-Werbung (SEA) aufmerksam. Darüber hinaus versuchen wir gerade, in Wiesbaden selbst etwas bekannter zu werden, zum Beispiel indem wir mit Fitnessstudios kooperieren. Gleichzeitig verstärken wir unsere Social-Media-Maßnahmen, um noch mehr Reichweite zu erhalten, als wir durch unsere Präsenz auf den großen E-Commerce-Kanälen bereits haben. Im Händlerbereich hat sich Mund-zu-Mund-Propaganda als am effektivsten erwiesen. Zusätzlich informieren wir viel in Fachzeitschriften und sprechen Sportgeschäfte aktiv an.

Wie haben Sie die Finanzierung Ihrer Gründung umgesetzt?
Sportmarken24 ist eigenfinanziert. Als Dienstleistungsgeschäft ist es nicht besonders kostenintensiv, aber ein gewisses Kapital ist natürlich dennoch notwendig, zum Beispiel für Personal- und Entwicklungskosten.

Welchen Traum möchten Sie noch verwirklichen?
Es gibt so viele Ideen, die ich gerne noch umsetzen möchte! Momentan konzentriere ich mich darauf, Sportmarken24 voranzubringen. Wenn das Unternehmen eine gewisse Größe erreicht hat, gehe ich die nächste Idee an. Welche das ist, weiß ich noch nicht. Im E-Commerce-Bereich möchte ich beispielsweise noch andere Branchen erschließen, zum Beispiel „Home and Living“ und den Fahrradbereich. Aber eins nach dem anderen.

Bitte ergänzen Sie folgenden Satz: Wenn ich mehr Zeit hätte würde ich ...
. . . diese ganzen Ideen umsetzen!

Was ist Ihr besonderer Tipp: Was würden Sie Gründerinnen und Gründern empfehlen?
Sich nicht entmutigen lassen! Es gibt immer mal Rückschläge. Es ist wichtig daraus zu lernen und sein Ziel zu verfolgen. Und das darf ruhig wirklich groß sein. Es muss dann in kleinere Etappenziele heruntergebrochen werden, die auch in überschaubarem Zeitrahmen realistisch erreichbar sind. Denn auch Erfolgserlebnisse sind elementar für die Motivation und das Vorankommen.

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